7 Experten zum Thema IO-Link - Teil 1

Nachgefragt: Welcher Mehrwert resultiert aus dem Einsatz von IO-Link?

| Autor / Redakteur: Ines Näther / Ines Stotz

IO-Link rückt vor: So präsentierte sich das Kommunikationssystem auf der SPS IPC Drives mit einer Rekord-Geräteanzahl: 127 Geräte von 29 Herstellern.
IO-Link rückt vor: So präsentierte sich das Kommunikationssystem auf der SPS IPC Drives mit einer Rekord-Geräteanzahl: 127 Geräte von 29 Herstellern. (PNO)

Seit Kurzem steht das Kommunikationssystem IO-Link als Internationaler Standard nach IEC 61131-9 weltweit zur Verfügung. Um es künftig noch stärker ins Blickfeld potenzieller Anwender rücken, wird es Aufgabe sein, den Mehrwert und die neuen Lösungsmöglichkeiten den Maschinenbauern, Systemintegratoren und Anlagenbetreibern, aufzuzeigen. Wir haben uns bei sieben IO-Link-Experten umgehört, welche technischen und wirtschaftlichen Vorteile IO-Link den Anwendern bietet?

Jochen Lorenz:Leiter des Steering Committee IO-Link
Jochen Lorenz:Leiter des Steering Committee IO-Link (PNO)

Jochen Lorenz, Leiter des Steering Committee IO-Link: IO-Link bietet wesentliche Vorteile in allen Bereichen, von der Entwicklung und Konstruktion im Maschinenbau, Montage- und Inbetriebnahmen und Betrieb von Anlagen bis zur Wartung und Reparatur von Maschinen und Anlagen. Durch dessen Einsatz kann der Aufwand und damit die Kosten deutlich reduziert werden.

Das wird erstens erreicht durch eine Vereinfachung der Verkabelung, das heißt, die Mehrfachverdrahtung wird durch IO-Link ersetzt; analoge, binäre und serielle RS232-Schnittstellen werden überflüssig. Dabei lässt sich das heute standardmäßig verwendete 3-polige Sensorkabel (ohne Schirmung) wieder verwenden. Der zweite Punkt ist die Automatisierung der Parametrierung, das bedeutet eine automatisierte Parametrierung durch Funktionsbausteine und eine toolunterstützte Parametrierung. Dritter Faktor ist eine erweiterte Diagnose, dazu gehört die Diagnose, auch Ferndiagnose bis auf Feldgeräteebene, Kabelbrucherkennung und geräteabhängige Diagnose über IO-Link.

Durch den Einsatz von IO-Link bei Montage und Inbetriebnahme lassen sich nach Aussagen unserer Kunden bis zu 30 Prozent der Kosten einsparen. Im laufenden Betrieb sind, ebenfalls laut Kundenaussagen, durch höchste Anlagentransparenz, zum Beispiel durch Auslesen von Geräteinformationen bis aus der Feldebene, die Stillstandszeiten um bis zu 40 Prozent reduzierbar.

Erst mit IO-Link ist es überhaupt möglich, etwa eine Anlage im laufenden Betrieb umzuparametrieren. Hierzu ein einfaches Beispiel: Eine Maschine produziert und meldet plötzlich, dass der Farbsensor verschmutzt ist. Bisher musste die Maschine gestoppt, der Sensor ausgetauscht und vor Ort neu parametriert werden. Mit IO-Link findet eine automatische Nachparametrierung entsprechend Verschmutzungsgrad statt. Die Maschinekann weiter produzieren, der Austausch kann während der Produktionsfreien Zeit erfolgen. Beim notwendigen Ersetzen eines Sensors wird der ausgetauschte Sensor automatisch vom IO-Link Master mit den aktuellen Parametern versorgt. Ein Parametrieren vor Ort ist nicht mehr notwendig.

Albert Feinäugle:Leiter Marketing Services bei Balluff
Albert Feinäugle:Leiter Marketing Services bei Balluff (Balluff)

Albert Feinäugle, Leiter Marketing Services bei Balluff: IO-Link ist eine feldbusunabhängige nach IEC 61131-9 international zertifizierte Punkt-zu-Punkt Verbindung unterhalb der Bussysteme. Diese ermöglicht dem Maschinen- und Anlagenbauer eine einfache, transparente und Zeit sparende Installation aller Sensoren und Aktoren in seiner Maschine. IO-Link sorgt für schnelle und übersichtliche Installationskonzepte mit fertig konfektionierten Leitungen, wo bisher Sondersteckverbindungen, Parallelverdrahtung und manuelle Kabelkonfektion die Installation erschwerten. Damit entstehen schlanke, flexible und kostengünstige Anlagen, die schneller produktionsbereit beim Kunden stehen.

Erstmals erlaubt IO-Link den einfachen, ungehinderten und kostengünstigen Zugriff auf Parameter und Diagnoseinformation in den Sensoren und Aktoren. Eine Parametrierung aller Sensoren und Aktoren von zentraler Stelle aus wird endlich Wirklichkeit - manuell oder auch vollständig automatisiert. IO-Link spart Zeit, Material und Geld und bietet vielfältige Vorteile für Hersteller wie Betreiber gleichermaßen.

Torsten Budde:Produktmanager Feldbussysteme bei Beckhoff Automation
Torsten Budde:Produktmanager Feldbussysteme bei Beckhoff Automation (Beckhoff)

Torsten Budde, Produktmanager Feldbussysteme bei Beckhoff Automation: Mit IO-Link ist eine einheitliche Schnittstelle mit einfacher Verdrahtung auf der Sensor/Aktorebene geschaffen worden, die eine schnelle Inbetriebnahme und eine Integration von komplexen Sensoren an alle gängigen Feldbussysteme vereinfacht. Beckhoff liefert ein umfangreiches Programm an Feldbuskomponenten. Durch die große Auswahl an I/O-Komponenten lassen sich alle gängigen I/Os und Feldbussysteme mit der IO-Link-Schnittstelle und somit der Sensor/Aktorebene verbinden. Es ist eine beliebige Kombination von IO-Link-Teilnehmern und Sensoren/Aktoren ohne IO-Link-Schnittstelle am IO-Link-Master möglich. Die verbundenen IO-Link-Teilnehmer können durchgängig identifiziert, diagnostiziert und bei Bedarf einfach getauscht werden, ohne eine erneute Parametrierung durchführen zu müssen. Dies führt zu einer schnellen Projektierung, reduziertem Aufwand bei der Fehlersuche, weniger Stillstandzeiten bei Produktwechsel und somit neben den neuen technischen auch zu wirtschaftlichen Vorteilen.

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