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Materialforschung Holz und Kunststoff wachsen zusammen

| Redakteur: Carina Schipper

An der Hochschule Rosenheim arbeiten Wissenschaftler an einer Maschine, mit der sie innovative Herstellungsverfahren für neue Werkstoffe entwickeln können. Die Anlage bietet die Möglichkeit, Technologien und Ideen aus der Kunststoff- und Holzindustrie miteinander zu kombinieren und auf ökologische und energieeffiziente Weise Produkte mit verbesserten Eigenschaften zu fertigen.

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Andreas Michanickl, Michael Schemme und Peter Karlinger (v. l. n. r.) diskutieren Möglichkeiten der Herstellung von Bauteilen mit nachwachsenden Füllstoffen.
Andreas Michanickl, Michael Schemme und Peter Karlinger (v. l. n. r.) diskutieren Möglichkeiten der Herstellung von Bauteilen mit nachwachsenden Füllstoffen.
(Bild: Hochschule Rosenheim)

In Deutschland dienen nachwachsende Rohstoffe zunehmend der Energiegewinnung. Seit einigen Jahren kommt mehr Holz zur Wärme- und Stromerzeugung zum Einsatz als zur Herstellung von Papier, Baumaterial oder Möbeln. Hohe Erdölpreise und die staatliche Förderung von erneuerbaren Energien haben die Nachfrage nach Holz als Energieträger gesteigert, heißt es. Daneben steht der internationale Wettbewerb um Holzprodukte. All diese Faktoren haben dazu geführt, dass Holz heute ein teurer und wertvoller Rohstoff ist. In Zukunft ist es daher notwendig, Holz und andere faserhaltige Naturprodukte durch innovative Verfahren effizienter zu nutzen. Im Fokus stehen vor allem Werkstoffe aus Naturfasern und Kunststoffen, die in der industriellen Produktion bisher wenig Anwendung gefunden haben.

Am Ende steht das fertige Möbelstück

Das Forscherteam um Peter Karlinger an der Hochschule Rosenheim arbeitet an einer Anlage zur Entwicklung innovativer Fertigungsverfahren und neuer Werkstoffe. Die Anlage gewinnt Biofasern aus Holz und anderen Naturprodukten. Anschließend verbindet sie diese mit Kunststoffen zu neuen Werkstoffen. Diese finden beispielsweise Verwendung bei der Herstellung von Erzeugnissen in der Fahrzeugindustrie und im Möbelbau, so die Wissenschaftler. Sie können sich sogar vorstellen bereits fertig hergestellte, beschichtete Bauteile oder ganze Möbelstücke zu produzieren. Die bayerische Maschine besteht aus zwei Komponenten: Im Refiner werden Holzstücke oder andere faserhaltige Naturprodukte hohen Temperaturen und Drücken ausgesetzt, um sie dann im Mahlwerk in ihre Fasern zu zerlegen. Die Multifunktionsanlage verarbeitet die Fasern durch Beimischung von Kunststoffen zu neuen Werkstoffen. Eine Spritzpresse formt das Material zu Fertigteilen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bezuschusst das Forschungsprojekt im Rahmen der Fördermaßnahme „FHInvest" des Programms „Forschung an Fachhochschulen" mit rund 2,5 Millionen Euro.

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