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Das FDT/DTM-Konzept zur Geräteintegration Vom Konsortialstandard zur internationalen IEC-Norm

| Autor/ Redakteur: Klaus-Peter Lindner / Ines Stotz

Standards prägen heute unser gesamtes privates und geschäftliches Umfeld. Vom Privathaushalt bis hin zu industriellen, hochtechnologischen Anlagen und Prozessen: Ohne Standards kommt die Gesellschaft nicht mehr aus. Wie aber entsteht ein Standard, und was unterscheidet ihn von einer Norm? Der Beitrag gibt Antworten.

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Klaus-Peter Lindner, Vice President Associations and Standardization, FDT Group: „Anwender wollen für die Beschaffung von möglichst allen Feldgerätetypen größtmögliche Wahlfreiheit bezüglich des Herstellers und oft auch der Kommunikationsschnittstelle. Dafür verantwortlich zeichnet nun das Konsortium, in dem Falle die FDT Group.“
Klaus-Peter Lindner, Vice President Associations and Standardization, FDT Group: „Anwender wollen für die Beschaffung von möglichst allen Feldgerätetypen größtmögliche Wahlfreiheit bezüglich des Herstellers und oft auch der Kommunikationsschnittstelle. Dafür verantwortlich zeichnet nun das Konsortium, in dem Falle die FDT Group.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Standardisieren ist im eigentlichen Sinn das Vereinheitlichen von Maßen, Typen, Verfahrensanweisungen oder auch Begriffen. Ein Standard macht immer dann Sinn, wenn zu viele verschiedene Sichten, Annahmen oder Interpretationsmöglichkeiten ein Zusammenwirken von unterschiedlichen Beteiligten schwer bis unmöglich ist.

Das oberste Ziel ist dementsprechend die Schaffung gemeinsamer Standards – und hier liegt wirklich die Betonung auf „gemeinsam“. Denn, nur wenn so viele Beteiligte wie möglich sich auf einen gemeinsamen Standard einigen, wird dieser auch das Zusammenwirken vereinfachen, ja sogar beschleunigen. Beispiele finden wir in der Praxis zur Genüge. Standardisierte technische Einheiten wie z.B. für den atmosphärischen Druck in „bar“, helfen uns an der Tankstelle unsere Autoreifen richtig aufzupumpen und gewährleisten so eine sichere Fahrt.

Standardisierung schafft aber auch Märkte. Wir haben uns an standardisierte Marken gewöhnt und richten danach unser emotionales Kaufverhalten aus. Standardisierte Rezepturen z.B., also Verfahrensanweisungen, gewährleisten, dass unserer Lieblingsbrotaufstrich immer gleich schmeckt und deshalb auch unser „Liebling“ bleibt. Ein anderes Beispiel ist eine sehr berühmte Fastfood-Kette, die die Zubereitung von Hamburgern und anderen mehr oder weniger leckeren Produkten weltweit so standardisiert hat, dass sogar Spezialdosiermaschinen Mayonnaise und Ketchup entwickelt wurden. Das alles nur, dass der Hamburger in Berlin genau so schmeckt wie in Peking, London oder New York.

Andere Beispiele für die Motivation eines Standards gibt es zahlreich: gemeinschaftliches Zusammenleben, Austauschbarkeit von Komponenten, Vereinfachung des Informationsaustauschs, Verbraucherschutz durch Definition von Mindestanforderungen und Grenzwerten, methodische Vereinfachung, Kostensenkung und Internationalisierung des Geschäfts. Gerade letzteres ist ein Garant für Wachstum und Wohlstand in unserer Gesellschaft und wird von vielen Unternehmen deshalb auch strategisch betrieben.

Wie entsteht ein Standard?

Standards entstehen nicht von Heute auf Morgen, oder sind das Ergebnis einer guten Idee - wie etwa ein Patent eines Einzelnen oder einer Gruppe. Ein Standard muss von einer Gemeinschaft interessierter Anwender des Selben entstehen. Je breiter diese Interessensgruppe ist, die sich mit dem Schaffen eines Standards beschäftigt, desto größer wird die erfolgreiche Durchsetzung dieses Standards sein. Nun gibt es aber nur sehr, sehr selten einen öffentlichen Aufruf zur Erarbeitung eines Standards, also wie soll sich die Interessensgruppe finden? Die Antwort ist relativ trivial: Erst muss eine konkrete Anforderung entstehen, z.B. seitens der Verbraucher, oder einem bestimmten Markt, oder aus einer Branche, etc. Wird diese Anforderung öffentlich, finden sich Interessengruppen, in der Regel Hersteller, die sich zusammen tun um einen Standard zu formulieren. Das ist die Wiege eines Konsortiums.

Was ist ein Konsortium?

Der Begriff Konsortium kommt aus dem Lateinischen von „consortis“ und bedeutet „Schicksalsgenosse“. Das ist im übertragenen Sinn genau der Grund, warum Konsortien gegründet werden. Im Normalfall dient ein Konsortium zur Verteilung von Lasten, z.B. Kosten, Ressourcen, Risiken usw. auf mehrere Unternehmen. Die Aufgabe des Konsortiums ist die zweckgebundene, befristete oder auch unbefristete Vereinigung mehrerer rechtlich und wirtschaftlich selbständig bleibender Unternehmungen zur Durchführung eines bestimmten Geschäfts. Im Falle der Standardisierung ist dieses Geschäft die gemeinsame Festlegung und Definition eines gemeinsamen Standards.

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