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Ex-p-Steuerungen

Steuergeräte zur Überdruckkapselung nicht-ex-geschützter Elektronik

| Redakteur: Gudrun Zehrer

Ob Pharma, Chemie oder Offshore: In vielen Branchen müssen Schaltanlagen, Umrichter oder Motorsteuerungen überdruckgekapselt in Zündschutzart Ex p betrieben werden. Um sie von explosionsfähigen Gasgemischen der Umgebung fernzuhalten, wird die nicht-ex-geschützte Elektronik in ein mit Schutzgas gespültes Ex-p-Gehäuse integriert. Um dieses bewährte Konzept an künftige Anforderungen anzupassen, hat Bartec seine Ex-p-Steuerungsgeräte grundlegend modernisiert.

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(Bild: Bartec)

Die Steuergeräte zur Überdruckkapselung nicht-ex-geschützter Elektronik von Bartec stehen ganz im Zeichen von Modularität, Vernetzung und Enterprise Mobility.

Ex-p-Steuerungen mit Temperaturbereich von -25 °C bis 70 °C

Die streng nach IEC/EN 61508 (SIL2) entwickelten Steuergeräte für APEX Zone 1/21 und SILAS Zone 2/22 decken mit einem erweiterten Temperaturbereich von -25 °C bis 70 °C ein klimatisch breites Einsatzspektrum ab. Für eine zusätzliche Kühlung sind je nach Ausführung bis zu drei PT100/PT1000 Widerstandsthermometer integriert. Die APEX-Version bietet ferner zwei optionale 4 bis 20 mA Anschlüsse, um zusätzliche Druck- oder Gassensoren anzusprechen. Damit lässt sich etwa die Spülphase bei Ex-Freiheit verkürzen, bei Wertüberschreitung automatisch abschalten oder die interne Gaskonzentration überwachen. Den Wunsch nach einem möglichst einfachen Containment-Engineering erfüllt der Hersteller mit einem Weitspannungseingang für AC oder DC.

Modulares Design mit Blackbox-System

Das bisherige Sensormodul ist nun in eine Druckmessungseinheit und das optional erhältliche Anzeigemodul aufgeteilt, welches Daten, Einstellungen und Status visualisiert. Ohne das zusätzliche p-Operator-Panel stellt die neue Ex-p-Steuerung ein sicheres Blackbox-System dar, das nach außen weder Informationen preisgibt, noch manuelle Änderungen gestattet. Die Bedienung erfolgt in diesem Fall ausschließlich über die integrierte LAN-Schnittstelle und ein passwortgeschütztes Web-Interface, wie Anwender es vom heimischen DSL-Router kennen.

Mobiles Management: ortsunabhängig konfigurieren und überwachen

Im Sinne von Industrie 4.0 lässt sich das Gerät somit bei Bedarf ortsunabhängig konfigurieren und überwachen. Zum Datenaustausch mit der Leitwarte im Rahmen der Qualitätssicherung beinhaltet die Steuerung ferner einen internen Container, der alle Druckwerte und Klartextmeldungen zum Auslesen in einen Ringspeicher schreibt. Über einen optionalen, ex-geschützten WLAN-Adapter lassen sich die Ex-p-Steuergeräte darüber hinaus mit tragbaren Geräten wie dem für Zone 2 zertifizierten Tablet-PC Agile X verbinden.

Varianten mit Doppeldruckwächter für größere Betriebsmittel

Neben dem einfachen Steuerungsgerät für den Einbau im Ex-p-Gehäuse sind geflanschte externe Anbauten möglich sowie Varianten mit Doppeldruckwächter für größere Betriebsmittel mit kürzerer Spülzeit. Im Vergleich zu Ex-d-Geräten, die bei den Verlustleistungen beschränkt sind, sollen sich mit den Ex-p-Steuerungen größere Bauformen realisieren lassen. Nicht zuletzt bietet Bartec seinen Kunden auch Komplettsysteme mit allen Komponenten und abgesetztem Steuergerät für ein separates, zu spülendes Gehäuse an.

Ex-p-Steuerungen für Pharmazie, Chemie, Offshore-Anlagen

Typische Beispiele für die neuen Ex-p-Steuerungen im Bereich Pharmazie und Chemie bilden vor allem überdruckgekapselte Bedienpanels, Steuerschränke oder Druckerlösungen. Häufige Einsatzbereiche in Offshore-Anlagen stellen die Steuerung und Überwachung von Separatoren und Elektromotoren sowie Steuerschränke dar. Mit der erweiterten Variabilität, dem Blackbox-Design und der IP-basierten Kommunikation sollen sich diese und weitere Aufbauten nun effizienter, noch sicherer und mit zeitgemäßer Vernetzung umsetzen lassen.

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