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Sammelschienentechnik Hybrid-Motorstarter kommt jetzt platzsparend auf die Sammelschiene

| Autor / Redakteur: Ines Näther / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Wöhner hat seine Sammelschienen-Systemtechnik in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Durch eine neuartige Verbindung von Elektronik und Sammelschienen ergeben sich jetzt völlig neue Perspektiven.

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Hubert Lenker, Produktmanager, Wöhner: „Mit der Entwicklung des Motus Contactron-Control wollen wir Sammelschienensysteme intelligenter machen.“
Hubert Lenker, Produktmanager, Wöhner: „Mit der Entwicklung des Motus Contactron-Control wollen wir Sammelschienensysteme intelligenter machen.“
(Wöhner)

Die Firma Wöhner aus Rödental ist bekannt für innovative Ideen und individuell passende Lösungen im Bereich der Sammelschienensystemtechnik. Seit einigen Jahren arbeitet man daran, immer mehr Elektronik im eigenen Bereich der Elektrotechnik Einzug halten zu lassen. Die Synergien, die sich daraus ergeben, sollen den Kunden nutzen: Die Vorteile reichen von erhöhter Sicherheit über Energieeffizienz und Platzersparnis bis hin zum effektiven Betrieb der Anlagen.

„Mit unserem starken Industrieelektronik-Partner Phoenix Contact Electronics haben wir darum den ersten Schritt getan und den Motorstarter Motus Contactron-Control auf Basis von Hybridtechnologie entwickelt“, erklärt Hubert Lenker, Produktmanager bei Wöhner. „Unser Ziel ist es, neue Produkte für intelligente Industrieanwendungen zu entwickeln, die den Kunden wesentliche Vorteile bieten.“

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Beim Schaffen neuer Maßstäbe hat das Unternehmen reichlich Erfahrung: Seit der Vorstellung des 60mm-Sammelschienensystems Anfang der 80er Jahre wurde dies durch konsequente Weiterentwicklung mittlerweile weltweit zum anerkannten Industriestandard. Meilensteine wie die Eques Technology – Adaptertechnik für Motorabgänge und Leistungsschalter – sowie die Cross-Link Technology folgten.

Motorstarter mit ausgeklügelter Technik

Jüngstes Projekt ist der Motus Contactron-Control, der sich im Wesentlichen durch drei Hauptmerkmale von den bisherigen Motorstartern auf dem Markt unterscheidet:

Als erstes ist er nur 22,5 mm breit. Vergleichbare Wendestarterkombinationen benötigen normalerweise 90 mm Platz. „Durch den Einsatz unseres Motorstarters lässt sich somit, im Vergleich zu herkömmlichen Starterkombinationen, eine Platzersparnis von bis zu 75 Prozent erreichen.“ Hinzu kommt, dass durch die vier Funktionen – linksdrehend, rechtsdrehend, Motorschutz und sicheres Not-Halt – vereint in nur einem Gerät keine zusätzliche Verdrahtung mehr notwendig ist. „Das reduziert die Installationszeit im Vergleich zu herkömmlichen Gerätekombinationen um bis zu 75 Prozent. Das dritte wesentliche Unterscheidungskriterium ist die Hybridschalttechnik.

Hybridschalttechnik bietet einige Vorteile

Dadurch ist das Gerät in der Lage 30 Mio. elektrische Schaltspiele zu realisieren. Anwender können bei Anlagen mit hoher Schalthäufigkeit eine zehnfach längere Lebensdauer einplanen als bei vergleichbaren Motorstartern.

„Die Hybridschalttechnik kombiniert dabei die Vorteile von Halbleiterschaltern mit denen herkömmlicher mechanischer Kontakte und schließt dabei die Nachteile beider Elemente aus“, hebt der Fachmann hervor. „Beim Ein- und Ausschalten übernimmt der verschleißfreie Halbleiter die Schaltarbeit. Für den Dauerstrom und die sichere Trennung sind die mechanischen Kontakte zuständig. Dadurch ist deren Belastung äußerst gering und die Baugröße der Relais lässt sich erheblich reduzieren.

Der integrierte Überlast- und Kurzschlussschutz auf elektronischer Basis reduziert die Verlustleistung und ermöglicht hohe Flexibilität. Mit nur drei Varianten kann ein Strombereich von 0,075 A bis 9 A feinstufig einstellbar bedient werden. Bei herkömmlichen Motorschutzschaltern sind dafür mehr als 16 Varianten erforderlich.“ Das Produkt ist nach ATEX zugelassen, erfüllt auch die Anforderungen der funktionalen Sicherheit in der Sicherheitskategorie 3, Performance Level E. Durch die UL-Approbation ist ein weltweiter Einsatz möglich.

Cross-Link – eine flexible Technologie

Als weiterer Vorteil spielt die Cross-Link-Technology eine wichtige Rolle. Damit lässt sich Motus Contactron-Control einfach und bohrungslose direkt auf dem 60mm-Sammelschienen-System, aber auch auf der DIN-Tragschiene montieren. Das Gerät wird je mit einem Adapter für das 60mm-System Compact oder Classic oder für die DIN-Tragschiene geliefert. Bei abgenommenem Elektronikbaustein bleibt die Zuführung der Netzspannung berührungssicher abgedeckt. Im Überlast- und Kurzschlussfall schaltet die eingebaute Elektronik sicher ab.

„In besonderen schweren Fehlerfällen bieten die integrierten Sicherungen sicheren Schutz. Selbst auf Sammelschienensystemen, bei denen mit sehr hohem Kurzschlussstrom zu rechnen ist, können die Motus Contactron-Control eingesetzt werden“, ergänzt der Experte.

Vorteile des Sammelschienensystems gezielt nutzen

Bei einer hohen Anzahl an Abgängen und vor allem bei Kombination von großen und kleinen Antrieben kommen die Vorteile des Sammelschienensystems zur Geltung. „Viele Anlagen, in denen die großen Verbraucher ein Sammelschienensystem erforderlich machen, haben auch mehrere kleine Antriebe. Wenn diese Abgänge platzsparend und kurzschlussfest aufgebaut sind, lassen sie sich einfach mit auf das Sammelschienensystem setzen. Das schafft Übersichtlichkeit und spart viel Zeit bei Planung und Aufbau.“

Für die größeren Antriebe steht die Eques-Adaptertechnik bis 630 A zur Verfügung. Die kleinen Antriebe bis 4 kW kann man mit dem Motus sicher bedienen. „Somit bietet der Motorstarter nicht nur alleine Vorteile. Die Reaktion unserer Anwender zeigt, dass der Benefit bei der Kombination von großen und kleinen Antrieben auf dem Sammelschienensystem noch deutlicher wird“, freut sich der Produktmanager.

Die nachgewiesene integrierte Sicherheitsfunktion ermöglicht einen Einsatz in sicherheits-relevanten Applikationen. „Gerade in den Bereichen, in denen Antriebe wechselnde Drehbewegungen durchführen müssen, wie bei Verarbeitungs- und Förderanlagen hat die Sicherheit der Bediener absoluten Vorrang.“

Energie und Information: SmartWire-DT mit Motus

Um den Aufwand für die Hilfsstromkreise weiter zu reduzieren, hat Motus Contactron-Control optional ein steckbares Bus-Modul Smart-Wire-DT erhalten. So werden Energieverteilung und Informationsaustausch miteinander verknüpft. „Durch diese Anbindung lassen sich die Anforderungen einer zukunftsweisenden Kommunikation sicherstellen“, zeigt er einen weiteren Pluspunkt auf. „Durch das Busmodul vereinfacht sich die Steuerverdrahtung. Im Zusammenwirken mit den bei Eaton verfügbaren und den noch geplanten Komponenten werden künftige Maschinensteuerungen sehr viel übersichtlicher.“

Es lassen sich Leistungsreserven erschließen und die Sicherheit der Anlage erhöhen. Wichtige Parameter der Energie werden sowohl vor Ort als auch an zentraler Stelle erfasst, ausgewertet und zeitnah verarbeitet. Mittels Gateways kann dies bei Bedarf von jedem Ort der Welt aus erfolgen. Über die Bustechnik können in der Verteilung notwendige Reaktionen vorgenommen werden.

Weil die Innovationsfreude bei Wöhner nicht nachlässt, können die Kunden schon auf die nächsten Entwicklungen gespannt sein. Hubert Lenker: „Wir werden die Sammelschienen-Systemtechnik natürlich weiter ausbauen. Ein ganz wichtiges Augenmerk legen wir auf die Erfüllung individueller Kundenwünsche mittels innovativer Lösungen. Aktuell sind weitere elektronische Gerätekomponenten für den Einsatz auf Cross-Link-Adaptern geplant.“

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