Strom vom Fahrzeugdach Fahrzeugintegrierte Photovoltaik senkt Energiebedarf und Netzlast

Quelle: Fraunhofer ISE 2 min Lesedauer

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Fahrzeugintegrierte Photovoltaik kann den Energiebedarf von Fahrzeugen deutlich reduzieren und gleichzeitig das Stromnetz entlasten – das zeigt das europäische Forschungsprojekt Solar-Moves. Demnach können Fahrzeuge einen erheblichen Teil ihres Energiebedarfs selbst decken: In Mitteleuropa sind bis zu 55 Prozent möglich, in Südeuropa bis zu 80 Prozent.

Insbesondere Lieferwagen, Lkw und Anhänger verfügen über viel Dachfläche und verbrauchen gleichzeitig viel Energie für Kühlung, Heizung und Hilfsaggregate. Integrierte Solarmodule sind sinnvolle Lösung.(Bild:  IM Efficiency)
Insbesondere Lieferwagen, Lkw und Anhänger verfügen über viel Dachfläche und verbrauchen gleichzeitig viel Energie für Kühlung, Heizung und Hilfsaggregate. Integrierte Solarmodule sind sinnvolle Lösung.
(Bild: IM Efficiency)

Das Projekt Solar-Moves, durchgeführt von TNO, Fraunhofer ISE, Sono Motors, IM Efficiency und Lightyear im Auftrag der Europäischen Kommission, untersuchte das technische und praktische Potenzial von fahrzeugintegrierter Photovoltaik (VIPV). Diese erzeugen Strom direkt am Fahrzeug – ohne zusätzliche Infrastruktur oder Netzbelastung.Besonders profitieren Fahrzeuge mit großen Flächen und hohem Energiebedarf, etwa Lieferwagen, Lkw und Anhänger. Integrierte Solarmodule können Reichweite erhöhen, Betriebskosten senken und bei Verbrennern den Kraftstoffverbrauch reduzieren. 

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Mit VIPV ausgestattete Neufahrzeuge können Bedarf bis 2030 um 15,6 Terawattstunden reduzieren

Die Auswertungen basieren auf 23 Fahrzeugtypen – vom Kleinwagen bis zum schweren Lkw. „Die Studie analysierte Daten von 23 unterschiedlichen Fahrzeugtypen – von kompakten Stadtautos bis hin zu schweren Lastkraftwagen – und kombinierte detaillierte Fahrzeug- und Fahrprofile mit Meteosat-Satellitendaten sowie meteorologischen Daten aus Amsterdam und Madrid“, erklärte Christian Braun, Projektmitarbeiter und Wissenschaftler am Fraunhofer ISE. „Dafür wurden die Fahrzeuge mit Sensoren ausgestattet und Messdaten von 1,3 Millionen gefahrenen Kilometern ausgewertet.“
Neben individuellen Vorteilen zeigt sich auch ein systemischer Effekt: Würden alle Neufahrzeuge zwischen 2024 und 2030 mit VIPV ausgestattet, könnte der Strombedarf aus dem europäischen Netz bis 2030 um 15,6 Terawattstunden sinken – etwa die Jahresproduktion von rund 2.200 Onshore-Windkraftanlagen (3 MW). 

Elektrifizierung allein reicht nicht aus. Wir brauchen Innovationen, die den Energiebedarf strukturell senken. VIPV leistet genau hier einen Beitrag.

Lenneke Slooff-Hoek, Projektmanagerin von Solar-Moves bei TNO

15 Prozent mehr Reichweite für Elektro-Lkw 

Im Logistiksektor ist das Potenzial besonders groß: Elektro-Lkw können ihre Reichweite um bis zu 15  Prozent steigern. Bei Anhängern sind im Sommer bis zu 55 kWh pro Tag möglich, mit zusätzlichen Seitenmodulen sogar 90 bis 110 kWh – ausreichend für Kühl- oder Hydrauliksysteme. Auch bei Diesel-Lkw sinkt der Verbrauch, da Nebenaggregate weniger Kraftstoff benötigen. Die Investition in VIPV kann sich laut Studie in weniger als zwei Jahren amortisieren.
Das Konsortium empfiehlt, VIPV in das WLTP aufzunehmen, um CO₂-Einsparungen systematisch zu erfassen und Anreize zu schaffen. Zudem wird ein klarer europäischer Rechtsrahmen gefordert, der VIPV in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie berücksichtigt.

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