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… und Geld motiviert doch - die 7 großen Irrtümer

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Den Homo oeconomicus finden wir eher bei Schimpansen als bei Menschen

Genauso realitätsferne ist das Festhalten am Modell des Homo oeconomicus; Irrtum fünf. In den Wirtschaftswissenschaften ist es das wichtigste Modell des Verbraucherverhaltens. Es geht davon aus, dass Menschen niemals etwas kaufen, ohne vorher die Auswirkungen zu berechnen – mit Zins und Zinseszins. Tatsächlich zeigen Ergebnisse vieler Experimente, dass Menschen keineswegs so eigennützig und zukunftsorientiert handeln, wie Wirtschaftswissenschaftler das gerne hätten.

Wenn es den Homo oeconomicus tatsächlich gibt, dann finden wir ihn eher bei den Schimpansen als bei Menschen. Der Homo oeconomicus scheitert an seinen Emotionen. Menschen sind zutiefst emotionale Wesen. Die Annahme, dass Gefühle bei Entscheidungs- und Motivationsprozessen keine Rolle spielen, ist schlichtweg absurd. Wissenschaftler, die sich heute mit Kaufentscheidungen beschäftigen, sind davon überzeugt, dass sich der Mensch, wenn es um Geld geht, aufgrund seiner Emotionen häufig irrational verhält. Diese Tatsache macht Geld noch mächtiger, noch interessanter und vor allem vielfältiger, als es in einem rationalen, von der Vernunft gesteuerten Kontext jemals sein könnte.

Geld ist optionale Zukunft

Allein schon der Gedanke an einen Geldgewinn lässt die menschlichen Emotionen anspringen. Es ist ein fataler Irrtum (sechs), dass Geld nicht glücklich macht. Geld macht nichts anderes, als seinem Besitzer Möglichkeiten zu eröffnen. Es in Aussicht gestellt zu bekommen oder zu besitzen, lässt das emotionale Empfinden, die Situation unter Kontrolle zu haben, folgen. Wenn jemand über Geld verfügen kann, genießt er damit verschiedene Freiheiten. Das verleiht den Reichen jene Leichtigkeit, die wir als psychologischen Vorteil beschreiben können.

Neueste Studien belegen: Menschen mit höherem Einkommen sind glücklicher als jene mit einem niedrigen. Dabei kommt dem relativen Einkommensniveau eine besondere Bedeutung bei. Der Vergleich mit den anderen trägt umso mehr zum individuellen Glücksempfinden bei, je weiter oben man auf der Gehalteskala steht. Die, die sich weiter oben befinden, sind glücklicher als jene, die weiter unten platziert sind. Deshalb wählen Menschen in Experimenten jene Welt, in der das allgemeine Durchschnittsgehalt bei 25.000 Euro liegt, sie selbst aber 50.000 Euro verdienen und entscheiden sich gegen eine Welt, in der sie selbst 100.000 Euro verdienen (also das Doppelte), das Durchschnittseinkommen allerdings bei 250.000 Euro liegt. Je reicher (als andere), desto glücklicher. Das gilt übrigens nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch für Nationen, wie neue Forschungsergebnisse zeigen.

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