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Fernzugriff

Sicherer Remote Service – Ticket für die Zukunft

| Redakteur: Ines Stotz

Die Zeiten, in denen der Fernzugriff auf Maschinen nur bei Störfällen genutzt wurde, sind längst vorbei, denn ist er erst einmal eingerichtet, bietet das vielfältige Möglichkeiten für neue datenbasierte Dienstleistungen – und damit neue Geschäftsfelder im Kontext von Industrie 4.0. Der so generierte Mehrwert ist erheblich, versprechen Kommunikationsexperten.

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Der Fernzugriff auf Maschinen ist aus der Automatisierungswelt nicht mehr wegzudenken. Anlagenbetreiber erwarten von Maschinenbauern, dass sie ihre Maschinen fernwarten oder sich bei Störungen per Fernzugriff auf die Maschine schalten, um Soforthilfe zu leisten. Im Bild: VPN-Router eWON Flexy für anspruchsvollere Anwendungen.
Der Fernzugriff auf Maschinen ist aus der Automatisierungswelt nicht mehr wegzudenken. Anlagenbetreiber erwarten von Maschinenbauern, dass sie ihre Maschinen fernwarten oder sich bei Störungen per Fernzugriff auf die Maschine schalten, um Soforthilfe zu leisten. Im Bild: VPN-Router eWON Flexy für anspruchsvollere Anwendungen.
( Bild: HMS Industrial Networks )

Bei Industrie 4.0 in der Automatisierung geht es aus Sicht von Michael Volz, dem Geschäftsführer von HMS Industrial Networks, nicht in erster Linie darum, noch ausgeklügeltere Geräte und Maschinen zu entwickeln. Stattdessen drehe sich alles darum, relevante Informationen zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen, um auf deren Basis fundierte Entscheidungen schneller treffen zu können. Zum Beispiel um die Maschinennutzung oder auch Prozesse zu optimieren.

In diesem Szenario kommen „Remote Solutions“ eine zentrale Rolle zu. Darunter fasst HMS Lösungen und Dienstleistungen rund um Fernzugriff, Fernwartung und Datenmanagement zusammen. „Remote Solutions basieren zwar auf dem Fernzugriff, gehen aber weit darüber hinaus, indem sie einen sicheren Kommunikationskanal bereitstellen, um Daten zu sammeln, zu visualisieren oder vorzuverarbeiten und sie für übergeordnete industrielle IT-Systeme, etwa ERP-Systeme, bereitzustellen. Auch der automatische Versand von Alarmen ist über diesen Kommunikationskanal möglich“, erklärt der Kommunikationsexperte.

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HMS bietet mit der eWon-Produktfamilie eine skalierbare Komplettlösung für den sicheren Fernzugriff und Datendienste im industriellen Umfeld. „Im Unterschied zu herstellerspezifischen Lösungen einiger SPS-Hersteller, die nur ihre eigene Steuerung unterstützen, ist die eWon-Lösung plattformunabhängig und weltweit verfügbar“, sagt Michael Volz und fügt an, was das konkret heißt: „Die eWon-Lösung kann Steuerungen aller bekannten Hersteller in ein plattformunabhängiges und weltweit erreichbares Gesamtkonzept integrieren. Für den Maschinenbauer hat dies den Vorteil, dass er ein einheitliches System für den Fernzugriff auf seine Maschinen und Anlagen hat, unabhängig davon, welche Steuerung in der jeweiligen Maschine verbaut wurde und in welchem Land sich die Maschine befindet.“

Die eWon-Lösung besteht aus drei Komponenten:

Komponente 1: Die Hardware

Die Hardware-Basis ist eine Produktlinie industrieller VPN-Router, die deutlich mehr Funktionalität bietet als herkömmliche IT-Router. Der eWon VPN-Router wird an der Maschine vor Ort montiert und mit der jeweiligen Steuerung seriell, über Ethernet, per WLAN oder USB verbunden. Die eWon Router „sprechen“ die Sprache der jeweiligen SPS auf der einen Seite und werden auf der anderen Seite über eine sichere VPN-Verbindung in das System eingebunden.

Je nach Anforderung kommen verschiedene VPN-Router zum Einsatz. Das eWon Cosy ist für einfache Applikationen, bei denen die Fernwartung im Vordergrund steht. Das eWon Flexy richtet sich an Anwender mit anspruchsvolleren Anwendungen und ermöglicht individuelle Anpassungen für die Datenvorverarbeitung wie Filterung der zu übertragenden Daten und ermöglicht so umfassende Datendienste.

Komponente 2: Rendezvous-Server Talk2M

Talk2M ist als cloudbasierter Rendezvous-Server – auch „Broker“ genannt – Dreh- und Angelpunkt der eWon-Lösung, der eine Verfügbarkeit von 99,6 Prozent garantiert. Der Server verwaltet die VPN-Verbindungen und ermöglicht den einfachen Verbindungsaufbau zwischen dem PC im Kontrollraum und der Maschine in der entfernten Anlage. Der Talk2M-Dienst ist weltweit verfügbar und besteht aus einem vernetzten, verteilten Verbund von derzeit 26 hochverfügbaren Servern, die die VPN-Verbindungen verwalten und gegen unberechtigte Zugriffe schützen. Durch den vernetzten Serververbund unterstützt Talk2M Redundanz und Lastmanagement sowie weltweite, garantierte Verfügbarkeit. Jeder eWon VPN-Router, der mit einer Maschine verbunden ist, verbindet sich ausschließlich mit dem Talk2M-Server. Ein Authentifizierungsmechanismus stellt sicher, dass jeder Router mit dem Server spricht, der denselben Schlüssel hat. Ein ähnlicher Mechanismus garantiert, dass jeder Anwender nur mit den spezifischen eWon-Routern kommunizieren kann, für die ihm sein Administrator Zugriffsrechte eingeräumt hat.

Der Server unterstützt alle Kommunikationstechnologien wie zum Beispiel LAN, ADSL, 2G, 3G, (4G ab Q2-2017) sowie LTE, WLAN und CDMA. Talk2M ist eine Plattform, die auf den offenen Standards openVPN und HTTPs basiert. Kunden, die über eigene Entwicklungsressourcen verfügen, können über verschiedene APIs auf dem Router oder in Talk2M eigene Anwendungen entwickeln.

Komponente 3: Die Software

Die eWon-Software eCatcher ist der openVPN Talk2M-Client für den Fernzugriff und für die Verwaltung der Anlagen und Nutzer. Die Software wird auf dem Windows-PC installiert. In Vorbereitung sind auch Versionen für mobile Geräte wie Tablets und Smartphones. Damit können sich Anwender von ihrem PC aus über das Rendezvous-Portal Talk2M mit dem eWon VPN-Router in der entfernten Anlage verbinden, um auf ihre Maschinen zuzugreifen.

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