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Fernwirken Roboter in China aus Chemnitz warten

| Redakteur: Robert Weber

Die weltweite Zusammenarbeit von Roboterexperten, Fertigungsfachleuten und Servicetechnikern koordiniert eine softwarebasierte Fernwartungslösung für Roboter. Das ermöglicht im Ernstfall schnelle Lösungen bei Anlagenproblemen und erspart aufwendige Dienstreisen.

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MainTelRob bringt sie hautnah zusammen: den Mensch und die Maschine. MainTelRob, das steht für Maintenance and Telematics for Robots, ist eine Forschungsprojekt und untersucht die Kommunikation verschiedener Teilnehmer innerhalb der Fernwartungsumgebung einer roboterbasierten Fertigung. Servicetechniker, Steuerungsfachleute und Anlagenbetreiber können Zustandsanalysen der Fertigungsanlage schnell untereinander austauschen, egal, wo auf der Welt sie sich gerade befinden.

Erschließen lasse sich so ein großes Optimierungspotential, weiß Doris Aschenbrenner, Mitarbeiterin am ZfT- Zentrum für Telekommunikation e.V. und zugleich Leiterin des Projektes mit den Industriepartnern Kuka Industries sowie Braun/Procter & Gamble in Marktheidenfeld. Dort in Unterfranken stellt der Konzern unter der Marke Braun Zahnbürsten her und bedient sich dabei der Hilfe des Roboters. Die Forscher vom ZfT entwickeln und testen für die dortige Anlage eine Mensch-Maschine-Schnittstelle, die viele Funktionen in einem vereinigt: Robotersteuerung, Wartungsunterstützung, Reparaturanweisungen, die Kommunikation per Fernwartung sowie Augumented und Virtual Reality.

Teure Reisen vermeiden

Anschaulich präsentiert Doris Aschenbrenner, was softwaregestützte Wartung zu leisten vermag. So berichtete die Diplom-Informatikerin erst kürzlich auf der main.IT 2015 - eine alljährliche Veranstaltung zu IT-Lösungen für den Mittelstand – was den Nutzen von Fernwartung ausmacht, und zwar anhand eines typischen Falls aus der Praxis: dem Austausch eines Elektromotors am Roboter. Für dieses Live-Projekt stellten die Beteiligten eine Task Force-Gruppe zusammen, die von den unterschiedlichsten Orten aus per Telekommunikation zusammenarbeiten. Der Servicetechniker sieht auf seinem mobilen Tablet in einem Livevideo, wie die Anlage läuft. Anweisungen zum Beheben von Fehlern und Ausführen von Montageschritten lassen sich darüber einspielen, die Software hebt die betroffenen Maschinenteile auf dem Kamerabild hervor und Roboterexperten lassen sich bei Bedarf ganz schnell per Internet hinzuziehen. Die Kamera ermöglicht zur besseren Diagnose Bilder aus verschiedenen Perspektiven. Ein solches Zusammenspiel bündelt nicht nur das Know how der Beteiligten, es erspart ihnen auch zeitaufwendige und teure Reisen. Als Projektfazit bilanziert Kuka Industrie: „Die im Projekt MainTelRob gewonnenen Erkenntnisse, insbesondere der Begleitung der Szenarien sind deshalb von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung im Bereich der Fernwartung.“ Franz Som bei Reis / KUKA Industries Leiter der Steuerungsentwicklung sagt: „Die von uns entwickelten Steuerungsfunktionen werden in naher Zukunft von uns zur Serienreife gebracht und fließen in einen der nächsten Softwarereleases der Robotersteuerung ein. Die Funktionen sind dann für unsere Kunden allgemein nutzbar, bzw. erleichtern unserem Service-Personal den Support und die Wartung bei Kundenanlagen.

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