Lapp Gruppe setzt auf Ladestecker Typ 2 nach IEC Norm 62196

Kabelsysteme für die Mobilität von morgen

04.08.2011 | Redakteur: Ines Stotz

Neben den Produkten für die Ladeinfrastruktur bietet Lapp auch die Hochvoltverkabelung sowie Systemverbindungen für die Energiespeicher der neuen Fahrzeuggeneration an.
Neben den Produkten für die Ladeinfrastruktur bietet Lapp auch die Hochvoltverkabelung sowie Systemverbindungen für die Energiespeicher der neuen Fahrzeuggeneration an.

Laut Plan der Bundesregierung sollen bis zum Jahr 2020 rund eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Utopie oder erreichbare Wirklichkeit? Weltweit arbeiten jedenfalls viele Unternehmen an Konzepten für die beste Ladeinfrastruktur und die optimalste Energiespeichermöglichkeit.

„Eines ist aber schon sicher: Die jetzt neu entwickelten Kabelsysteme sind die Lebensadern der Mobilität von morgen“, erklärt Werner Becker, Geschäftsführer von Lapp Systems, einem Unternehmen der Lapp Gruppe. So setzt darauf auch die Stuttgarter Lapp Gruppe, einer der führenden Anbieter von integrierten Lösungen und Markenprodukten für Kabel- und Verbindungstechnik. „Zur Entwicklung von praxisnahen Lösungen arbeiten wir sehr eng mit deutschen Automobilunternehmen, Herstellern von Li-Ionen-Batterien und Herstellern von Ladesäulen zusammen“, sagt Werner Becker. Größte Chancen räumt die Gruppe dem Ladestecker Typ 2 ein und bietet der Industrie auf dieser Basis ihre Lösungen für die Elektromobilität an.

Grundsätzlich werden in Forschung und Industrie mehrere Lade-Optionen diskutiert und getestet.

Systemansätze zum Laden

Zum Laden der neuen Energiespeicher werden heute prinzipiell drei verschiedene Formen von Ladekonzepten verfolgt. Folgende Systemansätze sind dabei zu unterscheiden:

Induktives Laden: Die berührungslose Übertragung elektrischer Energie funktioniert dabei nicht anders, als man dies von der elektrischen Zahnbürste her kennt. Das heißt, man fährt mit dem Fahrzeug über eine stationäre Magnetschleife und lädt es auf. Allerdings sind dafür nach heutigem Stand bis zu sechsmal längere Ladezeiten als mit einem Kabel erforderlich. Auch die Auswirkungen der elektromagnetischen Felder auf den Menschen sind noch nicht ausreichend erforscht.

Batteriewechsel oder Austausch der Elektrolytflüssigkeit: Diese Variante gilt unter Fachleuten als sehr kompliziert. Für die „frischen“ Batterien müsste überall genug Lagerkapazität vorhanden sein. Auch der Wechsel sollte so einfach funktionieren, dass ihn der Autofahrer selbst vornehmen könnte.

Laden mit einem Kabel: In dieser Variante sieht Lapp die größten Zukunftschancen.

Kabelgebundene Ladesysteme

Die meisten Automobilhersteller weltweit setzen heute auf eine kabelgebundene Lade-Infrastruktur. Zwei Varianten sind dabei grundsätzlich möglich.

DC-Ladung – das Laden mit Gleichstrom: Einige asiatische Hersteller setzen auf diese Lösung mit der Schnellladungen mit bis zu 130 kW und 400 A realisiert werden können. Allerdings ist diese Form des Ladens mit der aktuellen Netz- und Leitungskapazität schwierig zu realisieren. Vorteil: Mit der Gleichstromladung könnte eine Schnell-Ladung in rund fünf Minuten erfolgen. Für den Ladevorgang mit Gleichstrom steht der heutige CHAdeMO-Stecker (Charge for Moving). Dieser resultiert aus einer Kooperation verschiedener OEMs wie Nissan, Mitsubishi, Toyota, PSA, Think, und Subaru.

  • AC-Ladung — das Laden mit Wechselstrom: Auch hier sind heute verschiedene Steckerformen „im Rennen“. Der normale Schuko-Stecker bis 16 A (Mode 1). Das einphasige Aufladen im häuslichen Bereich mit 230 V nimmt dabei am meisten Zeit in Anspruch. Dieses Ladesystem wird mit einer sog. Incable-Box geliefert, die Steuerfunktionen und Sicherheitsmerkmale wie einen FI-Schutzschalter enthält.
  • Darüber hinaus werden aktuell weltweit drei verschiedene Steckertypen speziell für das Laden von Elektrofahrzeugen verwendet.
  • Der Stecker Typ 1 wird von asiatischen und amerikanischen Herstellern favorisiert. Er ist für das 1-phasige Laden bis zu 70 A ausgelegt.
  • Die größten Zukunftschancen räumt Lapp dem Stecker Typ 2 ein. Er entspricht der IEC Norm 62196-2 und wird sowohl für das 1-phasige Laden von 16 bis 32 A (Mode 2), als auch für das 3-phasiges Laden bis zu 63 A (Mode 3) verwendet. Der Ladestecker Typ 2 wird von den deutschen Automobilherstellern favorisiert.
  • Daneben gibt es noch den sog. Stecker Typ 3 mit 16 bis 32 A, der zurzeit noch von italienischen Automobilherstellern eingesetzt wird.

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