Ethernet-Kommunikation

Mehr Netzstabilität durch intelligente IP-Vernetzung

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Vorhandene Telekommunikationsleitungen für moderne IP-Vernetzung nutzbar

Die Überwachung aus der zentralen Leittechnik erfolgt deshalb heute größtenteils auf der Grundlage von TPC/IP über das IEC-Protokoll 60870-5-104. Das gesamte Kommunikationsnetz der Stadtwerke Bad Pyrmont umfasst aktuell rund 115 km. Die neue IP-Übertragung und das wachsende Energienetz stellten die Stadtwerke aber vor weitere Herausforderungen. So ist die Ethernet-Kommunikation jetzt deutlich schneller, erfordert jedoch speziell geschirmte Ethernet-Leitungen, die eine maximale Distanz von 100 m überbrücken können. „Glasfaser-Leitungen wären aufgrund ihrer hohen Reichweite und Datenrate sicher eine gut Lösung gewesen“, erläutert Thorsten Hamann, Techniker im Bereich Netzleittechnik und Energiedaten-Management. „Allerdings konnten wir die Kosten insbesondere hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung nicht abschätzen. Die Glasfaser-Leitungen hätten wir neu verlegen müssen, was einen hohen Kostenaufwand in puncto Material und Personal bedeutet“.

Zur Sicherstellung der Netzstabilität müssen die Stadtwerke die relevanten Daten erfassen und bei Bedarf entsprechend reagieren. Vor diesem Hintergrund verwenden sie bei Neu- oder Ersatzinstallationen moderne Technik. So werden in diesem Bereich seit 2013/14 Unmanaged Ethernet-Extender von Phoenix Contact genutzt. Etwa 30 km sind bereits mit der SHDSL-Technik realisiert worden. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass von der maximal möglichen Datenrate der SHDSL-Leitung von 15 MBit/s weniger als ein Drittel für die Datenerfassung benötigt wird. Die Stadtwerke setzen hier vorhandene Telekommunikationsleitungen aus 1960er Jahren ein, müssen also kein neues Übertragungsmedium verlegen und brauchen nur je einen Ethernet-Extender in der jeweiligen Außenstation. Die SHDSL-Technik erlaubt die Ethernet-Kommunikation über beliebige Zweidrahtleitungen mit einer Reichweite bis 20 km. „Neben dem wirtschaftlichen Aspekt hätte die Stadt Bad Pyrmont der Verlegung von Glasfaser-Leitungen im Stadtgebiet kaum zugestimmt“, erklärt Frank Jakob. „Wegen der Lärmentwicklung sind Tiefbauarbeiten während der Kursaison nur schwer durchsetzbar“.

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