Konjunktur Deutscher Maschinen- und Anlagenbau blickt wieder zuversichtlicher nach vorn

Quelle: VDMA 2 min Lesedauer

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Aufatmen in der deutschen Schlüsselindustrie: Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau hat sich im dritten Quartal 2026 spürbar verbessert. Die Unternehmen erwarten wieder steigende Umsätze und profitieren von starken Impulsen aus Hightech-Branchen wie der Medizintechnik oder der Luft- und Raumfahrt. Der VDMA sieht Grund für einen „vorsichtigen Optimismus“.

Künstliche Intelligenz und Hightech als Zugpferde: Neue Technologien und veränderte Nachfragen sorgen für wachsenden Optimismus im Maschinenbau.(Bild:   /  Pixabay)
Künstliche Intelligenz und Hightech als Zugpferde: Neue Technologien und veränderte Nachfragen sorgen für wachsenden Optimismus im Maschinenbau.
(Bild: / Pixabay)

Nach Monaten der Zurückhaltung zeichnet die aktuelle Konjunkturerhebung des Branchenverbandes VDMA ein deutlich freundlicheres Bild. Rund 34 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „sehr gut“ – ein merklicher Anstieg im Vergleich zum Juli (28 Prozent). Nur noch gut jedes fünfte Unternehmen klagt über eine schlechte Lage.Auch der Blick in die Zukunft fällt optimistischer aus: Ein Drittel der Betriebe rechnet im kommenden Halbjahr mit Verbesserungen, lediglich zehn Prozent befürchten einen Abschwung. Diese Zuversicht spiegelt sich in den Auftragsbüchern wider: Für das laufende Jahr 2026 planen 57 Prozent der Firmen mit einem nominalen Umsatzanstieg, für 2027 klettert dieser Wert sogar auf 62 Prozent.

Für das laufende Jahr 2026 planen 57 Prozent der Unternehmen mit einem nominalen Umsatzanstieg, für 2027 klettert dieser Wert sogar auf 62 Prozent.

KI und Rüstung treiben das Geschäft, Auto und Chemie bremsen

Die Nachfrage entwickelt sich je nach Sektor höchst unterschiedlich. Starke Wachstumsimpulse kommen derzeit aus der Verteidigungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik. Auch die Elektroindustrie erweist sich dank massiver KI-Investitionen als verlässlicher Treiber.Die traditionellen Zugpferde schwächeln hingegen weiterhin. Die Automobil- und Chemieindustrie stehen unter enormem internationalen Wettbewerbsdruck. Das spüren auch abhängige Fachzweige wie die Robotik und Automation, deren Lage zwar durchwachsen bleibt, die aber immerhin durch Teilbereiche wie die Industrielle Bildverarbeitung neue Hoffnungsschöpfen können. Auch in der Bauindustrie ist die Stimmung weiterhin verhalten.

VDMA-Chefvolkswirt warnt vor Standortnachteilen

Trotz der positiven Signale warnt der VDMA vor unangebrachter Euphorie. VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt spricht von „Anlass zu vorsichtigem Optimismus“, betont aber die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen: „Geopolitische Verwerfungen und der verschärfte Wettbewerb mit China bringen viele Unternehmen an ihre Grenzen.“ Gernandt nahm auch die Bundesregierung in die Pflicht: „Die Kosten am Standort Deutschland sind zu hoch. Die Politik muss den Reformstau am Standort Deutschland endlich auflösen.“

Bittere Pille Arbeitsmarkt: Über 30 Prozent planen Stellenabbau

Die tiefgreifende Transformation der Industrie und die Krisen der letzten Jahre hinterlassen auf dem Arbeitsmarkt tiefe Spuren. Obwohl sich die wirtschaftlichen Aussichten aufhellen, wird der Personalabbau weitergehen. Mehr als 30 Prozent der Unternehmen sehen sich in den kommenden Monaten gezwungen, Stellen abzubauen. Nur 18 Prozent planen Neueinstellungen, während gut die Hälfte (52 Prozent) ihre Stammbelegschaft halten will.

Wie hart der Strukturwandel die Branche bereits getroffen hat, zeigt eine erschreckende Zahl: Seit 2019 sind im Maschinen- und Anlagenbau am Standort Deutschland rund 100.000 Arbeitsplätze weggeschmolzen.

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