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Von Profibus auf Profinet umsteigen In null Komma nichts auf Profinet IRT migrieren

| Autor / Redakteur: Andreas Schwope* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Heute erwartet die Fertigungsindustrie von vielen Automatisierern den Umstieg vom herkömmlichen Feldbus auf einen Ethernet-basierten Standard, etwa von Profibus auf Profinet. Keine einfache Aufgabe. Eine sorgfältige Untersuchung der Implementierungsalternativen ist hilfreich. Welches Konzept das richtige ist? Es kommt drauf an.

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Damit die Umstellung von Profibus auf Profinet nicht zum Problem wird, sollte beim Umstieg Einiges beachtet werden.
Damit die Umstellung von Profibus auf Profinet nicht zum Problem wird, sollte beim Umstieg Einiges beachtet werden.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Gegenüber den extrem kurzen Zyklen in der Unterhaltungselektronik ist Industrieautomatisierung bekannt für ihre relativ komfortable Innovationsgeschwindigkeit. Dies hängt mit den enormen Werten zusammen, die hinter Produktionsanlagen stehen, und aus dem großen finanziellen Schaden, der bei einer verfrüht in die Fertigungslinie eingeführten Innovation entstehen kann. Trotz dieser prinzipiell konservativen Denkweise gibt es in der Industrieautomatisierung jedoch Trends zum Beispiel zur Vereinheitlichung der physischen Kommunikationsinfrastruktur vom Schreibtisch des Vorstandsvorsitzenden bis zum Sensor in der Fertigungslinie. Das gängige Medium für solche Kommunikationsaufgaben ist Ethernet. Damit einhergehend entstanden neben den bestehenden Feldbussen jüngere und attraktivere Derivate auf Ethernet-Basis. Heute erwarten die Kunden von vielen Automatisierungsausrüstungsherstellern den Umstieg vom herkömmlichen Feldbus auf einen Ethernet-basierten Standard. Weil diese Unternehmen in der Regel aber nur Experten für ihre spezielle Anwendung, nicht aber so sehr für den Feldbus sind, ist dies keine einfache Aufgabe. Damit kann die Umstellung von Profibus auf Profinet - die entsprechende Technologie auf Ethernet-Basis - zum Problem werden, wenn der Umstieg nicht richtig erfolgt. Eine sorgfältige Untersuchung der Implementierungsalternativen ist hilfreich, um die im Hinblick auf die technischen, kommerziellen und terminbezogenen Anforderungen bzw. Möglichkeiten für den Anwender am besten passenden auszuwählen.

Profinet ist kein monolithischer Standard, eher Welt umspannend und versucht, fast jede mögliche Anforderung eines Industrieautomatisierungssystems abzudecken. Die grundlegende Dokumentation alleine umfasst mehr als 1300 Seiten, Tendenz steigend. Wie bei anderen Standards sind sie auf Vollständigkeit ausgelegt und nicht auf einfache Lesbarkeit. Streng vereinfacht lassen sich Profinet-Geräte einteilen in

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  • drei Konformitätsklassen (CC-A, CC-B und CC-C), und
  • zwei Echtzeit-Klassen (RT und IRT).

Die Konformitätsklassen beschreiben die Dienste, die in einem Profinet-Gerät implementiert sind. Sie beeinflussen vor allem die Komplexität der Profinet-Stack-Software. Die Echtzeit-Klassen allerdings haben einen direkten Einfluss auf die möglichen Hardware-Optionen. Sie sind rückwärts-kompatibel: Ein CC-C-konformes Profinet-Gerät erfüllt auch CC-B, und ein IRT-fähiges Profinet-Gerät unterstützt ebenfalls RT. Wenn also ein Kunde einen Entwickler um die Implementierung von CC-C und IRT bittet, ist die Entscheidung einfach. Was allerdings, wenn der Kunde zufrieden ist mit CC-B und RT? Sollte man dann nur genau dies implementieren, oder nach dem Optimum streben, und sicherstellen, dass das Profinet-Gerät die Anforderungen aller Profinet-Netzwerke erfüllen kann? Diese Frage lässt sich weder mit einem einfachen „Ja“, noch mit einem „Nein“ beantworten.

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