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Steckverbinder & massiv gedrehte Crimp-Kontakte Das Werkzeug für die richtige Verarbeitung

| Autor / Redakteur: Mario Trost* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Modulare Steckverbinder müssen – auch im Hinblick auf Industrie 4.0 – immer komplexere Aufgaben bewältigen sowie immer mehr Daten, Signale und Leistung übertragen. Damit werden massiv gedrehte Crimp-Kontakte aufgrund ihrer schnellen Verarbeitung immer wichtiger. Doch nur deren prozesssichere Verarbeitung ermöglicht eine störungsfreie Funktion.

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Steckverbinder können immer mehr – die Crimp-Kontakte müssen sorgfältig verarbeitet werden.
Steckverbinder können immer mehr – die Crimp-Kontakte müssen sorgfältig verarbeitet werden.
(Bild: Phoenix Contact)

In vielen Applikationsbereichen haben sich Crimp-Verbindungen millionenfach bewährt. Unterteilt werden die zahlreichen Varianten und Ausführungen in zwei Hauptgruppen: offene und geschlossene Kontakte. Die massiv gedrehten Kontakte werden als geschlossen, die gestanzten und gerollten als offen bezeichnet.

Dauerhaft zuverlässige Verbindung

In der elektrischen Installation fallen Crimp-Verbindungen unter den Oberbegriff „lötfreie elektrische Verbindungen“. Leistungsumfang und Prüfvorgaben werden in der europäischen Norm DIN EN 60352-2 beschrieben. Crimpen ist dabei ein Fügeverfahren, das dauerhaft einen oder mehrere Leiter mit einem Kontakt verbindet. Ein abisolierter Leiter wird in die Crimp-Zone des Kontaktes eingefügt und durch einen definierten Pressvorgang verbunden. Daraus entsteht eine dauerhafte nicht lösbare und zuverlässige Verbindung.

Die wichtigsten Merkmale der Crimp-Verbindung sind eine reproduzierbare Qualität, eine hohe Vibrations- und Zugfestigkeit, eine hohe Leitfähigkeit sowie ein besonders niedriger Durchgangswiderstand. Für die normgerechte Crimp-Verbindung müssen der Querschnitt der Litze, der Crimp-Kontakt, das Crimp-Werkzeug sowie die Werkzeugeinstellung gut aufeinander abgestimmt sein. Auch die Auswahl des Crimp-Profils hängt von verschiedenen Parametern ab: dem Verbinder oder Crimp-Kontakt, der gültigen Norm sowie dem spezifischen Steckverbindertyp.

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Crimp-Profile im Vergleich

Bei den Profilen massiv gedrehter Crimp-Kontakte wird unterschieden zwischen Vierdornpressung (4/8 indent), Vierkantpressung (square), Hexagonal (hex) und B-Crimp. In Hand-Crimp-Zangen finden sich bei Querschnitten bis 10 mm² die Vierdorn- und Vierkantpressung am häufigsten. Die Kräfte für den benötigten Pressdruck werden bequem mit Presszangen erreicht – etwa aus dem Crimpfox-Programm von Phoenix Contact.

Für Querschnitte über 10 mm² werden mechanische Presszangen mit Ratschensystem oder hydraulisch betätigte Werkzeuge mit unterschiedlichen Gesenkgrößen und Crimp-Profilen verwendet.

In elektrischen, pneumatischen und elektropneumatischen Crimp-Maschinen befinden sich je nach Maschinentyp Vierkant- und Vierdorn-Profile bis 10 mm² - und für größere Querschnitte wie den Ladestecker für die Elektromobilität auch das B-Crimp-Profil.

Die große Anzahl an weiteren Profilen wird für die Verarbeitung von Aderendhülsen, Rohrkabel- und Quetschkabelschuhen sowie Verbindern bis 300 mm² verwendet – hier gelten die Normen DIN 46230, DIN 46234 und DIN 46235 als Referenz. Für gedrehte Kontakte bis 10 mm² ist die Wahl des Crimp-Profils und die daraus resultierende Crimp-Form ein wichtiger Faktor. Die Herausforderung liegt darin, den vorgegebenen Durchgangswiderstand, die Spannungsfestigkeit, die Stromtragfähigkeit sowie die Leiterauszugkraft zu erreichen. Aber auch die Querleitfähigkeit des Kupfermaterials und die mechanische Längung des Kontaktes müssen berücksichtigt werden.

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