Sicherheitsfunktion

Antriebsregler bekommt Sicherheitsmodul

| Redakteur: Rebecca Näther

Der SD6 ist ein flexibler Stand-Alone-Antriebsregler, der sich für komplexe Anforderungen und Aufgaben in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau eignet.
Der SD6 ist ein flexibler Stand-Alone-Antriebsregler, der sich für komplexe Anforderungen und Aufgaben in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau eignet. (Bild: Stöber Antriebstechnik)

Mit dem SD6 hat Stöber Antriebstechnik einen flexiblen Stand-Alone-Antriebsregler im Programm, der sich für komplexe Anforderungen und Aufgaben in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau eignet. Hinzu kommt nun das Sicherheitsmodul SE6 für weitere antriebsbasierte Sicherheitsfunktionen.

Das Unternehmen bietet mit der 6. Generation leistungsstarke Stand-Alone- sowie Anreih-Antriebsregler für effiziente Multiachs-Anwendungen. Der flexible SD6 ist Teil dieser Familie. Zum Einsatz kommt der Einzelachsregler mit einem Ausgangsnennstrom bis 85 A vorwiegend in antriebsbasierenden Applikationen mit dezentraler Bewegungssteuerung.

Antriebsregler passgenau konfigurierbar

Der Antriebsregler regelt lineare und rotative Synchron-Servomotoren sowie Asynchronmotoren. Durch sein modulares Schnittstellenkonzept und sein umfangreiches Zubehör ist er passgenau konfigurierbar und kann so auch ganz spezielle Antriebsaufgaben lösen. Für die Anbindung an eine überlagerte Steuerung stehen Kommunikationsmodule für CANopen, EtherCAT oder Profinet zur Wahl.

Sicherheitsmodul für den Antriebsregler

Zusätzlich im Produktportfolio ist nun das Sicherheitsmodul SE6, mit dem sich der Antriebsregler optional ausstatten lässt. Damit eignet er sich für sicherheitsrelevante Anwendungen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) nach DIN 61800-5-2 oder DIN EN ISO 13849-1. Die Worst-Case-Reaktionszeit von unter zehn Millisekunden ermöglicht ein schnelles Abschalten und erlaubt dadurch dem Konstrukteur eine Verringerung der Sicherheitsabstände.

Sicheres Bremsmanagement

Eines der Produkt-Highlights ist das sichere Bremsenmanagement, das aus sicherer Bremsenansteuerung (SBC) und sicherem Bremsentest mit Testzyklusüberwachung (SBT) besteht, erklärt das Unternehmen. Der Antriebsregler wird damit den Anforderungen der DGUV gerecht, die sie im Fachbereichsinformationsblatt Nr. 005/2012 an schwerkraftbelastete Vertikalachsen stellt. Die Fachpublikation der DGUV bildet die Basis für den Normentwurf DIN EN ISO 16090-1:2016-02, in der erstmalig normativ das Thema Absichern von Vertikalachsen beschrieben wird.

Sichere Bewegungsüberwachung

Das Sicherheitsmodul ermöglicht zusätzlich zu den Stoppfunktionen Safe Torque Off (STO), Safe Stop 1 (SS1) und Safe Stop 2 (SS2) auch Funktionen zur sicheren Bewegungsüberwachung. Die Funktionen Safely-Limited Speed (SLS) und Safe Speed Range (SSR) wachen darüber, dass der Antrieb die projektierten Geschwindigkeitsgrenzwerte nicht überschreitet. Safe Direction (SDI) überwacht die projektierte Bewegungsrichtung, Safely-Limited Increment (SLI) begrenzt das Schrittmaß. Safe Operating Stop (SOS) überwacht den aktiven Stillstand. Das Thema Praxistauglichkeit stand bei der gemeinsamen Entwicklung mit der Firma Pilz im Vordergrund. So können alle Sicherheitsfunktionen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) eingesetzt werden.

Sicherheitsmodul erlaubt variable Reaktionen

Das Modul bietet dem Anwender die Möglichkeit, im Fall einer Grenzwertüberschreitung oder bei Not-Halt variabel reagieren zu können. Die Firma erklärt dazu, dass es nicht immer sinnvoll ist, bei einer Grenzwertverletzung den Antriebsregler sofort abzuschalten und den Antrieb unkontrolliert stillzusetzen. In der Regel ist es für eine schnelle und einfache Wiederinbetriebnahme besser, den Antrieb durch die Steuerung gezielt stillzusetzen und nur dann im Antriebsregler einzugreifen, wenn dies steuerungsseitig misslingt.

Antriebskonfigurationen weiterverwenden

Für den Betrieb des Produkts sind keine speziellen Motoren, Encoder, Kabel, Stillstands- oder Drehzahlwächter erforderlich. Der Anwender kann bestehende Antriebskonfigurationen weiterverwenden oder auf die für die Anwendung passenden Komponenten wechseln.

Überwachung der Sicherheitsfunktionen

Die Überwachungsmechanismen der Sicherheitsfunktionen wurden über die normativen Grundanforderungen hinaus ergänzt. Durch positionsbasierte Grenzwertüberwachung oder das prädiktive Ausblenden von Störsignalen können die angestrebten Grenzwerte mit minimalem Störabstand angefahren werden.

Service am Sicherheitsmodul

Im Service-Fall muss der Anwender nur den Wechseldatenspeicher Paramodul tauschen und den Tausch bestätigen. Dadurch wird die gesamte Gerätekonfiguration auf den neuen Antriebsregler übertragen. Dafür sind keine speziellen Kenntnisse oder Software-Tools erforderlich. Das Modul mit durchgängig zweikanaliger Struktur testet die integrierten Komponenten bei jedem Geräteanlauf, nach jedem STO und während des Betriebs. Somit soll auf dokumentationspflichtige, zyklische Funktionstests der Sicherheitsfunktionen beim Endkunden verzichtet werden können.

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