Framos Das Staplerauge – Forschungsprojekt der TU München: Eine Kamera statt viel Sensorik

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Forscher des Lehrstuhl Fördertechnik-Materialfluss-Logistik (fml) entwickeln in einem Industriekonsortium ein System zur Optimierung des Transportprozesses mit Kameras und Beleuchtungssteuerungen von Smartek.

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(Framos)

Der Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) an der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Universität München beschäftigt sich mit der technischen Entwicklung von Materialfluss-Systemen und deren Steuerung. In diesem Umfeld gibt es unter anderem den Bedarf am Transportmittel, wie zum Beispiel einem Gabelstapler, Informationen über den Transportprozess mittels geeigneter Sensorik zu erkennen.

Aktuelle Entwicklungen basieren hier auf einer Vielzahl von Insellösungen mit hohem Integrationsaufwand. Solche Sensor-Nachrüstungen sind oft wenig wirtschaftlich oder technisch kaum praktikabel. Dies behindert die breite Anwendung entsprechender Sensoren und darauf aufbauender Steuerungskonzepte im Gabelstapler-basierten Materialfluss.

An dieser Stelle setzt das IGF-Forschungsprojekt1 „Das Staplerauge“ an.

Durch die Integration von Videokameras an sehr flexibel einsetzbaren Flurförderzeugen, wie einem Gabelstapler, soll die Effizienz und Sicherheit von Materialflussprozessen entscheidend erhöht werden. Der aktuelle Ansatz zielt hierzu insbesondere auf die Erkennung der Gabelbelegung, der Hubhöhe, der räumlichen Position und des Ladegutes mittels Barcode.

Der Einsatz einer GC2441M-Kamera (5 Megapixel bei 15 Bildern pro Sekunde) mit GigE Vision (Gigabit Ethernet) Schnittstelle am Gabelstapler führt eine Vielzahl von Sensorfunktionen in einer einzigen Sensortechnologie zusammen.

Wenn es einfach wäre…

Das Bildverarbeitungssystem aus Kamera, Optik, Beleuchtung und Software muss sich bei folgenden Erkennungsaufgaben echten Herausforderungen stellen:

  • Gabelbelegung: Hier muss das System erkennen, ob die Stapler-Gabel belegt oder frei ist. Bei dieser Funktion kommt es darauf an, dass die Kamera die Zinken der Staplergabel exakt vom Bildhintergrund separieren kann. Lassen sich die Zinken in ihrer zuvor eingelernten Geometrie komplett detektieren, ist die Gabel im Zustand „nicht belegt“. Da die Zinken stahlgrau sind heben sie sich speziell vor dunklen Hintergründen nur wenig ab. Dies verlangt von der Kamera eine möglichst kontrastreiche Bildaufnahme unter verschiedensten Beleuchtungssituationen.
  • Hubhöhe: Je nach technischem Aufwand stehen hier zwei Szenarien im Fokus: Zunächst soll die Hubhöhe grob geschätzt werden, um beispielsweise zu erkennen, aus welchem Regalfach der Stapler ein Ladegut aufgenommen hat. Im zweiten Schritt soll der Staplerfahrer eine Hubhöhe einstellen können, die mittels eines Kamera-basierten Regelkreises autonom vom Stapler angefahren wird.
  • Position im Raum: Neben der Höhenbestimmung soll das zu entwickelnde System mittels Kamera ebenfalls die Position des Gabelstaplers in einem Lager kontinuierlich verfolgen. Hierbei kommen entweder 2-dimensionale Marker zum Einsatz, anhand derer die Position bestimmt werden kann, oder es gelingt durch hochentwickelte Algorithmen die Orientierung und Bewegung des Gabelstaplers zu erkennen.
  • Ladegutidentifikation: Zur automatischen Verfolgung des Materialflusses soll das Ladegut mittels 1- und 2-dimensionaler Codes identifiziert werden. Hierbei ist die Herausforderung, dass die Kamera in einem sehr breiten Blickfeld die Codes in ausreichender Auflösung und Kontrast aufnehmen kann.

Die beschriebene Applikation von Bildverarbeitungs-Technologien bringt eine Reihe von Herausforderungen mit sich:

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