T-Systems-Tochter konzentriert sich als Service-Provider auf Anlagen und Maschinen

Redakteur: Reinhard Kluger

Eine eigene SIM-Karte für die Kommunikation von Maschine zu Maschine ist nur ein Angebot rund um den Service, den eine Tochter der T-Systems jetzt anbietet. Das besondere daran: die eigene IP-Adresse. Sie ermöglicht das Steuern von Maschinen und Anlagen übers Internet.

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Dirk Seul, Product Manager, white:
Dirk Seul, Product Manager, white:
( Archiv: Vogel Business Media )

Rund 13 Mrd. Maschinen in Deutschland wollen miteinander „sprechen“: Ob Flottensteuerung, Fernabfrage von Zählerständen oder Fernsteuerung von Alarmanlagen − das Vernetzen von Maschinen per Mobilfunk nimmt stetig zu. White, Mobilfunk-Service-Provider für Anlagen und Maschinen und eine Marke der T-Systems Tochter I.T.E.N.O.S., bietet nun eine eigene SIM-Karte für die automatisierte Datenkommunikation von Maschinen (M2M) sowie eine Vielzahl von mobilfunkbasierten Diensten an. In den USA, Skandinavien und Großbritannien heißen solche Dienstleister „Mobile Virtual Network Operator“ (MVNO), und sind bereits erfolgreich im M2M-Geschäft tätig. Sie übernehmen den Koordinationsaufwand zwischen Hardware-, Software- und Telekommunikationsdienstleister, den in Deutschland bisher der M2M-Anwender trägt. Der Mobilfunk-Service-Provider white erschließt damit eine Marktnische, die bisher nicht ausreichend beachtet wurde. „Wir übernehmen damit eine Vorreiterrolle im deutschen Informations- und Telekommunikationsmarkt und ermöglichen Unternehmen eine bedarfsgerechte Planung ihrer Maschinenkommunikation sowie einen kosteneffizienten Betrieb“, erklärt André Streich, Geschäftsleiter bei white.

Insbesondere das Angebot einer festen IP-Adresse unterscheidet die T-Systems-Tochter von anderen Wettbewerbern. So ist es Unternehmen möglich, Endgeräte von jedem beliebigen Internetzugang zu erreichen und zu steuern. Für die Fernüberwachung von Maschinen gibt es die beiden Tarifmodelle „24flex“ und „24fair“. Die Vertragslaufzeiten betragen jeweils 24 Monate, wobei für den „24fair“-Tarif kein monatlicher Grundpreis anfällt. Dieser Tarif ohne Grundgebühr eignet sich besonders für Einsatzbereiche mit geringem Datentransferbedarf.

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Mit der Netzinfrastruktur von T-Mobile

Der Grundpreis für „24flex“ beträgt monatlich 3,50 Euro, und je nach Anforderung kann der Kunde zwischen vier Tarifoptionen wählen. Mit den zusätzlich buchbaren Datenpaketen mit einem monatlichen Inklusivvolumen von ein bis zehn Megabyte können Unternehmen den Einsatz und die damit verbundenen Kosten ihrer M2M-Anwendungen bedarfsgerecht kalkulieren. Dabei wird der Datentransfer kilobytegenau abgerechnet. Die Datenpakete kosten zwischen 2,50 Euro und 6,00 Euro pro Monat. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt drei Monate. Der Datentransfer erfolgt über die Mobilfunkstandards UMTS, GPRS, CSD oder SMS. Sprach-, Internet- und E-Mail-Anwendungen sind mit der SIM-Karte nicht möglich. Dabei greift der Service Provider auf die Netzinfrastruktur von T-Mobile Deutschland zu. Zudem gibt es ein weiteres Tarifmodell für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche und den damit verbundenen Datentransferbedarf. Das anwendungsbezogene Komplettpaket lässt sich für 24 oder 48 Monate buchen und heißt „24volume“ beziehungsweise „48volume“. Der Tarif eignet sich vor allem für Unternehmen, die das Datenvolumen ihrer M2M-Anwendungen exakt einplanen können. Dieser Tarif mit einem Inklusivvolumen von ein bis zehn Megabyte kostet zwischen 5,50 Euro und 9,50 Euro pro Monat und ist damit besonders kostengünstig. Das gilt auch für die Datenübertragung per SMS für 16 Cent in alle deutschen Mobilfunknetze. „white wird vor allem durch seine Einfachheit und die kostengünstigen M2M-Tarife beim Kunden punkten. Wir haben einen Mobilfunk-Service-Provider ins Leben gerufen, der ausschließlich auf die automatische Datenübermittlung ausgerichtet ist. Es werden sämtliche Kompetenzen und Technologien für die gezielte Nutzung von M2M-Lösungen gebündelt und auf die speziellen Anforderungen des automatischen Informationsaustauschs von Maschinen angepasst“, ergänzt Dirk Seul, Product Manager bei white.

Die sogenannte „machine to machine“-Kommunikation – kurz M2M − bezeichnet die Übertragung kleiner bis mittlerer Datenmengen zwischen Maschinen wie Fahrzeugen, Automaten, Alarmanlagen, Stromzählern etc. Rund 13 Milliarden Maschinen allein in Deutschland verdeutlichen das große Potenzial von M2M-Anwendungen. Das Anwendungsspektrum scheint dabei unbegrenzt und reicht von der Übertragung von Systemdaten, zum Beispiel in Verkehrsleitsystemen über die Abfrage von Fehler- und Störprotokollen bis zur Übermittlung von Notruf- und Alarmsignalen. Ebenso lassen sich Elektrizitäts-, Gas- und Wasserzähler aus der Ferne ablesen oder Fahrzeuge und Fracht von einer zentralen Leitstelle überwachen. Auch Getränkeautomaten können durch die drahtlose Kontrolle effizienter bestückt werden. Die Optimierung von Geschäftsprozessen und des Ressourcenmanagements und die damit verbundenen Kosteneinsparungen bergen für Wirtschaft und Industrie ein großes Potenzial. Kurze Reaktionszeiten und die damit verbundene Früherkennung von Fehlern, führen darüber hinaus zur Minimierung von Ausfallzeiten. Dementsprechend investieren Unternehmen immer mehr in den automatisierten Informationsaustausch zwischen Endgeräten mit einer zentralen Leitstelle. Laut dem Marktforschungsinstitut Juniper Research werden die globalen Einnahmen im Bereich M2M von 20 Milliarden Dollar in 2006 auf voraussichtlich 74 Milliarden Dollar im Jahr 2011 anwachsen. Die Analysten prognostizieren mittelfristig ein Marktwachstum von bis zu 30 Prozent.

„Unsere einfachen und kostengünstigen Tarife ermöglichen Unternehmen die bedarfsgerechte Planung ihrer Maschinenkommunikation. Als Mobilfunkserviceprovider fungiert white zudem als Schnittstelle zwischen Hardware- und Softwaredienstleistern. In den USA haben Mobilfunkunternehmen dieses Marktsegment bereits erkannt und übernehmen die zentrale Abwicklung sowie Koordination von M2M-Projekten. white erschließt damit eine Marktnische, die bisher in Deutschland nicht ausreichend beachtet wurde.“

Das macht die M2M Alliance e.V.!

Ein koordinierendes Organ zur Bündelung der Marktkräfte: Vor einem Jahr gründeten verschiedene Unternehmen aus den Bereichen Automatisierungstechnik, Applikationssoftware, Elektrotechnik sowie IT und Telekommunikation ein industrieübergreifendes Bündnis: die M2M Alliance e.V. Machine-to-Machine, kurz M2M, steht für die automatisierte Kommunikation zwischen Maschinen. Die M2M Alliance ist eine offene Initiative für Anbieter und Anwender von M2M-Lösungen und bündelt die unterschiedlichen Interessen der Marktteilnehmer, um das viel versprechende Marktpotenzial zu erschließen und die Marktentwicklung voranzutreiben.

Vorrangiges Ziel der M2M Alliance ist es, die Verbreitung der unterschiedlichen M2M-Technologien zu fördern und die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten zu kommunizieren. Darüber hinaus soll im Rahmen eines ganzheitlichen Gedankenansatzes die technische Harmonisierung für M2M-Anwendungen forciert werden. Der Arbeitskreis Technik richtet sich in erster Linie an die Teilnehmer aus der M2M-Wertschöpfungskette und treibt die Standardisierung auf der Seite der Hersteller voran.

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