Cloud-Kommunikation

Kommunikationslösungen für die Fabrik von morgen

| Redakteur: Ines Stotz

Im Industrial Internet of Things (IIoT) geht es weniger um Dinge als vielmehr um Daten.
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Im Industrial Internet of Things (IIoT) geht es weniger um Dinge als vielmehr um Daten. (Bild: HMS)

Wer heute auf die Integration cloudbasierter Kommunikationslösungen verzichtet, nur weil es bislang noch kein standardisiertes Patentrezept gibt, läuft Gefahr den Anschluss zu verpassen. Der Weg zum Ziel ist mit Sicherheit nicht geradlinig, aber jetzt loszulaufen ist erfolgversprechend.

Es braucht keine Glaskugel um sagen zu können, dass in fünf bis zehn Jahren cloudbasierte Datenspeicherung und die entsprechende Analyse in der Automatisierungstechnik Stand der Technik sein werden. Das meint Thilo Döring, Geschäftsführer bei HMS Industrial Networks in Karlsruhe und schlägt vor: „Bevor man über die Zukunft industrieller Anlagen spricht und welche Rolle datenbasierende Geschäftsmodelle dabei künftig spielen, sollte man einen Blick auf den aktuellen Stand der Technik werfen.“ Typischerweise sind industrielle Anlagen mit mindestens einer oder mehreren Speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) ausgerüstet. Wo mehrere SPSen im Einsatz sind, stammen sie nicht selten von unterschiedlichen Herstellern. Nach heutigem Stand verbleiben in den meisten Anwendungen Prozess- und Anlagedaten noch in der Fertigungsebene, werden also nicht auf Planungsebene genutzt. Zudem sind vielen Geräteherstellern, Anlagenbauern, Maschinenbauern und Systemintegratoren nach wie vor die Vorteile unklar, die Industrie 4.0 bzw. IIoT allen Beteiligten in diesem Zusammenhang bringen kann. Thilo Döring benennt deshalb einige der Vorteile im Kurzüberblick:

Industrie 4.0 / IIoT bringen Vorteile

Während der Produktion fallen in der Anlage Unmengen an Daten an. Sammelt man diese Daten zentral und analysiert sie mit den entsprechenden Tools, lassen sich Fertigungsprozesse optimieren, das ist keinem neu. Weitere Vorteile entstehen jedoch, wenn man diese Daten in der Cloud ablegt, denn dann können sie Anlagenbetreiber gemeinsam mit ihren Geräteherstellern oder Maschinenlieferanten untersuchen und zusammen Prozesse verbessern.

Für Maschinenbauer entsteht über cloudbasierte Datenspeicherung und Analyse die Möglichkeit, Wartungsverträge und -zyklen ideal an die Bedürfnisse der Anwender anpassen. Zudem wird in vielen Fällen Fernwartung möglich und bei Problemen kann aus der Ferne geholfen werden. So lassen sich viele Anlagenstillstände vermeiden oder Stillstandzeiten deutlich verkürzen. Auch vorausschauende Wartung wird damit einfacher. Zudem lassen sich Pay-per-Use-Anwendungen mit Cloud-Lösungen sehr gut realisieren: Anbieter von Dienstleistungen oder Arbeitsmitteln können ihre Vertriebskonzepte dahingehend umstellen, dass der Verbraucher nur das bezahlt, was er wirklich auch nutzt. Wenn bei Verbrauchsgütern Nachschub geliefert werden muss, lassen sich automatisiert Bestellungen auslösen und dadurch die Logistik vereinfachen.

Zusätzlich profitiert auch der Anlagenbetreiber durch die cloudbasierte Datenspeicherung und Analyse von der vorausschauenden Wartung und standortübergreifenden Optimierung von Materialfluss und Logistik.

Vorbehalte in der Cloud-Kommunikation überwinden

Aus theoretischer Sicht überzeugen die möglichen Vorteile Gerätehersteller, Anlagenbauer, Maschinenbauer und Systemintegratoren längst. Allerdings müssen diese Vorteile auch in der Praxis nutzbar werden. Hier stößt die Cloud-Kommunikation auf ganz unterschiedliche Vorurteile und Hürden. „Da in dem Bereich noch Standards fehlen, haben viele unter anderem Angst aufs falsche Pferd zu setzen“, schätzt der HMS-Chef und stellt klar: „Deshalb abzuwarten und erst einmal nicht aktiv zu werden, ist jedoch das Schlechteste was man tun kann.“ Denn auch in puncto Cloud-Kommunikation gelte: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Wer frühzeitig in die Technologie einsteigt, laufe natürlich Gefahr, die falsche Technologie zu wählen. „Aber mit der gesammelten Erfahrung einen Richtungswechsel einzuleiten ist einfacher, als völlig unerfahren und verspätet in die Thematik einzusteigen und bis dahin Mitbewerbern den Markt zu überlassen.“

Eine weitere Einstiegshürde liegt darin, dass in industriellen Anlagen ganz unterschiedliche Steuerungen und Kommunikationsbusse eingesetzt werden. Eine passende Lösung für die Cloud-Kommunikation zu finden, ist nicht ganz einfach. Auch die teilweise verhältnismäßig hohen Investitionen schrecken viele ab. Richtig genutzt spart man jedoch die Mehrkosten für die Kommunikationslösung im laufenden Betrieb sehr schnell durch die erzielten Effizienzsteigerungen wieder ein.

Ist sicher wirklich sicher?

Neben fehlendem Wissen um die Vorteile cloudbasierter Kommunikationslösungen und die bereits vorhanden Lösungen entscheidet oft noch die Angst gegen den Einsatz. Ist die Datenübertragung wirklich sicher? Schaffe ich nicht Einfallstore für Hacker in meine Produktion? Wem gehören die Prozessdaten, dem Anlagenbetreiber oder dem Maschinenbauer bzw. Gerätehersteller oder Systemintegrator? Um auf diese Fragen Antworten geben zu können, haben die Experten für industrielle Kommunikation von HMS auch im vergangenen Jahr ihre Produkte kontinuierlich weiterentwickelt. So wurden ihre Kommunikationslösungen nach der ISO27001 zertifiziert. Die Norm befasst sich mit Informationssicherheit innerhalb von Organisationen und spezifiziert Anforderungen für Einrichtung, Umsetzung, Aufrechterhaltung und fortlaufende Verbesserung eines dokumentierten Informationssicherheits-Managementsystems. „Dank dieser und einer STAR Zertifizierung, also dem Security Test Audit Report, haben Anwender die Sicherheit, dass ihre Daten mit unseren Lösungen auch wirklich sicher übertragen und abgelegt werden“, erklärt Thilo Döring.

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