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Gebäudeautomation Integrierter Planungsansatz ermöglicht Regelung nach Bedarf beim PumaVision Headquarters

| Redakteur: Reinhard Kluger

Ausschließlich regenerative Energiequellen versorgen die neue Puma-Unternehmenszentrale in Herzogenaurach. Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen werden konsequent nach Bedarf geführt und Lichter abgeschaltet, wenn das Tageslicht ausreicht oder sich niemand im Raum aufhält. Ein ausgefeiltes Gebäudeautomationskonzept bildet die Grundlage für die hohe Gebäudeenergieeffizienz.

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Auch Rennfahrer stattet Puma aus, zum Beispiel Sebastian Vettel, Mark Webber, Fernando Alonso und Felipe Massa.
Auch Rennfahrer stattet Puma aus, zum Beispiel Sebastian Vettel, Mark Webber, Fernando Alonso und Felipe Massa.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nachhaltigkeit liegt im Trend, gerade auch bei Sportlifestyle-Unternehmen. So verwundert es nicht, dasss die erste klimaneutrale Unternehmenszentrale der Branche in Herzogenaurach steht. errichtet von Puma: „PUMAVision Headquarters“ nennt Puma das Projekt, das nicht nur auf innovative Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik mit thermisch aktivierten Betondecken basiert, sondern auch auf fassadenorientierte Ventilator-Konvektoren, Fernwärme, umschaltbaren Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen, Teilklimaanlagen und Einzelraumreglern. Zum Zuge kommt auch regenerativ erzeugter Strom aus mehreren Energiequellen: Strom von der Lichtblick AG, Hamburg, von einem 1.000 m² großen Photovoltaik-Kraftwerk auf dem Dach des Puma-Stores, weiteren 140 m² Photovoltaik-Modulen in den Fassaden sowie einer Windparkanlage in der Türkei als Ausgleichsprojekt.

Zusammenarbeit schafft Effizienz

Um den regenerativ erzeugten Strom möglichst effizient einzusetzen, arbeiteten HLK- und Elektroplaner sowie die Regelungsspezialisten von IPM, Solution Partner der Siemens-Division Building Technologies, von Beginn des Planungsauftrages an eng zusammen. Die Erfahrung zeigt, dass die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes in starkem Maße von der Dimensionierung der Wärme- beziehungsweise Kälteerzeuger, von der Hydraulik, der Aufteilung der Regelkreise sowie von gewerkeübergreifenden Verknüpfungen, beispielsweise zu Beleuchtung und Sonnenschutz, abhängig ist. Ralf Habermann, Geschäftsführer des Systemhauses IPM, bestätigt diese Marktentwicklung: „Der Trend geht zu mehr und zu komplexeren Funktionalitäten. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis vieler Bauherren und Planer nach gewerkeübergreifenden Lösungen. Es ist schon erstaunlich, welche Möglichkeiten Gebäudeautomationssysteme heute bieten.“ Auch bei der Konzeption der Hydraulik war das Know-how der Regelungsspezialisten gefragt, zumal die im Verwaltungsgebäude realisierte Betonkerntemperierung generell als hydraulisch und regelungstechnisch sehr anspruchsvoll gilt.

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Geheizt wird nur, wenn einer da ist

Die Regelung des thermoaktiven Bauteilsystems im Büro-Gebäude erfolgt über speziell von Siemens entwickelte und im Labor getestete Regelungsmodule auf der Basis der Automationsstation Desigo PX. Erste Betriebserfahrungen zeigen: Die Betonkerntemperierung(BKT)-Heizung schaltet bereits bei einer Außentemperatur von circa 12 °C ab; das Büro-Gebäude heizt sich dann selbst. Um ein individuelles Nachheizen beziehungsweise Nachkühlen über die Einzelraumregelung zu gewährleisten, wird die BKT über die Ermittlung der Raumlasten bedarfsabhängig vom Sommer- zum Winterbetrieb geführt.

Ähnlich wie bei der BKT-Regelung setzte IPM auch bei der Einzelraumregelung (ERR) vorgetestete Makros aus dem Desigo-Programm ein, die sich individuell anpassen lassen. Neben der bedarfsgeführten Heizung, Kühlung und Lüftung sind in den meisten Fällen auch Beleuchtung und Sonnenschutz mit auf die Raumregler RXC geschaltet. Ein Großteil der Bürobeleuchtung wird durch Präsenzmelder und Dämmerungsschalter übersteuert, das heißt, befindet sich niemand am Arbeitsplatz oder wenn das Tageslicht ausreicht, schaltet sich das Licht im jeweiligen Raum automatisch ab.

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