User Experience

Mehr User Experience mit Chatbots, KI und Sprachsteuerung

| Redakteur: Sariana Kunze

Die Digitalisierung der Industrie macht viele Firmen insbesondere bei UX experimentierenfreudiger.
Die Digitalisierung der Industrie macht viele Firmen insbesondere bei UX experimentierenfreudiger. (Bild: ©Coloures-Pic - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung der Industrie veranlasst immer mehr Firmen verstärkt auf Usability bzw. User Experience (UX) zu setzen. Prof. Claus Oetter, stellv. Geschäftsführer Fachverband Software und Digitalisierung sowie Leiter Forum IT@Automation im VDMA, spricht im Interview mit elektrotechnik AUTOMATISIERUNG über UX-Trends sowie Spaß bei der Maschinenbedienung.

Herr Prof. Oetter, User Experience (UX) Design soll komplexe Prozesse visualisieren und für den Anwender die Benutzerfreundlichkeit von Maschinen und Anlagen erhöhen. Inwiefern beflügelt die digitale Transformation der Industrie die Entwicklung?

Prof. Claus Oetter, stellv. Geschäftsführer Fachverband Software und Digitalisierung sowie Leiter Forum IT@Automation im VDMA, spricht im Interview mit elektrotechnik AUTOMATISIERUNG über die Trends bei UX.
Prof. Claus Oetter, stellv. Geschäftsführer Fachverband Software und Digitalisierung sowie Leiter Forum IT@Automation im VDMA, spricht im Interview mit elektrotechnik AUTOMATISIERUNG über die Trends bei UX. (Bild: Oetter)

Die Industrie hat den Weg der Digitalisierung der Branche mittlerweile verstanden. Der Mut zum Einsatz neuer Technologien hat deutlich zugenommen und die Firmen fangen auch an zu experimentieren und verlassen damit ihren bisher eingefahrenen Weg in der Kommunikation ihrer Systeme mit dem User. Der Mensch steht im Mittelpunkt und muss die immer größer werdende Anzahl von Informationen verarbeiten können. Hier hilft UX und schafft damit ein neues Selbstverständnis in der Kommunikation.

Welche Trends gibt es bei UX? Was wird momentan heiß diskutiert?

Die zunehmende Entwicklung von Chatbots, ein textbasiertes Dialogsystem, bietet immer mehr Möglichkeiten ein zeitsparendes Design einzurichten. Durch die erheblichen Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz können neben grafischen Nutzerschnittstellen oder text-basierten UIs (Chatbots), auch Spracherkennung und Sprachausgabe als weiteres Kommunikationsmittel angewendet werden. Aber auch die haptische Rückmeldung (z.B. Vibration bei Tastendruck auf dem Handy) liefert dem Benutzer einen physischen, taktilen Stimulus.

Tipp: Industrial Usability Day 2018Erfahren Sie auf dem Industrial Usability Day 2018, wie Sie mit Industrial Usability die Zufriedenheit der Benutzer und den Fertigungsdurchsatz erhöhen und Kosten senken. So bleiben Sie wettbewerbsfähig, denn die Industrial Usability setzt den Benutzer im Umfeld von Maschinen und Anlagen in den Mittelpunkt der Anwendung. Der Industrial Usability Day findet am 13. September 2018 statt.
Zum Programm: Industrial Usability Day

Spielen gehört zur Natur des Menschen. Welche Rolle spielen also Gamification-Elemente bei der Konzeption von UX? Gerade auch im Hinblick auf Augmented Reality…

Gamification ist mittlerweile in vielen Entwicklungsabteilungen angekommen und zum festen Bestandteil der Entwickler Know-hows geworden. Vor acht Jahren hatte ich hierzu die ersten Artikel und Vorträge gehalten. Damals wurde ich mit fragenden Augen der Maschinenbauer angeschaut. Ich bin froh, dass es nun 'klick gemacht hat' und die immensen Chancen, die aus einer ganz anderen Branche kommen, gesehen werden.

Warum soll Maschinenbedienung Spaß machen?

Wenn eine Bedienung den User nicht ermüden lässt, die Informationen genau sind, klare und eindeutige Hinweise zum Prozess enthält, dann arbeitet man mit solch einem System gerne. Fehler werden minimiert und damit Ausfallzeiten durch Fehlbedienungen deutlich geringer.

Der VDMA hat letzten Herbst mit seinem Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ unter anderem ein Usability-Projekt der Universität des Saarlandes ausgezeichnet. Worum hat es sich dabei gehandelt? Und: Was war so besonders an diesem Ansatz?

Ein Student konzipierte und implementierte eine handflächenbasierte Eingabemethode für den Einsatz in virtueller Umgebung (Virtual Reality). Als Anwendungsfall wählte er die Konfiguration einer Maschine aus, um die Praxistauglichkeit der aktuellen Technologien bei der Eingabe von ganzzahligen Werten zu überprüfen. Entscheidend für die Auszeichnung war die Einbeziehung der User. Anhand eines selbstentwickelten Prototyps wurden in einem industriellen Szenario unter anderem die Auswirkungen auf den Benutzer bei der Arbeit in einer virtuellen Umgebung, die Usability der Lösungsansätze und Technologien sowie die Leistungsfähigkeit der Anwender untersucht.

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