Zertifizierung von Lapp-Produkten für Nordamerika

Durchblick im Normen-Dschungel

| Autor / Redakteur: Lucas Kehl* / Ines Stotz

Alle Rechtecksteckverbinder Epic, wie der Epic Ultra sind ab sofort nach UL50 zertifiziert, der Norm für die Dichtigkeit von Steckverbinder-Gehäusen.
Alle Rechtecksteckverbinder Epic, wie der Epic Ultra sind ab sofort nach UL50 zertifiziert, der Norm für die Dichtigkeit von Steckverbinder-Gehäusen. (Bild: Lapp)

US-Markt Immer mehr Produkte der Lapp Gruppe tragen die Bezeichnung „UL-zertifiziert“, sind also für den nordamerikanischen Markt zugelassen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn die Normenlandschaft jenseits des Atlantiks ist ziemlich verwirrend. Lapp hilft seinen Kunden, den Durchblick zu behalten.

Für die allermeisten Industriezweige gehören sie zum täglich Brot: Normen und Standards, die bestimmte Eigenschaften eines Produkts festlegen, und Zertifizierungen, die ein Produkt durchlaufen muss, damit es überhaupt seiner Bestimmung gemäß verwendet werden darf. Wer deutsche und europäische Normen und Zertifizierungen kompliziert findet, hat sich noch nicht mit ihren Pendants in Nordamerika und insbesondere den USA befasst. Anforderungen sind dort häufig detaillierter geregelt und noch dazu zwischen den Bundesstaaten unterschiedlich. Dennoch erfüllen immer mehr Lapp-Produkte etwa der Ölflex-Serie nordamerikanische Standards, wovon auch europäische Maschinenbauer profitieren, die ihre Anlagen in den USA oder Kanada verkaufen wollen. Die Lapp Gruppe betreibt in Florham Park, New Jersey, neben einer Kabelfabrik auch ein Entwicklungszentrum, das sich mit solchen Fragen beschäftigt und Kunden berät.

UL – das Maß der Dinge

Wenn es um Standardisierung in den USA geht, taucht immer wieder das Kürzel UL auf. Das Underwriters Laboratory in Northbrook, Illinois, ist dort das Maß der Dinge. 1894 gegründet, hat die unabhängige Organisation eine Doppelfunktion: Sie setzt Standards und prüft diese auch, das verleiht dem UL mehr Macht als sie europäische Institutionen haben, wo diese Funktionen getrennt sind. Die relevanten Fachnormen für die Verkabelung von Industriemaschinen in den USA sind die Editionen 2012 und 2015 der NFPA 79 (National Fire Protection Association), die in enger Wechselwirkung mit dem National Electric Code (NEC) stehen, dem wohl bedeutendsten Regelwerk für exportierende Maschinen- und Anlagenbauer. Der NEC, auch als Grundnorm unter NFPA 70 bekannt, verweist in Artikel 670 (Industrial Machinery) auf den NFPA 79. Die Wechselwirkung begründet sich dadurch, dass der NEC Normen zum Thema „Allgemeine Elektroinstallation“ enthält und damit Grundlage jeglicher Anwendung ist. NFPA 79 unterscheidet verschiedene Varianten der UL-Zertifizierung:

  • UL-Listing: Ähnlich wie in Bauartnormen sind in UL-Listings die Eigenschaften einer Vielzahl von Kabeltypen aufgeführt, detailliert nach Nennspannung, Materialien, Wandstärke, Temperaturbereich, Brandeigenschaften, Einsatzzweck usw. Aus der Liste pickt man sich den Typ heraus, der für das zu zertifizierende Kabel am besten passt. Bekante Listing-Typen sind zum Beispiel TC-ER (Tray Cable Exposed Run), MTW (Machine Tool Wiring) oder Flexible Motor Supply.
  • UL-AWM (Appliance Wiring Material): Hier handelt es sich um geprüfte Komponenten, wobei nur Mindestanforderungen geprüft werden. UL-AWM ist flexibler in der Anwendung, weshalb die meisten Lapp-Komponenten nach AWM zertifiziert sind, wie zahlreiche Kabel und sämtliche Rechteckstecker der Epic-Serie. Ein Nachteil von UL-AWM ist, dass solche Komponenten streng genommen nur im Werk des Herstellers in eine Maschine eingebaut werden dürfen, wobei es neuerdings Ausnahmeregelungen gibt. Soll eine Maschine von Grund auf am finalen Einsatzort aufgebaut werden, kommen vorwiegend UL-gelistete Komponenten in Frage.

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