ODVA

Neue Ausgaben von „The CIP Networks Library“ mit Spezifikationenverbesserungen

26.10.2009 | Redakteur: Sariana Kunze

Simon Seereiner, Portfoliomanager bei Weidmüller Interface
Simon Seereiner, Portfoliomanager bei Weidmüller Interface

Die ODVA hat die Veröffentlichung neuer Spezifikationsversionen für CIP-Netzwerke bekannt gegeben, die eine Verbesserung der Ethernet/IP-, DeviceNet-, CompoNet-, und ControlNet-Technologie darstellen.

Diese neuen Ausgaben sind die erste Aktualisierung der Spezifikationen für 2009 und erhalten wichtige neue Erweiterungen für Anwender, die offene Netzwerke in der Fertigungsautomation für so viele Anwendungen wie nur möglich implementieren möchten.

Insgesamt beinhalten diese neuen Ausgaben 14 Spezifikationsverbesserungen

Da die Verteilung der Steuerspannung einen Anteil mit hohen Kosten und hohen Risiken bei Entwicklung und Aufbau von Maschinen darstellt, können durch den Einsatz vonmodularen Stromverteilungssystemen signifikante Einsparungen erzielt werden. Allerdings werden in der Fabrikautomation üblicherweise viele verschiedene Steuerspannungen verwendet und die Endanwender haben gefordert, dass die Komponenten standardisiert werden einschließlich der zulässigen Störgrößen. Daher definiert die ODVA richtungweisende Empfehlungen für Hilfsstromkreise, indem konsistente Regeln für Komponenten, Geräte und Verdrahtung aufgestellt werden, mit denen zunächst die Hilfsstromverdrahtung im Kleinspannungsbereich von 24 V abgedeckt wird. Da es bereits eine riesige Zahl von Produkten im Markt gibt, die mit einer Stromversorgung von 24 V arbeiten, wird dies eine informative Erweiterung zum Common Industrial Protocol (CIP) sein, einheitlich für alle CIP-Netzwerke. Beispiele solcher Systeme sind Not-Halt-Einrichtungen, Hilfsstromversorung für E/A-Geräte und PwE (Power with Ethernet - Stromversorgung mit überlagertem Ethernet). Durch die Festlegung von Verkabelungskomponenten und von Anforderungen an Netzteile kann ein vollständig standardisiertes System entworfen und aufgebaut werden und zwar aus Kabeln, Steckverbindern und Geräten, die sich direkt zusammensetzen lassen.

Da LWL-Übertragung immer häufiger in Automatisierungssystemen eingesetzt wird, hat die ODVA die Option eines SC-RJ-Steckverbinders freigegeben sowie die Gehäusevariante 1, die für raue Industrieumgebung geeignet ist. Dieser Steckverbinder ist als Fortführung der letztjährigen Einführung der optischen Polymerfaser mit einem mm Durchmesser als Option für die physikalische Schicht von EtherNet/IP zu sehen. Er bietet eine einfache Lösung für Installation und Anschluss im Feld ohne große Einarbeitung, da nur einfache Techniken für Vorbereitung und Befestigung der Faser zum Einsatz kommen. Ein Polieren der Faser kann entfallen; dadurch werden Installationszeit und -komplexität stark reduziert. Außer für die 1mm-POF ist der SC-RJ-Steckverbinder auch für alle weiteren für EterNet /IP definierten Fasertypen geeignet.

„Die korrekte Auswahl und richtige Bauart der Komponenten der physikalischen Schicht kann einen überproportional großen Einfluss auf die Kosten einer Maschine oder einer Produktionsanlage über den gesamten Lebenszyklus haben“, erläutert Katherine Voss, Geschäftsführerin der ODVA. „Die ODVA hat richtungsweisende Empfehlungen für Hilfsstromversorungen und LWL-Installationen erstellt mit aufeinander abgestimmten Regeln für Komponenten, Geräte und Verdrahtungsanweisungen.“

„Der Bedarf nach einfach zu konfektionierenden Steckverbindern für Lichtwellenleiter ist geprägt durch den Automobilbau. Speziell im Bereich des Karosseriebaus gibt es schwierigste Umgebungsbedingungen für die sichere Datenübertragung von Ethernet/IP. Hohe elektromagnetische Einstrahlung durch Schweizangen, Protentialströme zwischen Geräten und hohe Biege- und Torsionsbeanspruchung der Schlauchpakete an den Robotern lassen den Einsatz von kupferbasierten Übertragungsarten nicht immer zu. Der einfach zu konfektionierende SC-RJ für Polymeroptische Fasern in Verbindung mit dem robusten IP67 Schutzgehäuse der IEC 61076-3-106 Variante 1 die bestmöglichste Lösung für eine sichere und dauerhafte Datenübertragung in solchen Applikationen bietet“, erläutert Simon Seereiner, Portfoliomanager bei Weidmueller Interface.

Bernd Horrmeyer, Product Marketing Senior Engineer bei Phoenix Contact ergänzt, „Auch bei Installationen, die mehr als 100 m auseinander liegen, bietet der SC-RJ- dank seiner Möglichkeit, auch Single- und Multimode Glasfaserleitungen zu verarbeiten, beste Anschlussmöglichkeiten. Dank der kleinen Form ist der neuen Ethernet/IP Steckverbinder ebenfalls bestens für die Integration in Geräten geeignet. Verfügbar in IP 20 sowie in IP67 in Metall und Kunststoffausführungen bietet diese neue Ethernet/IP Interface eine extrem große Applikationsbreite. Dank der Standardisierung der Schnittstelle durch die ODVA wird sich die neue SC-RJ-Schnittstelle sehr schnell bei Geräteherstellern und Endanwendern durchsetzen.

Die Spezifikationen werden als Gruppe mit dem Titel „The CIP Networks Library“ veröffentlicht. Jede Spezifikation besteht aus einem oder mehreren Bänden.

Die neusten Ausgaben der Spezifikationen

  • Die EtherNet/IP-Spezifikation

Besteht aus der „The CIP Networks Library“ :

Band Eins (Ausgabe 3.6), Zwei (Ausgabe 1.7) und Sieben (Ausgabe 1.3)

  • Die DeviceNet-Spezifikation

Besteht aus der „The CIP Networks Library“ :

Band Eins (Ausgabe 3.6), Drei (Ausgabe 1.7) und Sieben (Ausgabe 1.3)

  • Die ConrolNet-Spezifikation

Besteht aus der „The CIP Networks Library“ :

Band Eins (Ausgabe 3.6), Vier (Ausgabe 1.3) und Sieben (Ausgabe 1.3)

  • Die CompoNet-Spezifikation

Besteht aus der „The CIP Networks Library“ :

Band Eins (Ausgabe 3.6), Sechs (Ausgabe 1.5) und Sieben (Ausgabe 1.3)

  • Die CIP Safety-Spezifikation

Besteht aus der „The CIP Networks Library“ :

Band Fünf (Ausgabe 2.2)

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