Industrie 4.0-Thesen

„Eine Art Einstiegsdroge“

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Was daran Industrie 4.0 sein soll, hing als Frage nicht lange im Raum. Gerlach vermittelte mit dem Schicht Doodle die Idee, dass es bei Industrie 4.0 nicht unbedingt gleich um den großen Wurf gehen muss. Wie sonst sollte eine Technologie, die noch im Entstehen ist, auch in kleineren und mittleren Betrieben Fuß fassen können? Oder überhaupt bei den Mitarbeitern ankommen? Gerlach: „Wir sehen den SchichtDoodle auch als eine Art Einstiegsdroge für den Employee Selfservice.

„Kleine Schritte“, hat sich deshalb beispielsweise Yavuz Sancar, verantwortlich für den Bereich Technologietransfer bei der regionalen Entwicklungsgesellschaft OWL GmbH in Bielefeld, als Erkenntnis mitgenommen. „Arbeitseinsatzplanung über das Internet, dass hatte ich nicht direkt als Industrie 4.0 gesehen. Weil ich vorher davon ausgegangen bin, 4.0 muss immer ein Bäm-Effekt haben. Hier hat sich gezeigt, dass es auch im kleinen Rahmen stattfinden kann.“

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Rund 350 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft trafen sich in Paderborn und diskutierten über Industrie 4.0.
Rund 350 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft trafen sich in Paderborn und diskutierten über Industrie 4.0.
(Bild: Pfeiffer)

Nicht immer müsse das Rad gleich neu erfunden werden. In so mancher technischen Umsetzung steckt auch viel bewährte Technologie, etwa in dem Forschungsvorhaben CyProS, das Projektleiter Heiko Frank von der Wittenstein AG vorstellte. Bei dem Igersheimer Unternehmen kommen beispielsweise auch QR-Codes auf Anliefer- und Abholflächen und eine Tablet-Scanner-App für die Schaffung von Transparenz in der Intralogistik zum Zuge. „Was das mit Industrie 4.0 zu tun hat, so trivial wie es ist?“, regte Franke die Auseinandersetzung mit der Praxisnähe an. „Ich kann nur sagen: Gut so. Das kennen die Mitarbeiter. Eine Umsetzung in zu großen Schritten erzeugt nur Ablehnung.“

Und so ging es auch in dem Beitrag von Dr. Benjamin Kuhrke, Manufacturing Engineering Adam Opel AG, um Anwendungsfelder mobiler Endgeräte. IWEPRO heißt das Projekt bei Opel für eine intelligente, selbstorganisierende Werkstattproduktion, in dem Smartphones und Tablets die Fertigung effizient unterstützen könnten. Produktionszahlen aus dem Karosseriebau, der Lackiererei, Montage und Presswerk, losgrößenbezogen und Qualitätsdaten wie First time OK: „Heute kriegen wir das alles quasi in Echtzeit auf die Handys unserer Mitarbeiter“, so Kuhrke. „Da kann man schneller reagieren als ortsgebunden mittels PC.“

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