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Steuerungssystem Mit dem Skilift reibungslos zum Pistenspaß

Redakteur: Sariana Kunze

Mit selbst entwickelter Software und einer fehlersicheren Steuerung will die Firma Tscharner Technik den reibungslosen Betrieb von Seilbahnen und Skiliften sicherstellen. Da selbst bei einer einfachen Pendelbahn rund 20 Sicherheitsaspekte permanent überwacht werden müssen.

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Die Firma Tscharner Technik rüstet Seilbahnen und Skilifte mit Steuerungssystemen aus und setzt dazu auf eine Kombination aus inhouse entwickelter Software und fehlersicheren Steuerungen.
Die Firma Tscharner Technik rüstet Seilbahnen und Skilifte mit Steuerungssystemen aus und setzt dazu auf eine Kombination aus inhouse entwickelter Software und fehlersicheren Steuerungen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das erste Projekt, in dem eine Kombination aus einer selbst entwickelten Software sowie fehlersicheren Steuerungen von Siemens kommt, realisierte das Unternehmen Tscharner Technik bei zwei Einzelskilifte und einen Doppelskilift im Skigebiet Rosswald bei Brig in der Schweiz. Das Chalet-Dorf Rosswald verfügt über fünf Schlepplifte, die am Fuße von Falluhorn und Fülhorn auf bis zu 2.536 m Höhe reichen. Mehrere schwarze Pisten führen von ganz oben hinab, durch das Dorf führen eine blaue und eine rote Piste, die vom Doppelschlepplift erreicht werden.

Bremssysteme werden kritisch bewertet

Die Simatic CPU (Central Processing Unit) 1510-SP-F basiert auf einer dezentralen Peripherie ET 200SP, berechnet alle für die Seilbahn relevanten Daten wie Geschwindigkeit und Beschleunigung und kommuniziert diese an den Antrieb weiter.
Die Simatic CPU (Central Processing Unit) 1510-SP-F basiert auf einer dezentralen Peripherie ET 200SP, berechnet alle für die Seilbahn relevanten Daten wie Geschwindigkeit und Beschleunigung und kommuniziert diese an den Antrieb weiter.
(Bild: Tscharner Technik)

Mit einem neuen Steuerungssystem berechnet Tscharner Technik alle für die Seilbahn relevanten Daten wie Geschwindigkeit und Beschleunigung und kommuniziert diese an den Antrieb weiter. Im Störungsfall ist über eine VPN (Virtual Private Network)-Verbindung die Fernwartung jederzeit möglich. Der Betrieb von Skiliften unterliegt strengen Normen und Sicherheitsvorschriften. Allein bei einer einfachen Pendelbahn müssen rund 20 Sicherheitsaspekte permanent überwacht werden. Besonders kritisch zu bewerten seien die drei Bremssysteme. Diese Bremssysteme überwachen sich gegenseitig und lösen bei einer Fehlfunktion einen Not-Stop aus. Tscharner hat sich für seine Steuerungssysteme für Produkte aus der Simatic S7-1500-Familie von Siemens entschieden. Im konkreten Fall verwendet das Unternehmen eine kompakte CPU (Central Processing Unit) 1510-SP-F auf Basis der dezentralen Peripherie ET 200SP. Im Rahmen einer Weiterentwicklung der Software wurde auch die Visualisierung erneuert.

Zwei-Taster-Philosophie für klare Visualisierung

Um den teilweise wechselnden Saison-Mitarbeitern die Handhabung so einfach wie möglich zu machen, setzt Tscharner auf eine einfache, klare Visualisierung. Dazu greift das Unternehmen auf die Zwei-Taster-Philosophie zurück: Mit einer Taste wird die Anlage zunächst quittiert und mit einem zweiten Taster dann gestartet. Auf einer übersichtlichen Darstellung hat der Anwender den Status der gesamten Anlage im Blick. Als Panel kommt hier ein großes sieben Zoll Simatic HMI (Human Machine Interface) Touchpanel zum Einsatz. Die Kommunikation der Daten vom und zum Antrieb erfolgt über den offenen Industrial-Ethernet-Standard Profinet. Für die optimale Wartung im Störungsfall benötigt die Anlage nicht unbedingt eine Internetverbindung. Auch ein GSM (Global System for Mobile Communications)-Modem, über das das Steuerungssystem via VPN-Tunnel mit dem Server der AVM Engineering AG (AVM) kommuniziert, genügt, um den Remotezugriff zu ermöglichen. AVM ist Spezialist für die industrielle Automation und kann das Bedienpersonal der Skilifte über Fernwartung jederzeit und überall unterstützen.

Steuerungssystem in Nepal in Betrieb genommen

Die Zusammenarbeit von Tscharner und AVM in Kombination mit den Siemens-Komponenten wurde mittlerweile ausgeweitet. So wurde Ende 2018 in Nepal eine Doppelpendelbahn in Betrieb genommen, die auf über 3.200 m Höhe bis zu 20 Personen befördern kann. Nach nur zwei Wochen Projektzeit konnte die Bahn an den Betreiber übergeben werden.

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