Satelliten Große Förderung für kleine Satelliten an der Universität Würzburg

Redakteur: Reinhard Kluger

Einer der höchstdotierten Forschungspreise in Europa, ein ERC Advanced Grant, fördert Regelungstechnik-/Elektronik-Grundlagen für die Raumfahrt: Der Würzburger Informatiker Klaus Schilling bekommt ein Forschungsstipendium über 2,5 Mio. Euro. Geldgeber ist der Europäische Forschungsrat.

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Mehrere Satelliten und Bodenstationen werden so gesteuert, dass sie in einem leistungsfähigen Netzwerk zusammenarbeiten.
Mehrere Satelliten und Bodenstationen werden so gesteuert, dass sie in einem leistungsfähigen Netzwerk zusammenarbeiten.
(Bild: Uni Würzburg)

Ein Umbruch zeichnet sich derzeit in der Satellitentechnik ab, ein Wandel, wie er schon bei den Computern stattgefunden hat: Aus den voluminösen Großrechnern der 1970er-Jahre wurden heute kleine, übers Internet vernetzte Computer. „Ein ähnlicher Paradigmenwechsel wird auch in der Satellitentechnik erwartet – von aktuell üblichen Großsatelliten hin zu vernetzten Systemen aus vielen miteinander kooperierenden Kleinsatelliten“, sagt Professor Klaus Schilling vom Institut für Informatik der Universität Würzburg. Dafür sind moderne Telematikmethoden zu erforschen und einzusetzen.

Mit Kleinsatelliten kennt sich Schillings Team bestens aus: Es hat seit 2005 schon zwei Universität Würzburg Experimentalsatelliten (kurz UWE genannt) in den Orbit gebracht, die nur ein Kilogramm schweren Würfel mit nur 10 cm Kantenlänge sind, also etwa so groß wie eine Milchtüte.

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Funktionalität auf engstem Raum

Fortgeschrittene Miniaturelektronik und entsprechende Regelungstechnik ermöglichen die Realisierung aller üblichen Satellitenfunktionalitäten auf engsten Raum. Ein dritter von diesen UWE-Satelliten wartet auf seinen Start Anfang 2013 und an dem vierten UWE arbeiten die Informatiker derzeit. Der erste deutsche Pico-Satellit UWE-1 (gestartet 2005) ist bereits im Deutschen Museum in München zu bewundern. „Jeder einzelne Kleinsatellit für sich ist nur beschränkt leistungsfähig. Aber durch die Zusammenarbeit mehrerer Satelliten kann eine beeindruckende Gesamtleistung zu Stande kommen“, so Professor Klaus Schilling.

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