Suchen

Steckverbinder Power over M12: Energie dezentral im Feld verteilen

| Autor / Redakteur: Tobias Dietel* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Der M12-Steckverbinder gilt in der industriellen Anschlusstechnik als Universalgenie. Neben der Signal- und Datenübertragung wird auch immer häufiger Leistung über diese kompakte Schnittstelle übertragen. Mit einer neuen M12-Power-Verteilerbox von Phoenix Contact ist jetzt erstmals eine platzsparende, durchgängige und effiziente Energieverteilung im M12-Design möglich.

Firmen zum Thema

Power over M12 - Maximaler Strom bei minimaler Baugröße
Power over M12 - Maximaler Strom bei minimaler Baugröße
(Bild: Phoenix Contact)

Um eine dezentrale Energieverteilung an einer Maschine oder Anlage zu ermöglichen, kommen in den meisten Fällen Verteilerkästen mit Reihenklemmen zum Einsatz. Das ist nicht nur aufwendig, es kostet dem Konstrukteur zudem wertvollen Platz beim Maschinen-Layout. Hier schafft die neue M12-Power-Verteilerbox von Phoenix Contact erhebliche Verbesserungen.

Bildergalerie

Technische und normative Anforderungen

Neben den klassischen Anforderungen an einen M12-Steckverbinder – zu denen etwa die Schutzart IP 65 zählt, wurde bei den M12-Steckverbindern zur Leistungsübertagung ein besonderes Augenmerk auf die Verstecksicherheit sowie auf die Einhaltung der Luft- und Kriechstrecken gelegt. Dies ist notwendig, um die erhöhten Ströme von bis zu 12 A sicher über diesen kompakten Steckverbinder zu übertragen. So wurde erstmalig auch an einem M12-Steckverbinder eine Funktionserde integriert. Damit ist nun ein sicherer Übergang vom PE-Kontakt über eine spezielle Feder auf die metallisch leitenden Teile – in diesem Fall das Rändel - kein Problem. Diese und weitere Anforderungen wurden in der Norm IEC 61076-2-111 – der geltenden Norm für die M12-Leistungsübertragung – zusammengefasst.

In dieser Norm sind die bereits im Markt vertretenen Kodierungen S und T eingebunden. Die 4-polige S-Kodierung ist für AC-Applikationen von 630 V und 12 A konzipiert - wie zum Beispiel zum Leistungsanschluss eines Drehstrommotors. Die 4-polige T-Kodierung ist für DC-Anwendungen im Niederspannungsbereich bis 63 V und 12 A gedacht. Damit ist zum Beispiel die Stromversorgung von dezentralen I/O-Modulen möglich.

Neue Kodierungen für M12

In einem neuen Normenentwurf der IEC 61076-2-111 wurden vor kurzem die von Phoenix Contact neu entwickelten Kodierungen K, L und M aufgenommen. Diese wurden ebenfalls - wie bereits die T- und S-Kodierung - nach den sicherheitsrelevanten Aspekten der IEC sowie nach den Anforderungen der UL 2237 entwickelt. Mit den neuen Kodierungen können 5- und 6-polige Verbraucher bis 800 V und 16 A betrieben werden. Auch diese Kodierungen werden von den gängigen Herstellern für M12-Steckverbinder angeboten und in Applikationen „eindesignt“.

Somit wird sich auch für diese neuen Kodierungen in den nächsten Jahren ein Marktstandard einstellen. Seit Anfang 2015 hat Phoenix Contact für die konfektionierten S- und T-kodierten M12-Power-Leitungen sowie für die Geräteanschluss-Komponenten die Zulassung nach der UL 2237 und nach CSA C22.2 No. 182.3 (Canadian Standards Association) erhalten. Damit können nun auch Maschinen und Anlagen ausgerüstet werden, die nach Nordamerika exportiert werden.

(ID:43807790)