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Smart Factory

Supply Chain Management in der Fabrik von morgen

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Cyber-physische-Systeme (CPS) sind die Basis der Smart Factory und bilden die Schnittstelle zwischen realer und virtueller Welt. Sie bündeln informations- und softwaretechnische Komponenten mit mechanischen und elektronischen Teilen, die über das Internet kommunizieren. Auf diese Weise koordinieren sie ihre Herstellungs- und Logistikprozesse selbst. Mithilfe von Sensoren verarbeiten cyber-physische-Systeme eine Unmenge von Daten und machen sie für netzbasierte Dienste verfügbar. Hierin besteht auch die Herausforderung: Nämlich die enorm große Datenmenge (Big Data) effizient zu nutzen. Und die ist durchaus beachtlich: Am Tag liefern die Sensoren in der Fertigung mehrere Millionen Datensätze.

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Weitere Informationen stammen aus Kommunikationsverbindungen, dem Auslesen von RFID's oder aus den Aufzeichnungen von Kameras und Mikrofonen in den Produktionsstätten. Doch die Vernetzung der Produktion endet nicht innerhalb einer Smart Factory. Cyber-physische-Systeme, das Internet der Dinge und intelligente Fabriken bieten entlang der kompletten Lieferkette neue Möglichkeiten von Kooperation und Wertschöpfung. Die gesamte Wertschöpfungskette – von der Bestellung eines Produkts bis hin zur Auslieferung – lässt sich automatisieren. Dazu werden sämtliche Prozesse vor und nach der Produktion miteinander in Einklang gebracht und Lieferanten, Logistikdienstleister und Kunden in die eigenen Wertschöpfungsprozesse integriert. Die Verschmelzung unternehmensübergreifender Wertschöpfungsprozesse hängt von der Zuverlässigkeit genutzter Systeme sowie der Datenqualität ab.

Darüber hinaus müssen alle Teilnehmer einer Supply Chain zentrale Anforderungen erfüllen. Eine gemeinsame IT-gestützte Plattform sowie Schnittstellen sind hier nur zwei Beispiele. Ein weiterer Schritt besteht darin, die Maschinenebene (Automation) mit dem Supply Chain Management zu verbinden, um Informationsdefizite zu verhindern. Hintergrund ist, dass das SCM in der Regel über keine bis nur wenige Informationen zu Werkzeugen, Prüfmittel oder Personalqualifizierungen verfügt, da diese Daten aus der Automation häufig verzögert oder nur unzureichend an das SCM übertragen werden. Wesentlicher Vorteil der Integration auf der Automationsebene: Es entsteht eine papierlose Produktion. So können Unternehmen bei Bedarf auf der Automationsebene rasch auf veränderte Auftragsanforderungen reagieren und entsprechend nachsteuern. Fällt beispielsweise während der Produktion eine Maschine aus, können die am Produktionsprozess beteiligten Unternehmen in Echtzeit Änderungen vornehmen, da sie diese Information gemeinsam erhalten haben. Die Effizienz industrieller Fertigungsprozesse wird auf diese Weise rasant gesteigert.

Neue Herausforderungen, neues Denken

Ohne Zweifel bietet Industrie 4.0 Unternehmen attraktive Chancen. Gleichwohl haben Unternehmen noch einen weiten Weg vor sich, der vielfältige Herausforderungen birgt. Hauptsächlich fehlt es an standardisierten Systemschnittstellen, speziell zwischen Manufacturing-Execution-Systemen und der Steuerungsebene, sowie für das Management und die Bereitstellung von Daten aus der Cloud. Industrie 4.0 erzwingt von Unternehmen ein Umdenken: Die Fabrik der Zukunft ist ein komplexes Netzwerk, in dem die einzelnen Bereiche miteinander kommunizieren, ohne, dass sie hierarchisch gegliedert sind. Wo intelligente, softwaregetriebene Maschinen und Automatisierungsschritte immer mehr Prozesse übernehmen, geht auch die Angst um Stellenabbau umher. Jobverlust dank Industrie 4.0? Nein, denn die vierte industrielle Revolution bietet auch neue Möglichkeiten, die eigenen Mitarbeiter in Veränderungsprozesse einzubinden.

Ein Stichwort hierbei ist Augmented Reality. Die virtuelle Darstellung von Handlungsanweisungen oder Informationen, an welcher Stelle im Lager ein Bauteil zu finden ist, sind nur zwei Beispiele, welche Chancen Industrie 4.0 bietet. Doch um diese nutzen zu können, müssen Unternehmen die Herausforderungen aktiv angehen und handeln. Denn schon jetzt hat die Digitalisierung vieles verändert und wird es auch in Zukunft tun.

* Ralf Bernhard ist Partner in der Consilio IT-Solutions GmbH in 85609 Aschheim/Dornach, Tel. (0 89) 96 05 75-0, info@consilio-gmbh.de

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