Hannover Messe 2019

Siemens zeigt nächste Stufe der Digitalisierung

| Autor: Reinhold Schäfer

Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied der Siemens AG: „Mit dem Einsatz von Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Edge Computing und Additive Manufacturing ebnen wir den Weg für die Zukunft der Industrie.“
Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied der Siemens AG: „Mit dem Einsatz von Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Edge Computing und Additive Manufacturing ebnen wir den Weg für die Zukunft der Industrie.“ (Bild: Moritz Küstner)

Skalierbares Konzept bis in das IoT-Betriebssystem Mindsphere sorgt für Renaissance auf dem Shopfloor.

Siemens präsentiert auf der Hannover Messe zahlreiche Erweiterungen des Digital-Enterprise-Angebots für die nächste Stufe der digitalen Transformation der Fertigungs- und Prozessindustrie: „Durch die Integration von Zukunftstechnologien in unser Portfolio können Industrieunternehmen die rasant wachsende Datenmenge auf neue und weitaus umfassendere Weise nutzen. Mit dem Einsatz von Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Edge Computing und Additive Manufacturing ebnen wir den Weg für die Zukunft der Industrie. Auch die Prozessleittechnik denken wir neu und stellen das innovative und webbasierte Prozessleitsystem Simatic PCS neo vor“, sagte Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO Digital Industries, auf der Pressekonferenz zur Hannover Messe am 1. April.

Unter dem Motto „Digital Enterprise – Thinking industry further!“ zeige Siemens, wie Unternehmen jeder Größe mit branchenspezifischen Lösungen ihre Flexibilität und Produktivität erhöhen und neue Geschäftsmodelle entwickeln können. „Dazu sind Innovationspartnerschaften von Großunternehmen und Mittelständlern ebenso unerlässlich wie die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik“, so Helmrich.

Digitale Zwillinge helfen weiter

Grundlage für solche Technologien der Zukunft sei die Verfügbarkeit von Daten. Durch die digitalen Zwillinge, die alle Schritte der industriellen Fertigung im virtuellen Raum abbilden und miteinander verknüpfen, entstehen umfangreiche Datenpools. „Der entscheidende Hebel ist, die Daten aus dem digitalen Zwilling von Produkt, Produktion und Performance auf innovative Weise zu nutzen, um neue Potenziale der Produktivität zu erschließen. Wenn Automatisierung, Software-, Hardware- und Cloudplattformen sowie Zukunftstechnologien nahtlos integriert und kombiniert werden, können die Daten umfassend in wertvolles Wissen umgewandelt werden – für höhere Performance und Flexibilität. Dies ist der nächste Schritt der digitalen Transformation“, so Helmrich. Ein Beispiel sei das Modul mit integriertem, KI-fähigem Chip für die Simatic-S7-1500-Steuerung: Durch die Anwendung von Machine-Learning-Algorithmen lassen sich so beispielweise roboterbasierte Handlingvorgänge optimieren.

Zum Lernen brauche Künstliche Intelligenz (KI eine große Menge Daten. Und diese Daten seien nur dort vorhanden, wo Abläufe digitalisiert und durchgängig miteinander verknüpft sind. Mit Industrial Edge erweitere Siemens deshalb seine Digital-Enterprise-Automatisierungsplattformen – Simatic und Sinumerik – um eine dezentrale Datenverarbeitungslösung. Mit dem skalierbaren Konzept vom Shopfloor bis in das offene, cloudbasierte IoT-Betriebssystem MindSphere-Cloudsystem sorge Siemens so für eine Renaissance auf dem Shopfloor.

Beispiele aus der Automobilproduktion

Auf dem Stand zeigt Siemens anhand eines Showcases aus der Automobilfertigung, wie der Einsatz von cloud- und edge-basierten Datenanalysen zusammen mit weiteren Zukunftstechnologien wie der Additiven Fertigung oder autonomen Fertigungssystemen völlig neue Möglichkeiten für die effiziente und flexible Produktion von E-Autos und Batterien eröffnet. „Siemens unterstützt die Automobilindustrie mit Software und Automatisierungssystemen bei der Transformation zur E-Mobilität“, erklärt Helmrich. Damit könnten Unternehmen aktuellen Herausforderungen wie der wachsenden Nachfrage nach immer individuelleren Produkten und alternativen Antriebskonzepten begegnen.

Digitalisierung könne ohne den Schutz vor Cyberangriffen auf industrielle Anlagen nicht stattfinden. Und genauso könne die Digitalisierung ohne den Schutz vor Cyberangriffen auf industrielle Anlagen nicht stattfinden. Zukünftig würden dort KI und Edge Computing auch die Security verbessern: So ließen sich durch Datenanalysen Cyberattacken deutlich schneller und zuverlässiger erkennen.

Blockchain zur Rückverfolgbarkeit

Mit Blockchain zeigt Siemens auf der Messe eine weitere Zukunftstechnologie im industriellen Einsatz: In der Industrie liegt erhebliches Potenzial zum Beispiel zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln. In der Lebensmittelversorgungskette werden Informationen digital und fälschungssicher dokumentiert und bei jedem Schritt der Reise in der Blockchain gespeichert, wie Details zur Lage der Farm, Chargennummer, Verarbeitungsdaten, Fabrikinformationen, Verfallsdaten, Lagertemperaturen und Versanddetails. Relevante Informationen werden den Verbrauchern mithilfe der auf MindSphere basierenden App zur Verfügung gestellt.

Prozessleitsystem Simatic PCS neo

Bei der Prozessautomatisierung geht Siemens auf der Hannover Messe neue Wege und stellt ein Prozessleitsystem vor. Simatic PCS neo sei eine vollkommen neu entwickelte Systemsoftware, die den Unternehmen der Prozessindustrie weitere Möglichkeiten im Zeitalter der Digitalisierung erschließt. Dazu gehören unter anderem, die globale webbasierte Zusammenarbeit in Engineering und Operations sowie eine einzigartige Usability mit einem durchgängigen objektorientierten Datenmodell sowie eine offene Systemarchitektur, das Unternehmen. Darüber hinaus biete das System die Möglichkeit der Skalierbarkeit von kleinen Prozessmodulen bis hin zu den größten Prozessanlagen der Welt. Simatic PCS neo nutzt das kürzlich innovierte Hardwareportfolio und die Applikationsarchitektur des Prozessleitsystems Simatic PCS 7 V9.0. Damit bringe Siemens für seine Kunden Investitions- und Know-how-Schutz in Einklang.

Wohin die Integration dieser Zukunftstechniken führt können Besucher unter anderem in einer „Future Area“ auf dem Messestand erfahren – nämlich zu einer stärkeren Verzahnung von Operational Technology (OT) und Information Technology (IT). Durch die Konvergenz beider Technikbereiche werden künftig immer mehr Daten aus der industriellen Entwicklung und Fertigung mit anderen Daten aus Bereichen wie der Logistik oder dem Einkauf verknüpft. Dadurch werde ein großer Teil der Informationen von der zentralen Ebene auf die Steuerungsebene hinuntergehen.

Kommunikationsstandard 5G bringt vielofältige Vorteile

Die Grundlage für den übergreifenden Datentransfer und für die Steigerung von Flexibilität und Produktivität ist eine flächendeckende, leistungsstarke Kommunikationsinfrastruktur. Der Kommunikationsstandard 5G eröffne dabei wichtige Perspektiven. Hohe Datenraten, zuverlässige leistungsfähige Breitband-Übertragung und ultrakurze Latenzzeiten ermöglichen eine erhebliche Effizienzsteigerung und Flexibilisierung in der industriellen Wertschöpfung – für Industrie-4.0-Anwendungen. Siemens setze dabei von Anfang an auf diesen Kommunikationsstandard und unterstütze die Normung sowie die industrielle Umsetzung durch Entwicklung eines entsprechenden Portfolios. Zudem betreibe Siemens eigene Forschungsprojekte für Industrial 5G und baue se unter realen OT-Bedingungen auf. Dazu zählen auch die Evaluierung und Tests von heute verfügbaren Industriestandards wie Profinet oder TSN (Time Sensitive Networking).

Digitale Transformation – von der Beratung bis zur Implementierung

Siemens unterstützt die digitale Transformation mit einem Angebot von der Beratung bis zur Implementierung. „Wir begleiten unsere Kunden auf dem Weg zur Digitalisierung – von der Strategieberatung für die industrielle Digitalisierung bis hin zur Unterstützung bei Implementierung und Optimierung digitaler Lösungen.“, so Helmrich. Grundlage der Beratung sei eine gründliche Bewertung der Digitalisierungsreife des Unternehmens, die Digitalisierungsexperten gemeinsam mit dem Kunden durchführen. „Gemeinsam ermitteln wir den Digitalisierungsgrad des jeweiligen Unternehmens und entwickeln daraus eine speziell auf den Kunden abgestimmte Digitalisierungsstrategie mitsamt Roadmap.“

Hannover Messe 2019: Halle 9, Stand D35

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Maschinenmarkt.de.

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