Batterietechnik Rekordproduktion trifft auf wachsende Import-Abhängigkeit

Quelle: ZVEI 3 min Lesedauer

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2025 erreichte die deutsche Batterieproduktion ein Allzeithoch von 8,1 Mrd. Euro, getrieben von E-Mobilität und Speichern. Der ZVEI warnt jedoch: Eine wachsende Abhängigkeit von asiatischen Importen gefährdet die Resilienz des Standorts.

Das Wachstum der deutschen Batterieindustrie wird primär von zwei industriellen Megatrends gestützt: dem anhaltenden Hochlauf der Elektromobilität sowie einer massiven Nachfrage nach stationären Speichersystemen.(Bild:  AdobeStock_Visionary / generiert-mit-KI)
Das Wachstum der deutschen Batterieindustrie wird primär von zwei industriellen Megatrends gestützt: dem anhaltenden Hochlauf der Elektromobilität sowie einer massiven Nachfrage nach stationären Speichersystemen.
(Bild: AdobeStock_Visionary / generiert-mit-KI)

Nach einer konjunkturellen Delle im Jahr 2024 hat die deutsche Batterieindustrie im abgelaufenen Kalenderjahr 2025 wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Mit einem Gesamtproduktionswert von 8,1 Milliarden Euro (+ 11 Prozent gegenüber Vorjahr) über alle Batteriechemikalien hinweg verzeichnet die Branche ein neues Allzeithoch. Der technologische Treiber ist dabei eindeutig definiert: Die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien stieg überproportional um knapp ein Drittel (+ 28 Prozent) auf 4,6 Milliarden Euro.

Das Wachstum wird primär von zwei industriellen Megatrends gestützt: dem anhaltenden Hochlauf der Elektromobilität sowie einer massiven Nachfrage nach stationären Speichersystemen zur Netzstabilisierung und Eigenverbrauchsoptimierung. Der gesamte deutsche Batteriemarkt erreichte 2025 ein Volumen von 22,4 Milliarden Euro (+ 9 Prozent), was das Marktniveau fast wieder an das bisherige Rekordjahr 2023 (24,3 Mrd. Euro) heranführt.

Die Versorgung mit Batterien ist aktuell nicht gefährdet, wohl aber die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Batterieökosystems in Deutschland und Europa.

Dr. Christian Rosenkranz, Vorsitzender des Fachverbands Batterien und Geschäftsführer Clarios Germany

Sorge um deutsche Wettbewerbsfähigkeit

Trotz der positiven Produktionszahlen blickt der ZVEI-Fachverband Batterien mit Sorge auf die strukturelle Entwicklung der Wertschöpfungskette. „Die Versorgung mit Batterien ist aktuell nicht gefährdet, wohl aber die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Batterieökosystems in Deutschland und Europa“, warnt Dr. Christian Rosenkranz, Vorsitzender des Fachverbands Batterien und Geschäftsführer Clarios Germany.

Ein Blick auf die Handelsbilanz untermauert diese Einschätzung: Das Importvolumen stieg 2025 auf rund 22 Milliarden Euro. Davon entfallen allein 11 Milliarden Euro (+ 25 Prozent) auf Lieferungen aus China, das seine Position als dominanter Hauptlieferant weiter ausbaut. Demgegenüber gingen die Importe aus dem europäischen Ausland um 11 Prozent zurück. Auch exportseitig verliert der Standort Deutschland leicht an Boden: Das Exportvolumen sank um 2,5 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro, wobei die Ausfuhren nach Asien sogar um 34 Prozent einbrachen.

Mehr importe aus China

Bei den Importen bleibt China mit einem Volumen von rund 11 Milliarden Euro Hauptlieferant von Batterien nach Deutschland. Das geht zulasten von Importen aus anderen europäischen Ländern. Die Liste der europäischen Länder, die Batterien nach Deutschland bringen, führt Ungarn an (3,5 Mrd. €). Insgesamt importierte Deutschland 2025 Batterien im Wert von rund 22 Milliarden Euro (+ 4 %).

Demgegenüber steht ein wesentlich kleineres Exportvolumen: Der Export von Batterien aus Deutschland ist 2025 um 2,5 Prozent leicht auf 7,8 Milliarden Euro gesunken. Hauptabnehmerregion mit einem Anteil von knapp 70 Prozent bleibt Europa, vor Amerika (14 %) und Asien (12 %). Nach Asien hat Deutschland deutlich weniger exportiert (- 34 %).

Schwachstelle Lieferkette

Während Europa bei etablierten Technologien wie Bleibatterien über weitgehend resiliente und geschlossene Lieferketten verfügt, bleibt die strategische Abhängigkeit bei Lithium-Ionen-Zellen kritisch. Gunther Kellermann, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien, warnt vor den Folgen von Lieferkettenunterbrechungen: „Dann wird klar, wie verletzlich wir sind, insbesondere in kritischen Sektoren wie der Verteidigung oder bei Rechenzentren.“

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, unterstützt die Industrie die Ziele des europäischen Net Zero Industry Act, der bis 2030 eine lokale Deckung von mindestens 40 Prozent des europäischen Zellbedarfs fordert. Die aktuell gestärkte Batterieforschungsförderung im Rahmen der Hightech-Agenda des Bundes wird von der Branche als wichtiger Baustein bewertet – sie allein reicht jedoch nicht aus, um technologische Souveränität in industrielle Skalierung zu übersetzen.

Forderung nach Systemansatz statt Einzel-Subventionen

Für die Etablierung einer wettbewerbsfähigen Zell- und Batterieproduktion fordern die Branchenvertreter Planungssicherheit. Statt punktueller Nachfrageanreize wie Kaufprämien brauche die Industrie vor allem international wettbewerbsfähige Strompreise, flexible Energiemodelle unter Einbindung von Speichertechnologien sowie praxistaugliche Anti-Dumping-Instrumente. Ohne diese Rahmenbedingungen, so die deutliche Warnung des ZVEI, drohe Europa die industrielle Batterieproduktion als technologische Schlüsselkompetenz unwiederbringlich zu verlieren.

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