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Klimatechnik Kühle Energie

Redakteur: Carina Schipper

Damit Kunststoffteile aushärten, braucht es neben kalten Werkzeugen auch niedrige Temperaturen für die Hydraulik. Mithilfe einer gleitenden Kondensations-Temperaturregelung und einer Winterentlastung durch freie Kühlung Kältetechnik spart ein Spritzgussbetrieb über 40.000 Euro im Jahr.

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Bei einer maximalen Umgebungstemperatur von 35° C liegt die benötigte Wasservorlauftempertaur für die Werkzeugkühlung bei zehn ° C, heißt es aus Sundern.
Bei einer maximalen Umgebungstemperatur von 35° C liegt die benötigte Wasservorlauftempertaur für die Werkzeugkühlung bei zehn ° C, heißt es aus Sundern.
(Bild: L&R Kältetechnik)

Astroplast Kunststofftechnik stellt Spulen für wickelfähige Produkte wie Kabel oder Drähte und technische Formteile mit Gewichten bis zu 12 kg her. Die Kühlung spielt über die gesamte Prozesskette hinweg eine wichtige Rolle. L&R Kältetechnik hat die Rahmenbedingungen der Produktion des Spritzgussbetriebs untersucht. Das Ergebnis: Eine energieeffiziente Split-Kältemaschine sorgt für kühle Werkzeuge. Die Hydraulikkühlung übernimmt ein selbstentleerender Freikühler. Bei einer maximalen Umgebungstemperatur von 35° C liegt die benötigte Wasservorlauftempertaur für die Werkzeugkühlung bei zehn ° C, heißt es aus Sundern. Die Kälteleistung dabei beträgt 200 kW. Die Kühlung der Hydraulikaggregate bei einer Vorlauftemperatur von 30° C verlangt 250 kW. Im gesamten System setzt L&R das umweltfreundliche Kältemittel R 134a ein.

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Die Steuerung Vari-Kon regelt die Anlage und gewährleistet eine gleitende Kondensationstemperatur. Übliche Kältemaschinen arbeiten mit einer festen Kondensationstemperatur von rund 47° C. So viel Wärme erfordern aber nur hohe Außentemperaturen von etwa 35° C. Ist es draußen kühler, sinkt auch der Wert für Kondensation entsprechend. Bei acht ° C in der Umgebung beispielsweise, reichen der Kältemaschine 20° C Kondensationstemperatur aus. Mit der Temperatur verändert sich analog die Leistungsaufnahme des Verdichters, was Energie einspart, erklären die Entwickler.

Neben dem Kondensationsverfahren nutzen die Sauerländer durch Freikühlung beispielsweise die kalte Winterluft, was die Energiekosten weiter reduziert. Im Sommer wechselt der Freikühler auf die Hydraulikseite. Damit wächst die Wärmetauscherfläche für die Hydraulikkühlung. Durch die gleitende Kondensationstemperaturregelung fallen pro Jahr rund 28.800 Euro weniger Kosten für Energie an. Die Steuerung und die Winterentlastung steigern die jährlichen Einsparungen auf 41.000 Euro, versprechen die Kältetechniker. Die bei der Hydraulikkühlung entstehende Wärme nutzt Astroplast über ein angeschlossenes Wärmerückgewinnungssystem zur Hallenbeheizung.

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