EU-Märkte Deutsche Elektroexporte legen im ersten Halbjahr kräftig zu

Von ZVEI 2 min Lesedauer

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Trotz leichter Dämpfer in den USA und China wuchsen die deutschen Elektroexporte im ersten Halbjahr 2026 um 9,3 Prozent – getrieben von zweistelligen Zuwächsen in Europa. Bei den Elektroimporten für den Maschinenbau zeigt sich Abhängigkeit von China.

Die Änderungen der Exporte und Importe in Prozent im Vergleich zum Vorjahr: Im Juni legen sowohl Exporte als auch Importe im Vergleich zu 2025 kräftig zu. (Datenquellen sind Destatis sowie ZVEI-eigene Bereichnungen).(Bild:  ZVEI)
Die Änderungen der Exporte und Importe in Prozent im Vergleich zum Vorjahr: Im Juni legen sowohl Exporte als auch Importe im Vergleich zu 2025 kräftig zu. (Datenquellen sind Destatis sowie ZVEI-eigene Bereichnungen).
(Bild: ZVEI)

Die Ausfuhren der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben im Juni 2026 wertmäßig deutlich zugelegt. Mit 24,5 Milliarden Euro lagen sie in diesem Monat 18,3 Prozent über Vorjahr. „Zwar fiel das Exportwachstum im gesamten ersten Halbjahr nur halb so hoch aus wie im Juni. Mit einem Plus von 9,3 Prozent auf insgesamt 138,5 Milliarden Euro war die Entwicklung in diesem aussagekräftigeren Zeitraum aber ebenfalls sehr dynamisch“, bilanziert ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

Elektroimporte steigen im ersten Halbjahr ebenfalls 

Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Güter nach Deutschland zogen im Juni um ein Fünftel (+ 20,2 %) auf 25,1 Milliarden Euro an. Von Januar bis Juni 2026 kamen die Elektroimporte insgesamt auf 143,8 Milliarden Euro. Hier fiel der Zuwachs von 7,7 Prozent gegenüber Vorjahr geringer aus als bei den Exporten.

„Das im bisherigen Jahresverlauf aufgelaufene sektorale Handelsdefizit von ohnehin weniger als fünfeinhalb Milliarden Euro fiel damit auch wieder niedriger als im ersten Halbjahr 2025 aus“, so Gontermann.

Export-Wachstumstreiber waren EU-Partnerländer

Größtes Abnehmerland deutscher Elektroexporte bleiben auch im ersten Halbjahr 2026 die USA. Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro. „Angesichts der kaum mehr ausrechenbaren US-Zoll- beziehungsweise Handelspolitik erscheint dieser Rückgang tatsächlich recht moderat“, sagte Gontermann.

Auf dem zweiten Platz folgt China. Hierhin gingen die Branchenausfuhren von Januar bis Juni um 1,6 Prozent gegenüber Vorjahr auf 11,4 Milliarden Euro zurück. „Die Ränge drei bis neun werden allesamt von EU-Partnerländern besetzt. Sie haben das Exportwachstum der Branche im ersten Halbjahr letztlich getragen“, so Gontermann.

So erhöhten sich die Lieferungen in die drittplatzierten Niederlande zwischen Januar und Juni um 14,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Hohe Pluszeichen standen auch vor den Ausfuhren nach: 

  • Frankreich (+ 12,6 % auf 8,1 Mrd. €), 
  • Polen (+ 29,2 % auf 7,5 Mrd. €), 
  • Tschechien (+ 30,5 % auf 6,6 Mrd. €), 
  • Italien (+ 16,4 % auf 6,5 Mrd. €), 
  • Österreich (+ 10,8 % auf 5,6 Mrd. €) 
  • Spanien (+ 14,0 % auf 5,5 Mrd. €)

Die Branchenexporte in das Vereinigte Königreich (Platz 10) waren dagegen rückläufig (- 6,6 % auf 4,9 Mrd. €).

Das sind die größten Elektro-Lieferanten

Was die Einfuhrseite anbelangt: Mit Importen aus China im Wert von 42,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2026 ist die Volksrepublik erneut der mit Abstand größte Lieferant elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse für den deutschen Markt. Im Gegensatz zu den Exporten gab es hier einen Anstieg um 11,0 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Zweitgrößter Lieferant ist Ungarn. Von dort kamen Importe im Wert von 7,6 Milliarden Euro (- 1,0 % ggü. Vorjahr). An dritter Stelle rangieren die USA (+ 5,4 % auf 7,1 Mrd. €). Dahinter folgen:

  • Polen (+ 8,0 % auf 6,8 Mrd. €), 
  • Tschechien (- 5,5 % auf 6,6 Mrd. €), 
  • Taiwan (+ 10,1 % auf 5,4 Mrd. €) 
  • Frankreich (+ 14,2 % auf 3,8 Mrd. €)
  • Vietnam (+ 18,3 % auf 3,6 Mrd. €), 
  • Japan (+ 7,3 % auf 3,6 Mrd. €) 
  • Malaysia (+ 2,4 % auf 3,5 Mrd. €)

Der Vergleich der größten Abnehmer- und Lieferländer zeigt: Während auf der Kundenseite EU-Länder dominieren (7 von 10), stammen die Importe vor allem aus asiatischen Ländern (5 von 10). „Hier spiegelt sich dann auch die globale Produktionsstruktur der Branche wider”, schlussfolgert Gontermann. „Denn drei Viertel aller weltweit hergestellten Elektroerzeugnisse kommen heute aus Asien, knapp die Hälfte allein aus China.“ (dm)

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