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Relais

Warum ein schmales Sicherheitsrelais richtig Spaß macht

| Autor/ Redakteur: Carsten Gregorius* / Ines Stotz

Sicherheitsrelais werden seit vielen Jahren in fast jedem für industrielle Anwendungen konzipierten Schaltschrank eingesetzt. Anwender mögen die zuverlässigen Komponenten und deren einfache Handhabung. Seit 2015 bietet Phoenix Contact eine besonders schmale Produktfamilie an, die jetzt Zuwachs bekommt.

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PSRmini heißen die weltweit schmalsten Sicherheitsrelais mit zwangsgeführten Kontakten – die die gleiche Leistung wie die baugrößeren Sicherheitsrelais bieten.
PSRmini heißen die weltweit schmalsten Sicherheitsrelais mit zwangsgeführten Kontakten – die die gleiche Leistung wie die baugrößeren Sicherheitsrelais bieten.
( Bild: Phoenix Contact )

Sicherheitsrelais kommen insbesondere dort zur Anwendung, wo hohe Lasten direkt geschaltet werden sollen oder die potentialfreie Weitergabe sicherheitsrelevanter Signale der Entkopplung verschiedener Potentiale dient. Über einen langen Zeitraum hatten die entsprechenden Komponenten ein Rastermaß von 22,5 mm. Dies resultierte aus den intern verwendeten zwangsgeführten Elementarrelais, deren Baugröße und Leistungsvolumen keine weitere Miniaturisierung zuließen.

Um die physikalische Abhängigkeit zu durchbrechen, wird ein möglichst kleines Relais mit hoher Schalt- und geringer Betriebsleistung benötigt, das also eine hohe Effizienz aufweist. Dieser Herausforderung haben sich die Spezialisten von Phoenix Contact gestellt und ein Elementarrelais mit Zwangsführung entwickelt, das aus einem Schließer und einem Öffnerkontakt besteht.

Das Besondere an der Komponente ist ihre Baubreite von nur 6 mm. Trotzdem verfügt es über die gleichen Leistungsdaten – sprich Schaltvermögen – wie die bislang erhältlichen Elementarrelais mit Zwangsführung, allerdings bei deutlich größerem Bauvolumen.

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Neue Technik spart: bis zu 70 Prozent Platz

Auf Basis der neuen Relaistechnologie lassen sich nun bisher nicht gekannte Sicherheitslösungen realisieren. 2015 hat das Unternehmen die Sicherheitsrelais-Familie PSRmini mit insgesamt 28 Komponenten für den Maschinenbau und die Prozessindustrie auf den Markt eingeführt. Aufgeteilt auf je eine Baureihe mit 6 und 12 mm Baubreite spart das Relais bis zu 70 Prozent Platz im Vergleich zu klassischen Sicherheitsrelais ein.

„Dies war der wesentliche Grund, weshalb wir uns für das PSRmini entschieden haben“, erklärt Alfred Rachner, Geschäftsführer der TAR Automation. Das Unternehmen entwickelt in Kooperation mit dem Automatisierungsexperten Lenord + Bauer Stellantriebe speziell für die Verpackungsindustrie. Dass es selbst bei einer so schmalen Baubreite keine Abstriche beim Diagnosekomfort gibt, ist ein weiterer Aspekt für Rachner: „Es hat richtig Spaß gemacht, die Inbetriebnahme des Prototyp damit durchzuführen. Eine so gute Diagnose ist leider nicht selbstverständlich“.

Präzise Einstellung von Zeitwerten

2016 wird das Portfolio der Produktfamilie PSRmini durch zusätzliche Komponenten abgerundet. Zum einen mit den beiden Zeitrelais PSR-MC70 und PSR-MC72, die eine Baubreite von lediglich 12,5 mm haben. Sie zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass die Zeitwerte über einen an der Frontseite angebrachten achtfachen DIP-Schalter präzise im Bereich von 0,2 bis 60 s einstellbar sind. Darüber hinaus lassen sich Funktionen wie das Retriggern sowie die Rückfall- und Anzugsverzögerung auch als Querschlusserkennung konfigurieren. Zeitrelais kommen typischerweise bei der Ansteuerung von frequenzgeregelten Antrieben gemäß Stopp-Kategorie 1 zum Einsatz, wo der Bremsvorgang über den unverzögerten Kontaktpfad eingeleitet und anschließend der Antrieb über den verzögerten Kontaktpfad momentfrei geschaltet wird.

Aber auch weitere Anwendungen sind realisierbar. So lässt sich die Anzugsverzögerung des Relaismoduls beispielsweise in Branchen wie der Papierverarbeitung, Stahlindustrie oder Fördertechnik nutzen, um mit dem unverzögerten Kontaktpfad zunächst ein akustisches oder optisches Warnsignal anzusteuern, bevor der gefährliche Maschinenanlauf zeitlich verzögert erfolgt.

Das neue Bedien- und Diagnosekonzept erlaubt eine einfache Inbetriebnahme und schnelle Diagnose im Servicefall. Besonderer Wert wurde zudem auf eine hohe Kompatibilität zu verschiedenen Signalgebern gelegt. Abgesehen von den klassischen elektromechanischen Sensoren, wie Not-Halt oder Schutztürverriegelung, sind ebenfalls Reed- und Transponderschalter anschließbar. Ferner können Lichtgitter oder Laserscanner angebunden werden.

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