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Harting verzeichnet Wachstum im Bereich E-Mobilty

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

750 Millionen Euro Umsatz hat Harting 2019 erwirtschaftet und verzeichnet damit einen leichten Rückgang von 1,6 % gegenüber Vorjahr. Ein kräftiges Wachstum war dabei in zwei bestimmten Geschäftsfeldern zu spüren.

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Der Harting Vorstand freut sich über den Zuwachs im Bereich Lade-Infrastruktur für Elektromobilität: Dr. Michael Pütz, Dietmar Harting, Philip Harting, Margrit Harting, Maresa Harting-Hertz und Andreas Conrad (von links nach rechts).
Der Harting Vorstand freut sich über den Zuwachs im Bereich Lade-Infrastruktur für Elektromobilität: Dr. Michael Pütz, Dietmar Harting, Philip Harting, Margrit Harting, Maresa Harting-Hertz und Andreas Conrad (von links nach rechts).
(Bild: Harting)

Politische Unsicherheiten, Handelskonflikte, der Brexit und Währungseffekte hätten das Ergebnis beeinflusst. Auf der Jahrespressekonferenz im Dezember 2018 hatte Vorstandsvorsitzender Philip Harting noch ein Wachstum von unter 5 % für das Geschäftsjahr 2018/19 prognostiziert. Jedoch bereits zur Hannover Messe sprach er von einer großen Anstrengung, das Vorjahresergebnis zu erreichen und die Prognose angepasst. Nun steht das Endergebnis fest: Der Umsatz sank um 1,6 % auf 750 Millionen Euro (Vorjahr 762 Millionen Euro). Trotz rückläufige Umsatz habe das Unternehmen nach eigenen Angaben den zweithöchsten Umsatz seiner 74-jährigen Unternehmensgeschichte erzielt.

Stark gestiegene Nachfrage nach E-Mobility-Lösungen

Ein besonders kräftiges Wachstum verbuchte die Technologiegruppe im Bereich Lade-Infrastruktur für Elektromobilität. Hier spricht das Unternehmen von deutlich zweistelligen Zuwachsraten. Harting baue deshalb die Produktion in Rumänien aus. Im Mai 2020 soll die Erweiterung der Werke in Sibiu und Agnita abgeschlossen sein.

Die Tochtergesellschaft Harting Automotive ist seit langem auf dem Markt der Zuliefererindustrie zuhause und registrierte zuletzt eine stark gestiegene Nachfrage nach E-Mobility-Lösungen. Auf Basis seiner jahrzehntelangen Erfahrungen im Bereich von Anschluss- und Übertragungstechnik entwickelt und produziert das Unternehmen Lade-Equipment für Elektro- und Plug-In-Hybridfahrzeuge. „Die Ladelösungen für den Audi E-Tron und den Porsche Taycan sind zwei überzeugende Beispiele des wachsenden Marktbedarfs“, so Philip Harting.

Maßgeschneiderte Kundenlösungen

Ebenso wächst der Geschäftsbereich Harting Customised Solutions (HCS). Ob in Russland, Indien, Polen und im übrigen Europa: Das Unternehmen erweitert die lokalen Montage-Werke für Cabling, umspritzte Kabel und weitere kundenspezifische Lösungen.

IEEE-Steckverbinder Standard für Single Pair Ethernet

Um eine durchgängige Kommunikationsinfrastruktur zu schaffen und damit zukünftig alle industriellen Internet-Teilnehmer des IIoT zu erreichen, hat das Unternehmen den Steckverbinder T1 Industrial entwickelt. Der Steckverbinder T1 Industrial gelte als IEEE-Steckverbinder-Standard für Single Pair Ethernet (SPE) in der Industrie.

Auch der IX Industrial gilt als Standard für miniaturisierte Ethernet-Schnittstellen. Im Bereich Software Solutions solle auch die Mica ausgebaut und damit die Verbindung von Elektromechanik und Smart Manufacturing und die Basis für weiteres Wachstum geschaffen werden, so der Vorstandsvorsitzende.

Insgesamt 288 neue Stellen weltweit geschaffen

Die Investitionen für mehr Wachstum und Zukunftssicherung schlagen sich auch in der Personalentwicklung nieder, wie Personalvorstand Dr. Michael Pütz erklärte. Die Zahl der Mitarbeitenden (einschließlich Auszubildende) stieg im Verlauf des Geschäftsjahres 2018/19 auf 5.268 (Vorjahr 4.980). Das entspricht einem Plus von 5,8 %. Im Inland wurden 36 neue Stellen geschaffen (+ 1,4 %), in den ausländischen Produktionsstätten und Tochtergesellschaften 252 Mitarbeitende eingestellt (+ 9,5 %). Damit waren im Ausland am 30. September 2019 mit insgesamt 2.655 Personen erstmals mehr Mitarbeitende beschäftigt als im Inland (2.613). „Das Wachstum in der EMEA-Region und der Ausbau unserer rumänischen Standorte machen sich hier deutlich bemerkbar“, erklärte Pütz.

Unsicherheiten 2020 sind nicht kleiner

„Das neue Jahr verspricht erst einmal herausfordernd zu werden. Die Unsicherheiten sind nach jetzigem Stand nicht kleiner“, sagte Philip Harting und verwies dabei auf die Umwälzungen in der Automobil- und Zulieferindustrie im Zusammenhang mit der Klimaschutzdebatte und der E-Mobilität. Eine ganze Branche stehe vor einem gigantischen Umbruch, von dem niemand wisse, wie er ausgehe.

Eindeutige Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 lassen sich derzeit nur schwer stellen. Die Institute gehen allenfalls von einem geringen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,4 % bis 0,5 % für das Kalenderjahr 2020 aus; Branchenverbände wie VDMA und ZVEI von einem leichten Rückgang. „Auch wir orientieren uns an diesen vorsichtigen Prognosen und kalkulieren eine erneute Seitwärtsbewegung ein“, so Philip Harting.

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