Digitalisierung

Mit Industrie 4.0 zur individuellen Schokolade

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die individuelle Schokolade auf Zuruf: An diesem Konzept arbeitet der Schweizer Schokoladenhersteller Chocolat Frey mit dem Automatisierer Autexis und Komponenten von Siemens.
Die individuelle Schokolade auf Zuruf: An diesem Konzept arbeitet der Schweizer Schokoladenhersteller Chocolat Frey mit dem Automatisierer Autexis und Komponenten von Siemens. (Bild: Siemens)

Um das Konzept „Industrie 4.0“ greifbarer zu machen, haben der Schokoladenhersteller Chocolat Frey, der Automatisierer Autexis und die Hochschule für Technik FHNW ein Projekt ins Leben gerufen: Ein Kommissionierungssystem, das individuelle Schokoladenmischungen auf Zuruf zusammenstellt.

Die kleinen, einzeln verpackten Schokoladentäfelchen erfreuen sich großer Beliebtheit beispielsweise auf Messen oder in Wartezimmern. Die eigene Lieblingssorte zu erwischen ist dagegen nicht immer leicht und häufig bereits vergriffen. Der Schweizer Schokoladenhersteller Chocolat Frey hat gemeinsam mit dem Automatisierer Autexis und der Hochschule für Technik der Fachhochschule Nordwestschweiz dafür eine Lösung entwickelt, mit der sie gleichzeitig den komplexen Begriff Industrie 4.0 näher bringen wollen.

Über Twitter können die Kunden bei Chocolat Frey jetzt ihre persönliche Schokoladenzusammenstellung ordern. Die Bestellung wird dann voll automatisch und ohne menschliche Eingriffe ins Produktionsprogramm des Systems übernommen. Ein Roboter stellt die individuellen Mischungen zusammen und konfektioniert die Verpackungen für den Versand.

Anlage soll digitalen Zwilling bekommen

Für die Umsetzung wurden Komponenten von Siemens verwendet. „Wir nutzen Mindsphere, das offene Cloud-Ecosystem von Siemens. Darin laufen unsere Autexis-Apps“, erklärt Philippe Ramseier, Inhaber von Autexis. Über Mindconnect werden die Daten von Sensoren und Aktoren gesammelt und in die Mindsphere transferiert. Die Steuerung des Roboters übernimmt ein Simatic S7-1500 Controller, und das Engineering erfolgt im TIA (Totally Integrated Automation) Portal V15. Bedienen lässt sich das Kommissioniersystem über zwei Simatic Mobile Panels KTP900F.

Geplant ist, dass die Anlage auch einen digitalen Zwilling erhält, der in einem ersten Schritt von der realen Welt lernen soll. Mittelfristiges Ziel ist das gegenseitige Lernen in Form eines Cyberphysical Systems. Damit können neue Produktionen vor der Inbetriebnahme digital simuliert und Fehler im Vorfeld erkannt und behoben werden.

Obwohl Chocolat Frey diese Form der Produktion aktuell nur als Demonstrationssystem nutzt, erkennt das Unternehmen darin das Potenzial für die individualisierte Massenproduktion. Das Unternehmen sieht das System momentan als Innovationsplattform zum Testen von Prozessen.

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