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Engineering Bananen-Reifeprüfung mit Bravour bestanden

| Autor / Redakteur: Peter Kosa, Michael Kühne* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Damit wir unsere liebste Frucht nicht grün sondern schön gelb kaufen können, müssen Bananen nach Ernte und Transport erst noch nachreifen. Auch hier ist energieeffiziente Automatisierung gefragt. Und zwar durchgängig über Steuerungen, HMIs und Antriebe hinweg, was jetzt beim Neubau mehrerer Bananenreifekammern realisiert wurde.

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In neuen Reifekammern sorgt durchgängige Automatisierung für beste Reifeergebnisse von Bananen, Energieeffizienz für die Betreiber inklusive.
In neuen Reifekammern sorgt durchgängige Automatisierung für beste Reifeergebnisse von Bananen, Energieeffizienz für die Betreiber inklusive.
(Bild: © PEHA - Fotolia)

Um der Deutschen liebste Frucht jederzeit im gewünschten Reifegrad in den Handel bringen zu können, betreibt Univeg Deutschland unter anderem in Hamburg ein Großlager mit sogenannten Bananenreifekammern. Darin werden die gekühlt und noch grün aus den Herkunftsländern angelieferten Bananen eingebracht und einem seit Jahrzehnten bewährten Reifeprozess unterzogen; zudem kontrolliert temperiert und einmalig mit Reifegas – einer Mischung aus Stickstoff und Ethylen – beaufschlagt. Das aktiviert den Reifeprozess, der sich danach über die Temperatur und durch Belüften zeitlich beeinflussen lässt. „Wir übernehmen quasi den natürlichen Prozess, den die Bananen an der Staude auch durchlaufen würden, bei dem sie selbst Ethylen bilden und dadurch reifen, wie auch Äpfel oder Kiwis“, erklärt René Dlugos, Betriebsleiter und Qualitätsbeauftragter am Standort. Auch Bio-Bananen werden auf diese Art und Weise gereift, natürlich separat. Im hermetisch abgeschlossenen Milieu der Kammern lässt sich der Reifeprozess in einem zeitlich begrenzten Fenster von etwa drei bis sieben Tagen präzise steuern. Das Ziel und die Kunst der Reifemeister ist es, durch ständige Sichtkontrollen und das Drehen an verschiedenen Stellschrauben Bananen in einem nach einer Farbskala definierten Reifegrad zu dem vom Handel gewünschten Termin „zu produzieren“.

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Automatisiert zum gewünschten Reifegrad

Dazu sind die Reifekammern automatisiert und neben entsprechender Gasanalysetechnik (Ultramat von Siemens), Kältetechnik und Sensorik sind mehrere drehzahlgesteuerte Lüfter installiert. Damit werden Temperatur, Differenzdruck, Ethylen-, CO2- und Sauerstoffgehalt kontinuierlich erfasst und angepasst. Die Lüfter an den Kammerdecken sorgen für gleichmäßige Bedingungen in jedem einzelnen Karton, vorgegeben und überwacht an einem zentralen Visualisierungssystem im Reifemeisterbüro.

Modernisiert in die Zukunft

Weil ein Teil der Reifekammern nach langen Betriebsjahren undicht, dadurch nicht mehr präzise genug zu regeln und zunehmend unwirtschaftlich geworden war, hat sich Univeg für den Neubau von 14 Reifekammern entschlossen. Dabei sollte auch deren Automatisierung auf den neusten Stand der Technik gebracht werden. Mit dem Bau und der Ausrüstung der Kältetechnik der Reifekammern wurde Frigotec Kälte- und Verfahrenstechnik aus Landsberg bei Leipzig beauftragt. Den automatisierungstechnischen Part hat Tochterunternehmen EHW Elektronik umgesetzt.

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