Messtechnik

Gefahr gebannt: Nagelprüfung für den Akku

| Autor / Redakteur: Wieland Brückner* / Sariana Kunze

Ein Akkuschrauber darf in einer guten Werkzeugausstattung nicht fehlen. Jedoch wird das Gefahrenpotenzial der Lithium-Ionen-Akkus häufig unterschätzt.
Ein Akkuschrauber darf in einer guten Werkzeugausstattung nicht fehlen. Jedoch wird das Gefahrenpotenzial der Lithium-Ionen-Akkus häufig unterschätzt. (Bild: ©marcus_hofmann - stock.adobe.com)

Wer einen Akkuschrauber unsachgemäß zum Hammer umfunktioniert, geht mitunter ein hohes Risiko ein. Damit dem Handwerker dabei nichts passiert, überprüfen Firmen wie Batteryuniversity die Akkus mit intelligenter Messtechnik bei Norm- und Nagelprüfungen.

Ein Akkuschrauber ist ein wahres Multitalent. Damit die Geräte händelbar bleiben und auch der Platzbedarf möglichst gering bleibt, sind hohe Energie- und Leistungsdichten auf kleinstem Raum erforderlich. Aktuell gibt es viele Modelle am Markt, die über eine Leistung von 3,0 Amperstunden oder 4,0 Amperstunden verfügen. Dank der Weiterentwicklung der Hochleistungsakkus bedeutet Power und Kapazität nicht gleich Größe und Gewicht. Die Lithium-Ionen-Technik hat es möglich gemacht, dass ein 4,0-Ah-Akku nicht mehr größer ist als ein vergleichbarer Akku mit der alten Nickel-Metallhydrid-Technik. Was viele jedoch nicht wissen: Lithium ist ein Element, das schnell zum Sicherheitsrisiko werden kann, insbesondere bei unsachgemäßer Nutzung. Deshalb sind hohe Sicherheitsanforderungen notwendig, damit sich Akkus nicht selbst entzünden oder bersten. Um diese Zwischenfälle möglichst auszuschließen, gibt es Normen, deren Einhaltung überprüft werden müssen.

Einen Nagel in den Akku schlagen

Auf die Überprüfung von Akkus hat sich die Firma Batteryuniversity aus Karlstein am Main spezialisiert. Überwiegend im Auftrag von Akkuherstellern führen sie Zulassungstests nach verschiedenen Normen und herstellerspezifischen Anforderungen durch. Dabei beraten sie die Hersteller während des gesamten Entwicklungsprozesses. Herstellerspezifische Prüfungen haben sich aus der unsachgemäßen Nutzung von Werkzeugmaschinen ergeben. Deshalb unterziehen viele Hersteller ihre Akkus auch einer „Nagelprüfung“. Dabei wird ein leitfähiger Nagel mitten in den Akku geschlagen. Der resultierende interne Kurzschluss darf nicht zu einer übermäßigen Temperaturerhöhung oder zu Feuer führen.

Ergänzendes zum Thema
 
Stresstest für Hochleistungsakkus

Zerstörenden Normprüfungen im Bunker

Für die zerstörenden Normprüfungen von Akkus wurde kürzlich ein neues Gebäude gebaut. Im sogenannten Kurzschluss- und Überladebunker stehen vier unabhängige Prüfplätze zur Verfügung, in denen die Akkus geprüft werden. Das sind Tests, bei denen es schon einmal brenzlig wird und es zur Feuerentwicklung kommen kann. Hier zeigt sich, ob die Schutzeinrichtungen, die vom Hersteller eingeplant wurden, wirksam sind. Längst nicht alle Akkus bestehen den Test, doch die Sensibilisierung und strengeren Auflagen zeigen Wirkung, denn die Durchfallquote hat deutlich abgenommen.

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