HMI-Positionsüberwachungssystem Schiffsverladearme und ihre Steuerung in explosionsgefährdeten Bereichen

Autor / Redakteur: Sandra Wassink / Wolfgang Leppert

Seit seiner Gründung 1979 setzt der Hersteller von Schiffsverladearmen Kanon Loading Equipment auf ein internationales Netzwerks von sorgfältig ausgewählten Vertretungen und assoziierten Partnerunternehmen. So pflegen auch Kanon und Electromach Hengelo, eine Tochtergesellschaft von R. Stahl, schon lange eine erfolgreiche technologische Partnerschaft. Daraus resultiert auch ein effizientes HMI-Positionsüberwachungssystem, das den hohen Ansprüchen an die Verladetechnik gerecht wird.

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Explosionsgeschütze Steuerung für Verladearme
Explosionsgeschütze Steuerung für Verladearme
( Archiv: Vogel Business Media )

Ein Ladearm ist eine Baugruppe aus Rohren, die über Gelenke miteinander verbunden sind und Flüssigkeiten oder Gase zwischen Tanklagern und Tankschiffen befördern. Solche Einheiten kommen beim Transport unterschiedlichster Stoffe zum Einsatz, von Tieftemperatur- über Hochtemperatur-Produkte bis zu hoch gefährlichen oder korrodierenden Flüssigkeiten. Ladearme werden überall in der verarbeitenden Industrie eingesetzt, etwa in der chemischen und petrochemischen Industrie, der Pharmaindustrie, im Gesundheitswesen sowie in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Bildergalerie

Seit rund zehn Jahren gibt es die heute weithin bekannte Ladearmkonstruktion in starrer, symmetrischer Bauweise. Aufgrund ihrer außerordentlichen Zuverlässigkeit existiert seit kurzem auch eine Version für Flüssigerdgas-Anwendungen. Durch den symmetrischen Aufbau verteilen sich die mechanischen Kräfte gleichmäßig auf die Ladearmstruktur. Damit eignet sich diese Lösung besonders für anspruchsvolle Anwendungen sowohl in explosionsgefährdeten als auch sicheren Betriebsumgebungen oder übergroßen Anlagen und für die Installation auf Transportwagen oder Schwimmstegen.

Schon die Grundkonstruktion entscheidet über die Leistungsfähigkeit

In der Grundkonstruktion eines Ladearms (vgl. Bildergalerie Abb. 1) ist der Fuß fest verankert, während der bewegliche Außen- und Innenarm durch die Stahlbauweise ein beträchtliches Gewicht hat. Zur Erhöhung der Sicherheit sind die beweglichen Komponenten durch Gegengewichte ausbalanciert. Nur die Rohrleitung und die Stahlkonstruktion muss bewegt werden, was entweder von Hand (bei kleineren Ladearmen) oder hydraulisch erfolgen kann.

Statt mit zwei getrennten Gegengewichten kann ein Schiffsverladearm auch mit einem einzigen, drehbaren Gegengewicht ausgerüstet sein, was die gleiche Funktion erfüllt. In diesem Fall dreht sich das Gegengewicht zusammen mit dem Außenarm, die Konstruktion wird so wesentlich leistungsfähiger. Das Gegengewicht ist direkt mit dem Außenarm verbunden und seine Winkelposition verläuft wie bei einem Pantografen parallel zur Position des Außenarms. Die Verbindung zwischen Gegengewicht und Außenarm kann als Baugruppe aus Seil und Umlenkrolle (Abb. 2 in Bildergalerie) ausgeführt sein, aber auch aus einer starren Verbindung wie einer Stahlstange bestehen (wie in Abb. 1).

Obwohl beide Verfahren verbreitet sind, unterscheiden sie sich hinsichtlich der Instandhaltung ganz wesentlich. Beim Gegengewicht mit Seil und Umlenkrolle müssen die Seile regelmäßig gefettet werden und erfordern neben regelmäßigen Prüfungen auch eine ständige Justierung der Seilspannung. Bei der starren Verbindung dagegen braucht die Ausbalancierung nur einmal im Werk fest eingestellt zu werden und bleibt fortan unverändert. Ein drehbares Gegengewicht und eine starre Verbindung zum Außenarm gilt als die zuverlässigste und effektivste Lösung; deshalb sind die meisten von Kanon hergestellten Ladearme nach diesem Prinzip aufgebaut.

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