Interessenverbund für Qualität (IVQ) Europas führende Elektronikfirmen besprechen brisante Themen

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Die Strukturen der modernen Elektronik-Chips sind heute so klein, dass hochenergetische Strahlungen nicht selten zur Informationsverfälschung durch so genannte „Bitkipper“ führen können. Wie man diesem gefährlichen Phänomen begegnen kann, und über weitere brisante Themen tauschten sich Mitgliedsfirmen des Interessenverbunds für Qualität (IVQ) bei einem kürzlich stattgefundenen Treffen bei HTV aus.

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Alle sechs Monate treffen sich die Vertreter der 35 Mitgliedsfirmen des Interessenverbunds für Qualität (IVQ), um sich durch informative und hochaktuelle Vorträge über zeitgemäße und aktuelle Themen auszutauschen. Beim diesjährigen Treffen im Hochleistungszentrum für elektronische Bauteile HTV standen unter anderem das Thema „Einfluss von Höhenstrahlung auf elektronische Bauteile“ im Vordergrund
Alle sechs Monate treffen sich die Vertreter der 35 Mitgliedsfirmen des Interessenverbunds für Qualität (IVQ), um sich durch informative und hochaktuelle Vorträge über zeitgemäße und aktuelle Themen auszutauschen. Beim diesjährigen Treffen im Hochleistungszentrum für elektronische Bauteile HTV standen unter anderem das Thema „Einfluss von Höhenstrahlung auf elektronische Bauteile“ im Vordergrund
( Archiv: Vogel Business Media )

Am 14. und 15. April trafen sich 35 Mitgliedsfirmen des Interessenverbunds für Qualität (IVQ) unter denen sich eine Vielzahl namhafter Elektronikhersteller für den Automobil- und Industriebereich befinden, beim Hochleistungszentrum für elektronische Bauteile HTV in Bensheim, dem Spezialisten fürs Testen, Programmieren und Langzeitkonservieren elektronischer Komponenten und wurden dort vom Bensheimer Bürgermeister Thorsten Herrmann begrüßt.

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Hauptthemen waren unter anderen:

  • Internationale Beschaffung elektronischer Bauteile und deren Gefahren
  • Elektromigration an elektronischen Komponenten
  • Einfluss von Höhenstrahlung auf elektronische Bauteile.

Das wesentliche Ziel des IVQ, der bereits seit mehr als 20 Jahren besteht und der von HTV geführt wird, ist die gegenseitige Information der Mitglieder im Falle auftretender Qualitätsprobleme bei elektronischen Bauelementen sowie ein gemeinsames Auftreten gegenüber den Herstellern. Grundgedanke ist der wechselseitige Austausch wichtiger Informationen. Somit lebt der „Interessenverbund Qualität“, dessen Mitgliedschaft kostenlos ist, vom gegenseitigen Geben und Nehmen und dem ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder.

Alle sechs Monate trifft man sich abwechselnd bei den verschiedenen Mitgliedsfirmen, um sich durch informative und hochaktuelle Vorträge über zeitgemäße und aktuelle Themen auszutauschen. Durch die gegenseitigen Besuche erhalten die Teilnehmer zusätzlich auch immer eine Fülle von Anregungen aus den Partnerunternehmen.

Brisantes Thema: Einfluss von Höhenstrahlung auf elektronische Bauteile

Speziell das Thema „Einfluss von Höhenstrahlung auf elektronische Bauteile“, über das von den HTV-Halbleiter-Spezialisten Henry Schäf und Jürgen Ernst referiert wurde, besitzt eine enorme Brisanz. Seit vergangenem Jahr kommen immer häufiger, mittlerweile fast wöchentlich, Firmen auf HTV zu und bitten um Hilfe: Bei ausgelieferten und bereits im Einsatz befindlichen Geräten stimmen plötzlich die Programme in den Speicherbausteinen nicht mehr. Dies kann zum Teil katastrophale Auswirkungen haben: Wird auch nur eine einzige Zelle verändert, funktioniert möglicherweise die gesamte Software nicht mehr oder liefert falsche Ergebnisse zurück. Dies führt zum Beispiel bei medizinischen Geräten, Fahrzeugen, Flugzeugen und Maschinen zu Gefahr für Leib und Leben.

Phänomen der Informationsverfälschung durch „Bitkipper“

Das Phänomen der Informationsverfälschung durch „Bitkipper“ ist beim Testhaus HTV bereits seit einiger Zeit sehr gut bekannt. Die Ursache hierfür liegt oftmals in der Höhenstrahlung oder auch anderen hochenergetischen Strahlungsarten, wie z.B. der Gamma- und Röntgenstrahlung in Kombination mit den immer kleineren Abständen auf den heutigen Elektronik-Chips.

Obwohl das Magnetfeld unserer Erde uns recht gut vor Strahlungen aus dem All schützt, durchdringt trotzdem ein Teil dieser so genannten Höhenstrahlung den Schutzmantel der Atmosphäre und ist bis in Tiefen von mehreren Hundert Metern unter der Erde feststellbar. Mit zunehmender Höhe nimmt die Teilchenstrahlung zu, sie ist also im Flugzeug oder im All am stärksten.

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