Energieeffizienz DC statt AC senkt die Kosten für Infrastruktur in Rechenzentren

Redakteur: Reinhard Kluger

Gleichstromversorgung von Rechenzentren erübrigt redundante Anlagen und Energieverluste bei der Stromumwandlung: Effekte, die sich rasch auf einen Wert von 20 bis 30 Prozent summieren. Allein die Infrastruktur eines Gleichstromsystems spart 20 Prozent an Energie ein, die ansonsten in einem Rechenzentrum schon schnell durch die energieintensive Strominfrastruktur verloren gehen kann.

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Das ABB-Konzept „Grid-to-Chip“ für die Stromversorgung von Rechenzentren zeigt: Mit DC-Technik erübrigen sich zahlreiche Infrastruktur-Komponenten. <em id="ForP_634798FB-F8D1-DD75-7081BC903EBEE483">Bilder: ABB</em>
Das ABB-Konzept „Grid-to-Chip“ für die Stromversorgung von Rechenzentren zeigt: Mit DC-Technik erübrigen sich zahlreiche Infrastruktur-Komponenten. <em id="ForP_634798FB-F8D1-DD75-7081BC903EBEE483">Bilder: ABB</em>
( Archiv: Vogel Business Media )

Wenn es denn stimmt, dass Google für seine Datenzentren im Konzern kontinuierlich 260 Millionen Watt an elektrischer Leistung benötigt, dann kann man sich ausmalen, was Rechenzentren verbrauchen. Energieeffizienz stellt hier eine der großen Herausforderungen dar. Das Rechenzentrum, das weltweit die höchste Energieeffizienz aufweisen soll, liegt in Helsinki und nutzt das dort in Mengen vorhandene Salzwasser der Ostsee für die Wärmetauscher.

Im Norden Europas liegt, erbaut in einen Hohlraum unter der Uspenski-Kathedrale der finnischen Hauptstadt, das Academica-Rechenzentrum. Dank der besonderen Konzeption muss es 80 Prozent weniger Energie zum Kühlen der Server aufbringen, als in Anlagen, die herkömmliche Kühlmethoden verwenden. Und: Die von den Servern generierte Wärme wird in das Nahwärmenetz eingespeist und versorgt 500 Haushalte - und das in einer Stadt, in der die Temperaturen im Winter häufig auf - 20 °C fallen.

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Die Stromverteiler von ABB (Power Distribution Unit - PDU) regeln den Energieverbrauch der Server und verteilen zuverlässig den Strom im Rechenzentrum. Das Beispiel des Academica-Rechenzentrums verdeutlicht, wo die ungenutzte Energiereserven weiter schlummern: in IT-Infrastrukturen. Um dieses Brachland künftig noch besser erschließen zu können, setzt ABB künftig auf das Konzept Direct Current (DC) Data Center, griffig als „Grid-to-Chip“ formuliert.

Mit Gleichstrom in die Zukunft

Für Reino Buchmüller, bei ABB Leiter der Sparte Niederspannungstechník, bietet die Gleichstromtechnik für die Energiebilanz von Rechenzentren und Serverfarmen neue Chancen. Man könne damit nicht nur Strom sparen, sondern auch die Kosten für die Infrastruktur senken. Beim Gleichstrom entfallen nicht nur die AC/DC-Wandler. Wenn die Server mit Gleichstrom laufen, muss man den Strom auf seinem Weg vom Kraftwerk bis zum Server nicht unnötig hin und her transformieren. Das verbessert den Wirkungsgrad beim Stromtransport und erübrigt zahlreiche Installationskomponenten. Einhergehend damit reduziert sich der Aufwand beim Verlegen und Verdrahten von Kabeln wie auch zum Kühlen.

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