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Schaltschrank Es funktioniert doch: Jetzt lässt sich die Verdrahtung endlich automatisieren

| Autor / Redakteur: Jens von Kiesling, Hans-Robert Koch* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Das Verdrahten von Montageplatten im Schaltschrankbau galt bisher als nicht automatisierbar. Doch jetzt stellt Kiesling Maschinentechnik eine automatisierte Lösung vor. Insbesondere bei wiederholten, seriennahen Verdrahtungskonfigurationen kann das Verdrahtungszentrum zu deutlich verkürzten Fertigungsabläufen beitragen.

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Der Verdrahtungsroboter Averex von Kiesling Maschinentechnik ermöglicht eine automatisierte Verdrahtung der Montageplatte.
Der Verdrahtungsroboter Averex von Kiesling Maschinentechnik ermöglicht eine automatisierte Verdrahtung der Montageplatte.
(Bild: Rittal)

Neben der Metallbearbeitung und der Bestückung ist das Verdrahten von Komponenten auf der Montageplatte in der Fertigung von Schaltanlagen ein arbeitsintensiver Schritt. Aus der Elektroplanung lässt sich der Verlegeweg der Leitungen berechnen. Heute werden die Daten für die Verlegewege aus der Elektroplanung teilweise dazu benutzt, um die Leitungen automatisiert zu konfektionieren.

Die anschließende Verdrahtung – also das Schaffen der eigentlichen elektrischen Verbindung – muss in der Regel noch manuell erledigt werden. Dieser Vorgang ist sehr zeitintensiv und damit ein großer Kostenfaktor im Schaltanlagenbau. Für eine typische Montageplatte mit etwa 300 Verbindungen benötigt eine Fachkraft ungefähr 15 Stunden, um die Adern auf die richtige Länge abzuschneiden, abzuisolieren, mit Adernhülsen zu vercrimpen, durch Kabelkanäle zu führen und sie an den Bauteilen zu befestigen. Hier besteht großes Potenzial für eine Effizienzsteigerung. Bisherige Versuche zeigten allerdings, dass die Verdrahtung von Schaltschränken als nicht automatisierbar gilt.

Robotergestütztes Verdrahtungszentrum Averex

Mit der Entwicklung des weltweit ersten robotergestützten Verdrahtungszentrums Averex hat Kiesling Maschinentechnik zusammen mit einem Entwicklungspartner nach fünfjähriger Entwicklungszeit aber bewiesen, dass es doch funktioniert. Es schneidet Adern auf die richtige Länge, isoliert sie ab, vercrimpt sie mit Adernhülsen, führt Drähte durch die Kabelkanäle und befestigt sie an den Bauteilen wie Klemmen, Schützen und Motorschutzschaltern.

So funktioniert Averex:

Das Kernstück und gleichzeitig das technische Highlight des Averex ist der patentierte, um 270 Grad drehbare Bearbeitungskopf, der unter anderem die Kabelführung übernimmt. Zusätzlich führt er die Arbeitsschritte Schneiden, Abisolieren und Crimpen aus. Außerdem können die einzelnen Kabel direkt während der Montage beschriftet werden. Eine drehmomentgesteuerte Schraubereinheit mit einem Werkzeugwechsler für sechs Werkzeuge steht für die Schraubmontage zur Verfügung. Um die Flexibilität der Verdrahtung zu gewährleisten ist ein automatischer Drahtwechsler, der Platz für bis zu 16 verschiedene Arten von Drähten mit unterschiedlichen Farben und Querschnitten bietet, integriert.

Muss der Draht gewechselt werden, wird er mechanisch aus dem Bearbeitungskopf zurückgezogen. Anschließend wird der neue Draht mit der Unterstützung von Druckluft durch einen Schlauch zum Bearbeitungskopf geführt. Sowohl das Verlegen des Drahts in den Kabelkanälen als auch die Führung des Drahts und die Anschlusstechnik funktionieren zuverlässig. Neben Klemmen mit Schraubanschluss lassen sich auch Klemmen mit Push-in-Technik anschließen.

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