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Feldbus CIRS-Konzept für stabile Bussysteme

| Autor / Redakteur: Gerhard Bäurle* / Ines Stotz

Critical Incident Reporting Systems, kurz CIRS, sind Berichtssysteme über kritische Vorkommnisse – wenn mehrere Probleme unerwartet zeitgleich auftreten. Sie sind hauptsächlich in der Luftfahrt und im Gesundheitswesen im Einsatz, sollten aber auch bei industriellen Netzen und Bussystemen Thema sein, da sie die Sicherheit einer Anlage oder des Personals gefährden können.

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Die berühmten drei Affen von Nikkō: nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) reden. Das dazu gehörende japanische Sprichwort steht für vorbildlichen Umgang mit Negativem – und bedeutet genau das Gegenteil von dem, was für ein funktionierendes CIRS-Konzept benötigt wird.
Die berühmten drei Affen von Nikkō: nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) reden. Das dazu gehörende japanische Sprichwort steht für vorbildlichen Umgang mit Negativem – und bedeutet genau das Gegenteil von dem, was für ein funktionierendes CIRS-Konzept benötigt wird.
(Bild: 20100727 Nikko Tosho-gu Three wise monkeys 5965.jpg / Jakub Hałun - Eigenes Werk, GFDL / BY-SA 4.0 )

Seit fast 20 Jahren beschäftigt sich IVG Göhringer mit der Instandhaltung von industriellen Bussystemen. Von Anfang an hat das Unternehmen großen Wert auf eine gründliche Aufarbeitung aller Zwischenfälle an Bussystemen gelegt und diese auch ausführlich dokumentiert. Dieses interne Berichtswesen ist die Basis für das derzeitige Know-how und gibt die Sicherheit, bei der Fehlersuche jeweils den richtigen Ansatz zu finden.

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Wer arbeitet, der macht Fehler

Mit dem aus der Verhaltenspsychologie stammenden CIRS-Verfahren werden Situationen erfasst, in denen eine bestimmte Aktion zu Erfolg oder Misserfolg führt. Aus der Analyse lassen sich konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Gesamtsystems ableiten.

Voraussetzung dafür ist eine offene Fehlerkultur. Denn nur wer erkannte Schwachstellen und Fehler – auch eigene – erfasst und dokumentiert, kann nach Lösungen suchen. „In der Praxis mancher Betriebe ist man leider weit davon entfernt“, bemängelt Geschäftsführer Hans-Ludwig Göhringer, „da kommt mir eher das Bild mit den drei Affen von Nikkö in den Sinn.“ Das dazu gehörende japanische Sprichwort steht für vorbildlichen Umgang mit Negativem – und bedeutet genau das Gegenteil von dem, was für ein funktionierendes CIRS-Konzept benötigt wird:

  • Fehler benennen statt verschweigen,
  • die Ursache suchen, nicht den Schuldigen,
  • keine Selbstüberschätzung – auch die Besten machen Fehler,
  • Fehler passieren, aber man muss daraus lernen,
  • unabhängige Fehlerfindungsteams bilden.

Das Schweizer-Käse-Modell

Im Folgenden soll das bekannte Schweizer-Käse-Modell auf industrielle Netzwerke und Bussysteme übertragen und betrachtet werden. Mancher Anwender aus der Instandhaltung wird feststellen, dass die Bussysteme in seinem Verantwortungsbereich seit Jahren vom selben Dienstleister untersucht werden. Am Anfang haben die Kollegen eine Reihe von Fehlern gefunden, aber mit der Zeit wurden es immer weniger. Liegt es nun daran, dass jetzt sämtliche Pfade der Lücken geschlossen sind – oder liegt es viel mehr an einer gewissen Betriebsblindheit, die sich im Laufe der Zeit eingestellt hat? Diese Frage kann man nur durch den Wechsel des Dienstleisters beantworten.

Auf einem Auge blind

Mancher „Busprofi“ misst nur mit dem einen Messgerät, das er zufällig auch selber herstellt und verkauft. Fehler in Bussystemen können aber vielfältige Ursachen haben – Alterung, Installationsfehler, EMV-Einflüsse, große induktive Lasten, fehlende Erdung und fehlerhafte Abschirmungen sind ein paar davon. Häufig wirken die verschiedenen Schwachstellen auch noch zusammen. Damit ist offensichtlich, dass hier ein einzelnes Messgerät nicht ausreicht – wer nur mit dem Gerät eines Herstellers misst, ist mindestens auf einem Auge blind.

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