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Intelligente Verbindungstechnik Leben im Selbstversorger: Die Gebäudetechnik der Zukunft

| Redakteur: Sariana Kunze

Das Haus der Zukunft soll nicht nur Verbraucher, sondern auch Energieerzeuger sein. Bei den Schlagworten Smart Building und Smart Home spricht man von Gebäuden, die mittels Bussystem automatisiert und vernetzt sind. Durch die Automatisierung werden diese Gebäude zu Null- oder Plusenergiehäusern. Ein solches Nullenergiehaus ist das Ecolar Home in Konstanz.

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( Kunze/elektrotechnik)

Was früher ganz alltäglich und während Kriegszeiten lebensrettend war, wird heute als Hippie-Lebensstil abgetan: Ein Leben als Selbstversorger. Doch durch das zunehmende Interesse an Energieeffizienz und Smart Grid im Bereich Wohnen könnten wir in naher Zukunft wieder zum Selbstversorger-Leben zurückkehren - als moderne Strom-Selbstversorger.

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Ein Nullenergiehaus wie das Ecolar Home der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) in Konstanz ist ein Beispiel für diese modernen Selbstversorger. Die Studenten der Fakultät Architektur und Gestaltung (Fachbereich energieeffizientes Bauen) erhielten die Aufgabe, ein energieautarkes Haus der Zukunft zu bauen, das möglichst nachhaltig und energieeffizient ist. Das Projektteam, unter der Leitung von Prof. Thomas Stark, bastelte aus den Wörtern „ecologic“, „economic“, „solar“ und „modular“ den Namen „Ecolar“.

Mit der Unterstützung von 60 Sponsoren realisierten die Studenten ein 70 m2 großes, einstöckiges Holzhaus aus sechs flexiblen Modulen, wovon vier als Innenräume und zwei als Freibereiche konzipiert wurden. Sowohl Material als auch die Geräte wurden in einem Gesamwert von 1,5 Mio. Euro komplett gesponsert.

Der Kampf der Sonnenhäuser

Das Konzept Ecolar Home trat bei dem internationalen Wettbewerb „Solar Decathlon Europe 2012“ in Madrid gegen 19 andere studentische Teams an. Innerhalb von 12 Tagen ohne Pause errichteten 40 Studenten das Sonnenhaus. 16 Tage lang stand das Gebäude zusammen mit den Mitstreitern für rund 220.000 Besucher offen. Eine Jury prüfte in dieser Zeit die Gebäude in zehn Disziplinen auf Herz und Nieren. Bei dem „solaren Zehnkampf“ überzeugten die Konstanzer Studenten und wurden mit dem 4. Platz in der Gesamtwertung belohnt. Im Vorfeld waren an dem Projekt jedoch über 100 Studierende aus sechs Fakultäten der HTWG beteiligt. Ihre Aufgaben reichten von der Organisation der Sponsoren über die Konzeption von Gebäude, Innenraum, Nachhaltigkeit und Ökologie bis hin zum Transport der Ecolar-Elemente nach Madrid.

Das Nullenergiehaus besteht komplett aus Holz. In einem Superschrank sind alle Möbel (Esstisch, Stühle, Bett), die Nasszelle, die Küche und die Technik untergebracht und können jederzeit ausgefahren oder aufgeklappt werden. Das Dach ist das Kraftwerk des Hauses, denn die komplette Fläche ist mit Dünnschicht-Photovoltaikmodulen bestückt. Auch über den Freibereichen und an Teilen der Seitenwände sind Solarzellen eingesetzt. Die Verkabelung erfolgt über die strahlenvernetzten Ölflex Solar XLR Leitungen von Lapp. Die Anbindung der Solaranlage an der Wechselstromseite übernehmen Ölflex Classic 130 H Leitungen.Um den Energieverbrauch des Gebäudes so gering wie möglich zu halten, erfolgt die Klimatisierung passiv.

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Solar Decathlon Europe

Der Solar Decathlon ist ein architektonischer sowie energietechnischer Wettbewerb, der vom US-Energieministerium ausgelobt wird mit dem Ziel, ein energieautarkes Gebäude zu entwerfen. Die Häuser dürfen ihren Energiebedarf nur über selbst produzierten Solarstrom decken. Der Zehnkampf findet alle zwei Jahre (2014 in Versailles) statt. Für den Wettbewerb werden 20 studentische Teams aus der ganzen Welt zugelassen, die je ein von der Sonne betriebenes Haus planen und bauen. Inhalt des Wettbewerbs ist es, ein Haus für zwei Personen zu bauen, dass sich in den zehn Disziplinen Achitektur, Technisches Konzept, Energieeffizienz, Energiebilanz, Wohnqualität, Haustechnik, Kommunikation, Marktfähigkeit, Innovation und Nachhaltigkeit bewähren muss. Die Ergebnisse sollen zeigen, dass bereits heute eine optimale Verbindung von Energieeffizienz, Ökologie und Wirtschaftlichkeit möglich ist.

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