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Additive Fertigung 3D-Druck: Ein Oldie lebt auf

| Autor: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Die 3D-Drucktechnik gewinnt an Fahrt und macht sich daran, die Welt der produzierenden Industrie neu zu prägen. Dabei ist das erste Patent fast 70 Jahre alt. Weil die entscheidenden Patente auslaufen, greifen Innovatoren jetzt die ursprüngliche Idee auf und revolutionieren den Prozess mithilfe der DLP-Technik von Texas Instruments.

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Die Welt stellt sich auf vielfältigste Möglichkeiten ein, die die additive Fertigung mit sich bringen wird.
Die Welt stellt sich auf vielfältigste Möglichkeiten ein, die die additive Fertigung mit sich bringen wird.
(Bild: © chesky - Fotolia)

Hunger? Druck dir doch einen… Burger! Spielzeug, Ersatzteile, medizinische Hilfsmittel, Schmuck, Weihnachtsdeko, sogar Autos und mittlerweile auch gedruckte Mahlzeiten – 3D-Druck dringt wie selbstverständlich in unser Leben ein. Mit einem Upgrade auf Windows 10 ist man spätestens gerüstet. Denn den 3D-Druck hat Microsoft nämlich dort bereits integriert.

Solche Möglichkeiten verdanken wir den Ideen zweier Erfinder: Der Vorläufer der modernen additiven Fertigung wurde bereits 1956 von John Munz ausgetüftelt. Er erfand eine Methode, feste Objekte in einem Harz unter Verwendung von ultraviolettem Licht zu erstellen und bezeichnete dieses Verfahren als Photo-Glyph Recording.

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30 Jahre später kombinierte Chuck Hull die computergestützte Fertigung mit der von Munz stammenden Idee des UV-aushärtenden Harzes und entwickelte den ersten additiven Fertigungsprozess, den er damals als Stereolithografie (STL oder SLA) bezeichnete. Dieses Verfahren nutzt einen computergesteuerten Laserstrahl, um ein Objekt Schicht für Schicht aus einem unter Einwirkung von Licht aushärtenden Harz herzustellen. Der Kalifornier erschuf mit seiner Erfindung einen völlig neuen Industriezweig, der sich beständig weiterentwickelt. Bereits 1983 hielt er das erste 3D-gedruckte Teil in der Hand und publizierte wenig später die erste Patentanmeldung dazu. Auch heute noch ist der über 70-jährige erfinderisch und konzentriert sich zurzeit vor allem auf die Produktion mit höheren Geschwindigkeiten und besseren Materialien.

„Infolge des Auslaufens der entscheidenden Patente sind alle Voraussetzungen für ein entscheidendes Marktwachstum der additiven Fertigung gegeben“, meint Robert Rodrigues, Analog Applications Engineer, bei Texas Instruments (TI). So würden Innovatoren die ursprüngliche Idee Hulls aufgreifen und den Prozess mithilfe der DLP-Technik von TI revolutionieren.

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Über den Autor

Dipl. -Ing. Ines Stotz

Dipl. -Ing. Ines Stotz

Ist Chefredakteurin print/online bei elektrotechnik., elektrotechnik