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Standardisierung

OPC-UA-Server auf Basis von Open 62541 zertifiziert

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die OPC Foundation gibt die offizielle Zertifizierung von OPC-UA-Servern auf Basis der Implementierung Open 62541 bekannt. Die Software läuft auf fast jeder Art von Hardware vom kleinen eingebetteten System bis zur großen Produktionsanlage.

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OPC UA ermöglicht eine herstellerunabhängige Kommunikation in der Fabrik. Neu zertifiziert sind jetzt OPC-UA-Server auf Basis der Implementierung Open 62541.
OPC UA ermöglicht eine herstellerunabhängige Kommunikation in der Fabrik. Neu zertifiziert sind jetzt OPC-UA-Server auf Basis der Implementierung Open 62541.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Damit industrielle Maschinen miteinander kommunizieren können, braucht es offene Standards über die Herstellergrenzen hinweg. Ein gängiger Standard ist die Open Platform Communications Unified Architecture, kurz OPC UA. Jetzt hat eine Open-Source-Implementierung, „Open 62541“, von der OPC Foundation die offizielle Zertifizierung erhalten.

Implementierung Open 62541 zertifiziert

OPC UA gilt als eine Basis-Technologie für Industrie-4.0-Anwendungen. Einzelne Sensoren bis zu kompletten Produktionsstraßen, Kraftwerken oder Ölplattformen werden in einem serverseitigen Informationsmodell abgebildet und von einer Client-Software angesteuert. So werden Datenaustausch, intelligente Datenauswertung und Prozesssteuerung möglich. Hinter dem Standard steht die OPC Foundation.

Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB hat gemeinsam mit dem Systemintegrator Kalycito und dem Open Source Automation Development Lab – kurz OSADL – die Implementierung Open 62541 entwickelt. Die Softwarebibliothek ist in der Programmiersprache C geschrieben, genauer in der gemeinsamen Teilmenge von C99 und C++98.

Julius Pfrommer vom Fraunhofer IOSB, der leitende Softwarearchitekt hinter Open 62541, erklärt: „Damit ist die Software mit allen gängigen Compilern nutzbar und so ressourcenschonend, dass sie auf jeder erdenklichen Hardware läuft. Sie ermöglicht es gleichermaßen, dezidierte OPC-UA-Server aufzusetzen wie OPC-UA-basierte Kommunikation in existierende Applikationen zu integrieren.“

Asynchrone Kommunikation noch nicht offiziell zertifiziert

Die Zertifizierung wurde anhand von einem repräsentativen Beispiel-Server auf Basis von Open 62541 durchgeführt. Der zertifizierte Umfang schließt das „Micro Embedded Device Server“-Profil ein, das zusätzlich Subscriptions, Methodenaufrufe und Verschlüsselung unterstützt. Darüber hinaus unterstützt Open 62541 Version 1.0 auch die Kommunikation nach dem OPC UA Publisher/Subscriber-Modell, so dass auch eine asynchrone Kommunikation mit mehreren Beteiligten möglich ist.

Für letzteres wird von der OPC Foundation aber derzeit noch keine offizielle Zertifizierung angeboten. Lizenziert ist die Software unter der Mozilla Public License v2.0 (MPL-2.0). Somit darf die Open-62541-Bibliothek mit proprietärer Software verlinkt und vertrieben werden. Nur Weiterentwicklungen der Open-62541-Bibliothek selbst muss man bei der Weitergabe wieder unter der MPL-2.0 lizenzieren.

Die aktuellen Entwicklungen werden durch ein OSADL-Community-Projekt ermöglicht, an dem die folgenden Unternehmen beteiligt sind:

  • Balluff GmbH
  • Heidelberger Druckmaschinen AG
  • Intel Corporation
  • ISS Innovative Software Services GmbH
  • Linutronix GmbH
  • Nestfield Co., Ltd
  • Pepperl+Fuchs AG
  • Pilz GmbH & Co. KG
  • Sick AG
  • Siemens AG
  • TQ-Systems GmbH
  • Wika Mobile Control GmbH & Co. KG

Carsten Emde, OSADL-Geschäftsführer, weist darauf hin, dass mit dieser Zertifizierung das Projekt keineswegs abgeschlossen ist, sondern die Entwicklung weitergeht – unter anderem zu einer durchgängigen und frei verfügbaren Lösung für Echtzeit-Ethernet mittels Anbindung an TSN. Dafür seien weitere interessierte Firmen willkommen: „Je mehr Unternehmen am Projekt teilnehmen, desto leistungsfähigere und vielseitigere Komponenten können entwickelt und beigesteuert werden. Das Projekt ist so konzipiert, dass Unternehmen jederzeit auch nach Beginn des Projekts beitreten können, und daher möchten wir diese Gelegenheit auch nutzen, um weitere interessierte Unternehmen zur Teilnahme zu motivieren.“

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