10 Experten zum Thema industrielle Bildverarbeitung – Teil 1

Nachgefragt: Wandelt sich die Bildverarbeitungsbranche?

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Dirk Ratsack, Vice President MVSD Sales & Service Europe bei Cognex: „Technologie ist nie eine Einbahnstraße, es ergeben sich immer auch Anknüpfungspunkte zu anderen Bereichen mit oft recht erfolgreichen weiterführenden Innovationen.“
Dirk Ratsack, Vice President MVSD Sales & Service Europe bei Cognex: „Technologie ist nie eine Einbahnstraße, es ergeben sich immer auch Anknüpfungspunkte zu anderen Bereichen mit oft recht erfolgreichen weiterführenden Innovationen.“
(Cognex / Matthias Tunger Photodesign)

Dirk Ratsack, Vice President MVSD Sales & Service Europe bei Cognex: Technologie ist nie eine Einbahnstraße, es ergeben sich immer auch Anknüpfungspunkte zu anderen Bereichen mit oft recht erfolgreichen weiterführenden Innovationen. Unsere digitale Welt ist voll von derartigen Synergien. Technologien von Hard- und Software fließen auch in Anwendungsfelder außerhalb der industriellen Bildverarbeitung ein, wie beispielsweise in die Medizintechnik oder das Verkehrswesen.

Umgekehrt können sich auch Hardware oder die Architektur von Softwarealgorithmen aus anderen Bereichen für die IBV als interessant erweisen. Einen allgemeinen Bildverarbeiter wird es nicht geben, denn die zielgerichtete Erfassung des Bildes als Rohstoff für die weitere Datenveredelung, durch Analyse zur Verwertung und Verknüpfung zu effizienteren Prozessen, ist immer im Know-how anwendungs- und branchenbezogen.“

Stefan Waizmann, Leiter Produktmanagement bei Framos: „Was die Branche heute antreibt ist mehr und mehr ein Preisdruck und internationaler Verdrängungswettbewerb.“
Stefan Waizmann, Leiter Produktmanagement bei Framos: „Was die Branche heute antreibt ist mehr und mehr ein Preisdruck und internationaler Verdrängungswettbewerb.“
(Framos / aleksy)

Stefan Waizmann, Leiter Produktmanagement bei Framos: Was die Branche heute antreibt ist mehr und mehr ein Preisdruck und internationaler Verdrängungswettbewerb. Die Produktmanager der Branchengrößen versuchen daher Produkte zu designen, mit denen sich viele verschiedene Anwendungen auch jenseits der IBV lösen lassen, um so hohe Stückzahlen in der Produktion zu erreichen, was wiederum die Stückkosten reduziert.

Durch die generischen Produktdesigns entstehen jedoch wiederum Nischen, die kleinere Firmen mit spezifischen und dann auch hochpreisigeren Produkten besetzen können.

Dr. Olaf Munkelt, Geschäftsführer von MVTec Software: „Die Entwicklung der Bildverarbeitung von einer industrienahen zu einer allgemeinen Querschnittstechnologie ist seit einigen Jahren in vollem Gange.“
Dr. Olaf Munkelt, Geschäftsführer von MVTec Software: „Die Entwicklung der Bildverarbeitung von einer industrienahen zu einer allgemeinen Querschnittstechnologie ist seit einigen Jahren in vollem Gange.“
(MVTec)

Dr. Olaf Munkelt, Geschäftsführer von MVTec Software: Die Entwicklung der Bildverarbeitung von einer industrienahen zu einer allgemeinen Querschnittstechnologie ist seit einigen Jahren in vollem Gange. Das liegt einerseits daran, dass sie als wichtiges Element der Automatisierung immer neue Anwendungsfelder erreicht, wie zum Beispiel in der Landwirtschaft oder Nahrungsmittelindustrie, andererseits aber auch weil gerade Zukunftstechnologien und Wachstumsfelder wie beispielsweise Service-Robotik oder autonome Fahrzeuge von Bildverarbeitung stark profitieren.

Diese Entwicklung bringt auch wachsende Anforderungen mit sich. Das heißt, es gilt schnelle und hoch robuste Bildverarbeitungsverfahren zu entwickeln, die sich zwar einerseits in ganz unterschiedlichen Anwendungsfeldern einsetzen lassen, andererseits aber bezüglich ihrer Handhabung an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzer angepasst sind, um den Zugang zu leistungsfähigen Technologien zu vereinfachen. Dies kann etwa durch innovative Usability-Konzepte bei der Gestaltung von Benutzeroberflächen unterstützt werden.

Gleichzeitig steht die Branche auch vor der Herausforderung, innovative neue Verfahren zu entwickeln. Denn nicht immer lassen sich Konzepte aus klassischen IBV-Anwendungsfeldern auf nicht-industrielle Aufgabenstellungen übertragen. MVTec investiert deshalb viel in eigene Entwicklung und Forschung, um regelmäßig Innovationen auch für neue Anwendungsfelder verfügbar zu machen, wie zum Beispiel ein Verfahren, um deformierbare Objekte im Lebensmittel-Einzelhandel auch ohne Codes, Aufdrucke oder Markierungen zu erkennen.

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