Steuerungs-, Antriebs- und Visualisierungstechnik Durchgängiges Maschinenkonzept für Kleinstickmaschine

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Der Name Lässer steht für schnelle und innovative Großstickmaschinen. Mit der Modelreihe LSH ist Lässer nun erstmals im Marktsegment der Flachbettstickmaschinen aktiv. Einzigartig dabei ist, dass die Schweizer auch hier auf die Schiffchen-Technik der Großstickmaschinen setzen, die die Qualität erheblich steigert. Für das flexible Steuerungs-, Antriebs- und Visualisierungskonzept wurden hingegen — in einer Partnerschaft mit Sigmatek - neue Wege beschritten.

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(R)Evolution: Mit dem Modell LSH der Schweizer Lässer AG hält die viele Vorteile bietende Schiffchentechnik Einzug in den Bereich der Kleinstickmaschinen.
(R)Evolution: Mit dem Modell LSH der Schweizer Lässer AG hält die viele Vorteile bietende Schiffchentechnik Einzug in den Bereich der Kleinstickmaschinen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bis zu 28 Meter lang sind die Großstickmaschinen, welche Lässer in die ganze Welt liefert. Es ist beeindruckend, wenn bis zu 2.200 Nadeln „im Gleichschritt“ ihre hochpräzise Stickarbeit verrichten und sich dabei auch das Gatter gleichmäßig hebt und senkt. Bereits seit 1954 entwickelt das Diepoldsauer Unternehmen Maschinen mit exzellenter Stickpräzision und hoher Geschwindigkeit. Es zählt zu den internationalen Innovations- und Marktführern bei den Großstickmaschinen.

Ganz im Gegensatz zu den Großstickmaschinen, wo im Wesentlichen zwei Hersteller dominieren, sind im Marktsegment der Kleinstickmaschinen unzählige Hersteller aktiv. Allen gemeinsam ist, dass bei ihren Maschinen der Hinterfaden auf einer Spule gespeichert ist, so wie es von Nähmaschinen bekannt ist. In punkto Qualität und Präzision hat diese Technologie jedoch ihre Grenzen. Diese zu sprengen, war eine der Herausforderungen, die Lässer zum Einstieg in dieses Segment bewogen hat. Gleichzeitig reizte es die Spezialisten, Effekte, die aus dem Großstickmaschinenbereich bekannt sind, auch bei Kleinstickmaschinen umzusetzen. Mit einer eigenen, leistungsfähigen Lösung für Kleinstickaufgaben deckt das Unternehmen nun das gesamte Spektrum von der Klein- bis zur Großstickmaschine ab.

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Schnelle Schiffchen — contra Nähmaschinentechnik

Bei der Neuentwicklung wollte Lässer neue Wege beschreiten. Wichtig war den Entwicklern und Konstrukteuren dabei aber, dass die bewährte, schnelle Schiffchentechnik ihrer Großmaschinen auch im neuen Markt einsetzen zu können. Eine große Herausforderung, die sich durch den gesamten Entwicklungsprozess zog, war die Kostenseite. Kleinstickmaschinen liegen nämlich in einer völlig anderen Preiskategorie. Mit der LSH ist Lässer die Lösung dieses gordischen Knotens gelungen. Der Preis ist attraktiv und mit der Adaption der erprobten „Schiffli“-Technik in Kleinstickmaschinen ist es den Schweizern gelungen, die Stickqualität zur steigern und mehr Effektmöglichkeiten zu erzielen.

Standardisierte Systemlösung für Steuerung und Visualisierung

Lässer entwickelt und baut seit rund 18 Jahren eigene Steuerungen für seine Großstickmaschinen. Diese sind anwendungsbezogen in proprietärer Technik aufgebaut und per Hochsprachen programmiert. Bei der neuen LSH-Kleinstick-Familie war klar, dass der Weg einer eigenen Steuerungsentwicklung aus Zeit- und Kostengründen nicht zielführend sein würde. Zudem galt es, eine zentrale Steuerungslösung zu realisieren. Eine einzige CPU sollte alle Aufgaben der Steuerung, Antriebstechnik und Visualisierung mit hoher Performance umsetzen, um einen attraktiven Verkaufspreis der Maschinen erreichen zu können.

Fündig wurde man bei Sigmatek in Lamprechtshausen bei Salzburg: Die Hardware auf C-DIAS Basis, das All-in-one Engineering-Tool LASAL sowie der schnelle Echtzeit-Ethernetbus VARAN in Kombination mit den Servo-Antrieben waren in der Summe der gebotenen technischen Vorteile unschlagbar. Darüber hinaus überzeugte auch das Preis/Leistungsverhältnis.

„Bei der Sigmatek-Lösung sind alle für die Applikation nötigen Funktionen nahtlos integriert. Diese Durchgängigkeit von Steuerung, Visualisierung, Motion Control, Safety, Kommunikation und Engineering vereinfacht und verkürzt die Realisierung des Maschinenkonzeptes deutlich. Die hohe Flexibilität ermöglicht darüber hinaus eine besonders schnelle und kostengünstige Anpassung an neue oder geänderte Anforderungen“, erklärt Reto Spirig, Entwicklungsleiter Steuerungstechnik bei Lässer. „Bereits beim ersten Kontakt spürten wir, dass dieses Unternehmen von der Firmenphilosophie, der hohen Maschinenkompetenz, der Kundennähe und der Mitarbeiterstruktur zu uns passt.“

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