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Maschinenrahmen Ästhetisch und funktionell: Modulare Maschinengestelle für den Sondermaschinenbau

| Redakteur: Ines Stotz

Gerade bei hochwertigen Sondermaschinen ist es angesagt, dass auch die Maschinengestelle bzw. die Rahmen einen bleibenden qualitativ hochwertigen Eindruck hinterlassen. Für die Hersteller solcher Anlagen ist das eine große Herausforderung, da sie oftmals wegen der hohen Anforderungen auf Schweißgestelle oder ähnliche Konzeptionen nicht verzichten können.

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Die NMH-Elektropresse für Zylinderköpfe ist eine eine übersichtliche und aufgeräumte Einheit - Design und Funktionalität liegen eng beieinander.
Die NMH-Elektropresse für Zylinderköpfe ist eine eine übersichtliche und aufgeräumte Einheit - Design und Funktionalität liegen eng beieinander.
(Bild: Häwa )

Im allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau sind Verkaufsargumente wie Ästhetik und Design nicht mehr wegzudenken. Allein im letzten Jahrzehnt hat sich das Bild in den Produktionshallen völlig verändert. Mensch-Maschine-Schnittstellen sind heute zum Beispiel mit hochwertigen Touchscreens ausgestattet - nicht weil die herkömmliche Tastatur in punkto Bedienung plötzlich überholt ist, sondern vor allem weil die Touchscreens eine saubere und einfache Alternative zur Tastatur sind und zudem auch noch modern und edel aussehen. Eine individuelle Farbgebung bei Maschinen, unterschiedliche Oberflächenmaterialien und eine aufgeräumte Verkabelung werden vorausgesetzt.

Sondermaschinenbauer will Wiedererkennungswert steigern

Im Sondermaschinenbau findet dieser Wandel heute statt. Neben Themen wie Produktionssicherheit, Verfügbarkeit der Anlagen und Fehlertoleranz rückt die Optik, der zum Teil hochkomplexen Anlagen, in den Fokus der Entwickler. Sondermaschinenhersteller NMH hat daher neue Möglichkeiten bei der Einhausung seiner Anlagen untersucht. „Wir haben uns dazu entschlossen, das Thema Design und Funktionalität neu zu bewerten“, erklärt Geschäftsführer Alexander Frick. „Als langfristiges Ziel haben wir im Fokus, den Wiedererkennungswert von NMH-Sondermaschinen am Markt zu steigern“.

Damit geht das Unternehmen aus Oberschwaben einen Weg, den künftig wohl noch mehr Hersteller einschlagen werden. Denn insgesamt ist zu beobachten, dass die Maschinenbauer nun auch ganz neue Anforderungen an das Schaltschrankkonzept stellen. Die Maschinen und deren Steuerungen wachsen zusammen. Folglich soll dem auch das Rahmenkonzept Rechnung tragen, das beides zu einer Einheit zusammenfasst.

Modulares Rahmengestell als Alternative zur Speziallösung

Der Gehäuse-Spezialist Häwa hat diesen Trend schon vor einiger Zeit erkannt und bietet in diesem Segment sein patentiertes, hochflexibles und modulares Baukastensystem für Maschinengestelle an. Das Besondere daran ist, dass die modularen Rahmengestelle so kombinierbar sind, dass sich damit kundenspezifische Lösungen aufbauen lassen, die als eine Alternative zu den teuren Spezialanfertigungen dienen.

„Der Kunde kauft ein maßgeschneidertes System von der Stange, das sich flexibel an seine Bedürfnisse anpassen lässt“, so Volker Ott, Abteilungsleiter Flex-Frame Maschinengestelle bei Häwa. Gerade beim Maschinen- und Sondermaschinenbau hat das einen großen Vorteil: Man kann nahezu alle Prozessmaschinen, die oft unterschiedlich ausfallen, mit einem „einheitlichen Gesicht“ versehen. Dabei ist man frei bei der Designgestaltung und Farbgebung. Die Oberflächen können zum Beispiel gepulvert oder aus Edelstahl ausgeführt sein.

Ein Grundgestell – viele Varianten

Das so genannte „fleX-frame“-System basiert auf einem Plattformkonzept - ähnlich dem aus der Automobilindustrie: Trotz des einheitlichen Grundgestells bleibt man so flexibel, dass sich Anpassungen oder Nachrüstungen jederzeit durchführen lassen. Sämtliche Standardteile, die zum Aufbau der Maschinengestelle erforderlich sind, sind auf vielfältige Weise kombinierbar. Das System wächst mit seinen Anforderungen.

NMH hat Flex-Frame zunächst bei einer neuen Elektropresse für Zylinderköpfe umgesetzt. Dabei handelt es sich um eine Anlage, die sich durch große Verfahrwege, eine hohe Positionier- und Wiederholgenauigkeit sowie universell einsetzbare Werkzeuge und Aufnahmen auszeichnet. In Verbindung mit einem leicht konfigurierbarem Steuerungsaufbau ergibt sich für diese Anlage ein weit gefächerter Anwendungsbereich.

Dem Kunden mehr bieten als erwartet

„Bei der Konzeption der Anlage haben wir der Design-Ergonomie einen wichtigen Platz eingeräumt“, erläutert Alexander Frick. Das Unternehmen hat seine Maschine aus einem neuen Blickwinkel betrachtet, um so den Mehrwert noch einmal zu steigern. Mit dem Referenzprojekt, das erst vor wenigen Wochen fertiggestellt wurde, ist der Geschäftsführer sehr zufrieden. „Die Elektropresse ist eine übersichtliche und aufgeräumte Einheit, Design und Funktionalität liegen eng beieinander.“

Dies sei auch der Hauptgrund, warum sich NMH für das Flex-Frame-Konzept entschieden hat. „Wir wollen unserem Kunden mehr bieten, als er erwartet: Dazu gehören zum Beispiel ein integriertes Kabelmanagement und auch eine kompakte Bauweise der Maschine, die wir als eine Einheit ausliefern.“ Lösungen, bei denen separate Schaltschränke integriert sind oder sogar daneben stehen, will Alexander Frick unbedingt umgehen.

Rahmengestelle mit Zusatznutzen

Für die Umsetzung eines neuen „Corporate-Design“ der NMH-Anlagen hat der Experte unterschiedliche Möglichkeiten in Betracht gezogen. „Wir haben uns diverse Einhausungssysteme angesehen und uns auch überlegt, ob wir eine Eigenentwicklung realisieren.“ Letztendlich fiel die Wahl dann auf das Angebot von Häwa: „Mit diesem ausgeklügelten, modularen Konzept hat Häwa aus unserer Sicht ein Alleinstellungsmerkmal am Markt.“ Hinzu kommen die gute Verarbeitung der Rahmengestelle, die er als ebenso wichtig ansieht, sowie der zusätzliche Nutzen des Rahmens, in den alle Kabel sowie auch elektrische und pneumatische Bauteile integrierbar sind.

Geschweißte Rahmen und Aluminiumprofile sind integrierbar

Gerade im Sondermaschinenbau sind Systeme gefragt, die sich durch hohe Stabilität und Belastbarkeit auszeichnen. Die Flex-Frame-Maschinengestelle werden aus Stahl oder Edelstahl gefertigt. Durch große Streben-Querschnitte lässt sich eine hohe Steifigkeit erzielen. Für Zellen ab 1,5 t verwendet Häwa Pro-X-Streben aus 3-mm-Stahlblech.

„Eine Besonderheit ist, dass die Flex-Frame-Rahmen mit Schweißgestellen oder Aluminiumprofilen kombiniert werden“, erklärt Volker Ott. „So ist in das Flex-Frame-Gestell von NMH zum Beispiel ein geschweißter Stahlrahmen integriert“, fährt er fort. An der Umsetzung der Elektropresse für Zylinderköpfe würde deutlich, welche komplexen Lösungen möglich sind: Das Schweißgestell von NMH trägt weiterhin zur Stabilität, Lastaufnahme sowie auch zur Genauigkeit der Anlage bei. „Auf einer Länge von 2 Metern sind Abweichungen von lediglich 0,02 mm tolerierbar. Das Schweißgestell ist also ein sehr wichtiger Bestandteil der gesamten Anlage.“

Das Gestell wird in einem speziellen Verfahren spannungsfrei geglüht und dann in einer Portalfräsmaschine bearbeitet. Dennoch lässt es sich mit Flex-Frame kombinieren, das zusätzlich den Mehrwert eines durchgängigen Designs bietet.

Zudem ist der gesamte Rahmen als ein großer Kabelkanal zu sehen. An den Verbindungsstellen der Streben sind Aussparungen angebracht, die ein einfaches Durchführen von Kabeln zur jeweiligen Nachbarstrebe ermöglichen. Dadurch wirkt die Anlage nicht nur aufgeräumt, es lassen sich auch Reparaturen und Erweiterungen binnen kurzer Zeit durchführen. Kabel lassen sich auch nachträglich einfach und schnell verlegen oder ändern. Jede Strebe ist außerdem mit einer eigenen Tür ausgestattet, die sich nach außen öffnen lässt und jederzeit einen freien Zugang zu den integrierten Bauteilen und Kabeln ermöglicht.

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