KI-gestützte Robotik in Europa Intelligente Roboter zeigen ihr Können

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Am 2. September 2026 demonstrierten im Europäischen Parlament in Brüssel fünfzehn fortschrittliche KI-basierte Roboter, wie Europas Forschende die Robotik auf ein neues Zeitalter vorbereiten.

KI-basierte Robotik hat das Potenzial sich in zehn bis fünfzehn Jahren zu einem Industriezweig in Europa hin zu entwickeln, der in der Größe und Bedeutung der heutigen Automobilindustrie entspricht. Hier ist zu sehen, wie DLR-Roboter Rollin‘ Justin eigenständig eine Alltagsaufgabe übernimmt und die Küchenpflanze wässert.(Bild:  DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
KI-basierte Robotik hat das Potenzial sich in zehn bis fünfzehn Jahren zu einem Industriezweig in Europa hin zu entwickeln, der in der Größe und Bedeutung der heutigen Automobilindustrie entspricht. Hier ist zu sehen, wie DLR-Roboter Rollin‘ Justin eigenständig eine Alltagsaufgabe übernimmt und die Küchenpflanze wässert.
(Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))

Erörtert wurden Maßnahmen, um die KI-basierte Robotik in zehn bis fünfzehn Jahren zu einem Industriezweig in Europa hin zu entwickeln, der in der Größe und Bedeutung der heutigen Automobilindustrie entspricht. Die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz ermöglichen es Robotern, in immer komplexeren physischen Umgebungen wahrzunehmen, zu lernen und zu handeln. Die Robotik entwickelt sich damit von einem spezialisierten Industriemarkt hin zu einem Massenmarkt, der in Bezug auf Umfang und wirtschaftliche Bedeutung das Potenzial hat mit der Automobil-, Computer- und Telekommunikationsindustrie gleichzuziehen.

15 humanoide Roboter, drei Szenarien

Insgesamt 15 Robotersysteme präsentierten dazu drei thematische Szenarien mit besonderer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz:

Die Franka Dual-Arm Roboterzelle ist darauf trainiert, verschiedene Werkzeuge und Handgriffe im Industriebereich anzuwenden. Hier zeigt die Zelle die geschickte Kabelführung bei der Kabelbaumontage. Um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln, nutzt das System Simulationen digitaler Zwillinge. Entwickelt wird die Roboterzelle von der Technischen Universität München (TUM), dem Jožef Stefan Institute (JSI) und der Universität Bremen.(Bild:  DLR)
Die Franka Dual-Arm Roboterzelle ist darauf trainiert, verschiedene Werkzeuge und Handgriffe im Industriebereich anzuwenden. Hier zeigt die Zelle die geschickte Kabelführung bei der Kabelbaumontage. Um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln, nutzt das System Simulationen digitaler Zwillinge. Entwickelt wird die Roboterzelle von der Technischen Universität München (TUM), dem Jožef Stefan Institute (JSI) und der Universität Bremen.
(Bild: DLR)

Laptops und Staubsauger robotergestützt zerlegen: Beim Szenario „Robotergestützte Fertigung für eine Kreislaufwirtschaft“ zeigten fünf verschiedene Teams Anwendungsbeispiele in der Fertigung und Ressourceneffizienz: Technologien zur Erneuerung und Demontage von Laptops, zum Zerlegen eines Staubsaugerroboters, zur fortschrittlichen Robotermanipulation, für ein mobiles Demontagesystem sowie für die virtuelle Umgebung eines Gebäudes.

Die Forschenden im euROBIN-Netzwerk arbeiten daran, dass künftig auch verschiedene Robotern zusammenarbeiten können. Bei der gemeinsamen Aufgabe „Frühstückstisch abräumen“ hier agieren insgesamt vier verschiedene Roboter jeweils selbstständig, unter „Rücksichtnahme“ der anderen Roboter.(Bild:  DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Die Forschenden im euROBIN-Netzwerk arbeiten daran, dass künftig auch verschiedene Robotern zusammenarbeiten können. Bei der gemeinsamen Aufgabe „Frühstückstisch abräumen“ hier agieren insgesamt vier verschiedene Roboter jeweils selbstständig, unter „Rücksichtnahme“ der anderen Roboter.
(Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))

Robotische Haushaltshelfer räumen Frühstückstisch ab: „Persönliche Roboter für mehr Lebensqualität und Wohlbefinden“ demonstrierten, wie sie Menschen in alltäglichen Umgebungen unterstützen. Als Helfer in der Küche stellten insgesamt vier Systeme ihre Fähigkeiten in den Bereichen Mensch-Roboter-Interaktion, Handhabung und autonome Unterstützung unter Beweis, einer davon der humanoide DLR-Roboter „Rollin’ Justin“. 

Der Roboter ARMAR-7 des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) greift vorsichtig einen Teller, um ihn den Geschirrspüler einzuräumen. Er ist insbesondere mit einer kognitiven Architektur mit einem episodischem Gedächtnis ausgestattet, um seine Erfahrungen zu speichern, abzurufen und zu teilen.(Bild:  DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Der Roboter ARMAR-7 des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) greift vorsichtig einen Teller, um ihn den Geschirrspüler einzuräumen. Er ist insbesondere mit einer kognitiven Architektur mit einem episodischem Gedächtnis ausgestattet, um seine Erfahrungen zu speichern, abzurufen und zu teilen.
(Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))

Die vier Roboter agierten autonom und übernahmen gemeinsam und kollaborativ die Aufgabe, einen Frühstückstisch abzuräumen: Sie erkannten selbstständig die verschiedenen, willkürlich verteilten Gegenstände auf dem Tisch, griffen Teller ebenso feinfühlig wie die Müsli-Schachtel, räumten alles sicher in den Geschirrspüler, Schrank und Kühlschrank, und entsorgten den Müll.

Das europäische Robotik-Netzwerk euROBIN adressierte mit ihrer Technologiedemonstration Anwendungsszenarien mit besonderer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz. Hier demonstriert der Roboter KYON des Istituto Italiano di Tecnologia (IT) die autonome Paketzustellung. Er ist in der Lage 15 Kilogramm mit seinen Armen und 30 Kilogramm auf seinem Körper zu tragen.(Bild:  DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Das europäische Robotik-Netzwerk euROBIN adressierte mit ihrer Technologiedemonstration Anwendungsszenarien mit besonderer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz. Hier demonstriert der Roboter KYON des Istituto Italiano di Tecnologia (IT) die autonome Paketzustellung. Er ist in der Lage 15 Kilogramm mit seinen Armen und 30 Kilogramm auf seinem Körper zu tragen.
(Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))

Paketzustellung mit Robotern: Im Setting „Outdoor-Roboter für nachhaltige Gemeinschaften“ kamen verschiedene Robotertechnologien für Außenanwendungen und Logistik zum Einsatz. Die Entwicklungsteams demonstrierten die autonome Paketzustellung mit agilen Robotern wie einem Zentauren-Roboter, einem Vierbeiner auf Rädern und einer mit Armen ausgestatteten Drohne. Sie stellten dabei Systeme vor, die für den Einsatz in anspruchsvollen Outdoor-Umgebungen konzipiert sind.

Der Roboter Transformer der ETH Zürich ist besonders agil, sodass er Aufgaben in schwierigen Umgebungen übernehmen kann. Er kann sich auf verschiedene Arten fortbewegen und dabei zwischen insgesamt 42 Kombinationen wechseln.(Bild:  DLR)
Der Roboter Transformer der ETH Zürich ist besonders agil, sodass er Aufgaben in schwierigen Umgebungen übernehmen kann. Er kann sich auf verschiedene Arten fortbewegen und dabei zwischen insgesamt 42 Kombinationen wechseln.
(Bild: DLR)

Eine zusätzliche Ausstellung mit Vorführungen von beinbasierten humanoiden Robotern durch Industriepartner unterstrich Europas Kompetenzen auch in diesem Bereich. euROBIN vereint die führenden Robotik- und KI-Forschungslabore aus Europa. Unter Federführung des DLR verdeutlichte das Exzellenznetzwerk in Brüssel die Bandbreite des europäischen Robotik-Ökosystems.

Europa kann Robotik

Europa hat Jahrzehnte damit verbracht, eine außergewöhnliche wissenschaftliche und technologische Grundlage in der Robotik aufzubauen. „Die Herausforderung besteht nun darin, diese Stärke in einen industriellen Maßstab, einen flächendeckenden Einsatz und europäische technologische Souveränität umzusetzen. KI-basierte Robotik erlaubt uns, europäische Exzellenz in der Robotik mit den außergewöhnlichen Fortschritten zu verbinden, die im Bereich der KI in den letzten Jahren stattgefunden haben“, erklärt Prof. Alin Albu-Schäffer, Direktor des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik und Koordinator von euROBIN.

Die Live-Demonstration und geschlossene Gesprächsrunde mit führenden Persönlichkeiten aus Politik, Industrie und Forschung setzte daher auch Impulse für die weitere Weichenstellung. Axel Voss, Europaabgeordneter und Gastgeber der euROBIN-Demonstration im Europäischen Parlament bekräftigt: „Europa kann Robotik, das zeigen wir hier eindrucksvoll. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass aus europäischer Spitzenforschung auch europäische Marktführer werden. Wenn KI und Robotik die nächste große industrielle Revolution prägen, dürfen wir nicht erneut erleben, dass die entscheidenden Technologien hier betrieben, aber anderswo groß gemacht werden. Wir brauchen weniger Hürden, mehr Tempo und bessere Bedingungen für Investitionen und Skalierung.“

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