Industrie 4.0-Thesen

„Eine Art Einstiegsdroge“

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Über 80 Projekte mit Lösungsansätzen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten laufen inzwischen in den Programmen der Bundesministerien BMBF und BMWi. „Sie sind die richtigen Ansätze dafür“, meinte Prof. Dr.-Ing. Gausemeier. „Wir müssen jetzt passgenaue Angebote für den Technologietransfer in den Mittelstand schaffen und die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Arbeitsbedingungen und Qualifikationserfordernisse erforschen.“ Er skizzierte Industrie 4.0 als ein Gestaltungsfeld mit verschiedenen Schlüsselfaktoren und Einflüssen, auch soziologischen für ein Szenario der „Balance von Mensch, Technik und Staat als Basis für den Erfolg“. Wie selbstbestimmt wollen wir agieren? Wie stark durchdringt die IKT unser Leben? Arbeitsrecht, Rolle der Internet-Giganten, Güterverkehr, Umgang mit geistigem Eigentum, Produktionsarchitektur, Wertschöpfungskonzeptionen: „Wir beschreiben das Umfeld, in dem wir mit 4.0 Geld verdienen werden“, so Gausemeier. „Darauf kommt es ja an.“

Den Unternehmenserfolg im Blick, das könnte über den lebendigen Gesprächen in Paderborn als ein Arbeitstitel gestanden haben. Mal schälte sich der Gedanke heraus, wenn sich die Macher aus der Praxis über Nachwuchsfragen austauschten. „Wie sieht die Bildung aus?“ überlegte etwa Prof. Dr. Dieter Grasedieck, Uni Essen – Klausenburg, aus Bottrop, der sich als Besucher auf dem Kongress auf den neuesten Stand bringen wollte. Mal wenn es darum ging, wie intelligente Maschinen mit dem Nachfragetrend nach individualisierten Produkten umgehen könnten. Losgröße 1 – dank Industrie 4.0 kein Problem?

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Egal, wo die Anwendungsschwerpunkte oder Lösungsansätze liegen: Einig waren sich alle, wie wichtig Industrie 4.0 für den Standort Deutschland sein werde. Prof. Dr. Anderl brachte es auf den Punkt: „Mit Industrie 4.0 geht ein Ruck durch die Industrie und eine Aufbruchstimmung ist deutlich spürbar.“ Oder um es mit Stadionsprecher Lutter zu sagen, der am Abend die Teilnehmer des Kongresses zum entspannten Nachklang in der Paderborner Arena begrüßte: „Industrie 4.0 ist für mich ein innovatives Programm.“

Autorin: Karin Pfeiffer ist freie Journalistin aus München.

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