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Vision 2016 Industrie 4.0 beflügelt und inspiriert Embedded Vision-Systeme

| Redakteur: Sariana Kunze

Vor fast 20 Jahren wurden auf der Vision die ersten Embedded Vision-Systeme vorgestellt. Das Konzept, erstmals die gesamte Bildverarbeitung mit Hard- und Software in einem Stand-Alone-System zu vereinen, erwies sich als Erfolgsstory.

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Die industrielle Bildbearbeitung wandelt sich zum integralen, aktiven Bestandteil in der Automation und auf dem Shop Floor.
Die industrielle Bildbearbeitung wandelt sich zum integralen, aktiven Bestandteil in der Automation und auf dem Shop Floor.
(Bild: EVSG)

Embedded Vision-Systeme haben die Welt der industriellen Bildverarbeitung verändert und führte sogar zur Gründung einer eigenen, ständig wachsenden VDMA-Arbeitsgruppe. „Das Interesse an unserer Arbeitsgruppe nahm nach der Vorstellung unserer Studie enorm zu, mittlerweile haben wir 20 aktive Mitglieder“, berichtet Dr. Klaus-Henning Noffz, Leiter der VDMA-Arbeitsgruppe Embedded Vision und CEO von Silicon Software. Die Rede ist vom Embedded Vision Study Group (EVSG) Report, der im Sommer 2015 auf dem G3 Future Standards Forum in Chicago vorgestellt wurde.

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Embedded Vision für Industrie 4.0

Die Studie spiegelt vor allem die enormen technischen Veränderungen. „Früher ging es bei Embedded-Technologie darum, alles möglichst kompakt in einem Gerät unterzubringen, das sich auch mobil einsetzen lässt“, erklärt das Mitglied des VDMA Boards Fachabteilung Bildverarbeitung. „Doch Embedded Vision geht deutlich weiter: Im Mittelpunkt steht die Klärung der Frage, welche Rolle die Bildverarbeitung im Zusammenhang mit Industrie 4.0 spielen kann.“ So fragen sich die Experten beispielsweise, wie Geräte aussehen müssen, damit sich mit ihnen „Bildinspektion am Ort des Geschehens“ verwirklichen lässt. „Wie lässt sich beispielsweise ein Sensor so mit Prozessorintelligenz verbinden, dass sie seine Bilddaten automatisch in ein Netzwerk einspeist?“, nennt Dr. Noffz eine der typischen Fragen. „Es geht also um den Aufbau von dezentraler Intelligenz.“

Das wirke sich auch auf die Automatisierungstechnik aus, denn die Embedded Vision-Systeme wandeln sich zu intelligenten, selbstständig agierenden Teilnehmern in der smarten Fabrik. „Diese Bildverarbeitungsgeräte melden sich nicht nur automatisch im Netzwerk an, sondern sie wissen auch, welcher Netzwerkteilnehmer ihre Messergebnisse benötigt“, sagt der CEO. „Das Automatisierungs-Netzwerk kann es dann aber auch ansprechen, um gezielt von dem Gerät detaillierte Informationen – etwa von einer aktuellen Bildinspektion – abzurufen.“ Entsprechend wandle sich auch das Netzwerk vom früheren Pyramidenmodell mit streng hierarchischen Ebenen zur durchgängigen, dezentralen EDV-Struktur, in der jeder mit jedem kommuniziere. Die Nachfrage nach entsprechenden Systemen, die sich problemlos in die smarte Fabrik der Zukunft integrieren, wächst. „Wir stellen daher auf der Vision eine Software vor, die Kameras intelligenter macht“, erläutert Dr. Noffz. „Die Kamera leitet dann nicht mehr Bilddaten, sondern bereits komplett aufbereitete Ergebnisse weiter.“

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